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Greifswald Von der Gesellenprüfung zur Meisterschule
Vorpommern Greifswald Von der Gesellenprüfung zur Meisterschule
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14:19 03.03.2019
Der Kfz-Mechatroniker Alexander Hoffmann von der Autocenter Grimmen GmbH mit Sitz in Greifswald erhält von Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, seinen Gesellenbrief. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

Die Vermessung der Erde hat mit Wurstspezialitäten eher wenig zu tun. Einzig die Mathematik ist sowohl der Wissenschaft als auch dem Handwerk eigen. Wer nicht rechnen kann, versalzt womöglich den Bierschinken. Insofern hat Paul Edwin Hartfil sehr gute Karten, denn er beherrscht das Einmaleins: Nachdem er sein Bachelorstudium in Geodäsie erfolgreich abgeschlossen hatte, lernte er in der Prohner Landfleischerei Blohm den Beruf des Fleischers. Ungewöhnlich, aber von Erfolg gekrönt. Seit Freitag hat er seinen Gesellenbrief in der Tasche! „Ich habe schon früher im Familienbetrieb mitgearbeitet, wollte aber nach der Schule etwas anderes machen“, sagt der heute 24-Jährige. Den Wechsel hat er nicht bereut: „Das Fleischerhandwerk lässt viel Kreativität zu“, sagt er. Aufgrund seines Studiums konnte er die eigentlich dreijährige Ausbildung um die Hälfte verkürzen. Und im Herbst geht’s voraussichtlich zur Meisterschule.

Hartfil gehört zu jenen zehn Junggesellen, die ihre Prüfungen in den vergangenen Wochen mit dem Prädikat „Gut“ absolvierten. An der feierlichen Freisprechung im Pommerschen Landesmuseum Greifswald nahmen am Freitag 47 junge Männer aus verschiedenen Gewerken teil – darunter Metallbauer, Maler und Lackierer, Elektroniker und Hochbaufacharbeiter. „Elf Auszubildende haben ihre Prüfung leider nicht bestanden“, sagte Franziska Pens, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Vorpommern-Greifswald. „Damit haben 81 Prozent ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, im Vergleich ein gutes Ergebnis“, urteilte sie. Zu den mit „Gut“ bestandenen Gesellen gehörten zum Beispiel auch Paul Wanka aus Hanshagen von der Wolgaster Autohaus Esser GmbH, Alexander Klärner aus Bansin von der Autohaus Kruse GmbH Ahlbeck, Florian Krohn von der Tischlerei Kastner in Lubmin, Calvin Klein aus Hinrichshagen sowie Robin Tessmer, beide von der Autozentrum Eggert GmbH Greifswald, oder auch der Greifswalder Alexander Hoffmann.

Ich habe erst die Ausbildung zum Elektriker angefangen, dann aber zum Metallbau umgeschwenkt. Bei diesem Handwerk baut man etwas, was man am Abend auch sehen kann. Steve Dörendahl, Metallbauer (24) aus Greifswald Quelle: Petra Hase

Der 22-Jährige wollte ursprünglich Tischler werden. „Denn Handwerk war schon immer mein Wunsch“, sagte der gebürtige Berliner. Da es jedoch mit einem Praktikum nicht klappte, er zudem Interesse an Autos und Motorrädern fand, begann er schließlich eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in der Autocenter Grimmen GmbH mit Sitz in Greifswald. Sein Glück: „Ich hatte sehr gute Meister“, würdigte er deren Leistung und möchte bald mit der Meisterschule beginnen.

Johann Buse, frischgebackener Anlagentechniker für Sanitär, Heizung, Klima aus Pasewalk, stellt die Bücher erst gar nicht in die Ecke. „Meine Meisterschule beginnt am 11. März in Rostock – Vollzeit von Montag bis Freitag.“ Der 21-Jährige hofft, seinen Meisterbrief in zwei Jahren zu erlangen. „Denn ich möchte die Firma meines Opas Günter Buse übernehmen“, sagte er. Schon als Kind sei er mit ihm unterwegs gewesen. „Die Arbeit macht Spaß, stellt einen immer vor neue Aufgaben und ist sehr abwechslungsreich.“

Ich möchte mal die Firma meines Opas übernehmen. Der ist jetzt 68 Jahre alt, muss also noch bisschen durchhalten. Am 11. März beginne ich die Meisterschule. Johann Buse (21), Anlagenmechaniker SHK Quelle: Petra Hase

Worte, die Axel Hochschild (CDU), sehr gern vernimmt. Der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern predigt nicht nur seit Jahren, das Handwerk goldenen Boden habe. Auch die Fakten sprechen dafür: „30 Prozent der Handwerksmeister verdienen heute mehr als die Akademiker“, sagte er in seiner Festrede vor den Junggesellen, Eltern, Großeltern und Firmenchefs. Handwerker erlebten heutzutage konjunkturell gute Zeiten. Die Auftragsbücher seien im Durchschnitt mehr als zwölf Wochen gefüllt. „Allein im Bereich unserer Handwerkskammer stehen in den nächsten Jahren rund 3000 Unternehmen vor dem Generationenwechsel und suchen händeringend einen Nachfolger“, so der Malermeister. Der im Land vielzitierten Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung müssten spürbare Taten folgen. „Deshalb fordern wir mit Blick auf die zum Teil weiten Fahrten zu den Berufsschulen ein landesweites Azubiticket“, sagte Hochschild.

Ich hatte mich schon frühzeitig entschieden, ein Handwerk zu erlernen. Meine Ausbildungsfirma, Schlüsseldienst Schröter, hat mich übernommen. Nun gibt es auch endlich mehr Geld. Eric Peter (20), Metallbauer Quelle: Petra Hase

Landrat Michael Sack (CDU) indes ermunterte die Junggesellen, ihr Wissen auch nach den Prüfungen zu erweitern, vielleicht sogar auf Walz zu gehen: „Denn Ausbildung und Lehrzeit sind noch lange nicht vorbei.“ Greifswalds Baudezernentin Jeannette von Busse schloss sich dem an, verlieh aber auch ihrem Wunsch nach einem Wiedersehen Ausdruck. Die Stadt baue Schulen, Straßen, saniere das Theater und vieles mehr. Deshalb hoffe sie, „dass wir uns auf einer der vielen Baustellen hier irgendwann wieder treffen.“

Petra Hase

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