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Greifswald Greifswalder Elterntaxis sollen zum Parkplatz fahren
Vorpommern Greifswald Greifswalder Elterntaxis sollen zum Parkplatz fahren
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09:00 26.10.2019
Verkehrserziehung an der Kollwitzschule Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Autos stehen in der Fußgängerzone Knopfstraße, nebeneinander auf der Aufpflasterung in der Loefflerstraße oder unter Nutzung des Gehwegs in der Brüggstraße. Das sind Bilder vom alltäglichen Chaos bei Schulbeginn und auch bei Schulende der Grundschule „Käthe Kollwitz“ in der Innenstadt.

Hol- und Bringezonen für die Elterntaxis sollen das ändern. Jetzt liegt ein konkreter Plan vor, den das Wuppertaler Büro Bueffee im Auftrag der Stadt erarbeitet hat. Eine Grundlage waren die Antworten von Eltern auf Fragebögen zum Schulweg der Kinder und den Problemstellen.

Drei Zonen sollen für Elterntaxis eingerichtet werden

Die Idee: Es werden drei Hol- und Bringezonen für die Elterntaxis eingerichtet. Die vom Ingenieurbüro vorgeschlagenen Standorte sind die Bustasche vor dem Pommerschen Landesmuseum, der Parkplatz in der Friedrich-Loeffler-Straße am Schießwall und der Parkplatz Museumshafen Nord. Von dort sollen die Kinder zu ihren Schulen gehen. Wie Jens Leven bei der Vorstellung des Projekts im letzten Jahr sagte, sollen die Hol- und Bringezonen nicht unmittelbar an den Schulen liegen, sondern 250 bis 400 Meter entfernt. Damit lernten die Kinder, sich zu orientieren und selbstständig zu werden.

Das Bueffee-Konzept wurde den Eltern bereits vorgestellt. „Leider kamen nur sehr wenige Eltern, dabei hatten sich sogar etwa 150 angemeldet“, bedauert Jaqueline Gläs, die Vorsitzende des Elternrates der Kollwitzschule. Die meisten hätten die Ausführungen auch einfach nur zur Kenntnis genommen, ergänzt Elternratsmitglied Doreen Au. „Viel diskutiert wurde nicht.“ Gerd-Martin Rappen, ebenfalls Elternrat, meint aber, dass die Mehrheit die Ausführungen positiv aufgenommen hat.

„Die Nutzung der Tasche in der Rakower Straße durch Reisebusse ist zeitlich begrenzt, daher ist die Nutzung als Hol- und Bringezone möglich“, erläuterte Tiefbauamtsleiter Dieter Schick auf der Sitzung des städtischen Bauausschusses. Die Nutzung des Parkplatzes Museumshafens Nord für diesen Zweck sei nur möglich, wenn am Weg von der Fußgängerbrücke über den Hansering zur Knopfstraße eine Ampel stehe, so Schick weiter. „Das ist aber im Zuge des Umbaus des Hanserings ohnehin geplant“, ergänzte der Tiefbauamtsleiter. Noch seien das aber nur Vorschläge, die baulich untersetzt werden müssten.

Idee nur sinnvoll, wenn alle Eltern mitziehen

„Die Situation mit den parkenden Autos in der Knopf- und der Brüggstraße, wie wir sie jetzt erleben, ist gefährlich“, bestätigt Jaqueline Gläs. Aber so richtig würde die Einrichtung der Hol- und Bringezonen nur etwas bringen, wenn auch alle Eltern mitziehen. Und da ist Gläs skeptisch. „Wir haben morgens alle nicht viel Zeit und haben Stress“, sagt die Elternratsvorsitzende. „Das Landesmuseum ist zu weit weg.“ Aktuell würde für sie nur die Loefflerstraße in Frage kommen.

Doreen Au kritisiert, dass für so ein Konzept ein auswärtiges Büro herangezogen wurde. Steuergelder könne man auch sinnvoller verwenden. Die vorgeschlagene Lösung sei naheliegend, darauf käme man auch ohne externe Gutachter. „Ich würde den Parkplatz Loefflerstraße nutzen, wenn es dort eine Hol- und Bringezone gibt.“ Dafür sollten spezielle Parkmöglichkeiten genutzt werden. „Aber man hat uns gesagt, dass dies sichergestellt werden kann, dass diese frei sind.“ Das Schulkind von Doreen Au geht in die vierte Klasse. „Ich bin daher nicht mehr wirklich betroffen.“ Ihr Kind würde mit dem Rad fahren.

Vergangenheit und Zukunft

In der Loefflerstraße gilt Tempo 30 und an den breiten Aufpflasterungen an der Knopf- und der Brüggstraße Tempo 10.

Zebrastreifen lehnt Schwerin, als nicht für die Sicherheit nötig, ab. 2018 wurde die „schlafende Lichtsignalanlage“ aufgestellt, die per Knopfdruck geweckt werden kann.

Im letzten Jahrwurde die Firma Bueffee mit der Erarbeitung eines Konzepts für die Kollwitzschule beauftragt, deren Drei-Säulen-Modell bereits vielerorts umgesetzt wird. In Essen soll die Zahl der Elterntaxen um die Hälfte reduziert worden sein.

Schritt eins sind die Fragebögen, Schritt zwei die Gestaltung eines kindgerechten Verkehrs. Bueffee empfiehlt aktuell den Bau einer Ampel in der Grimmer/Einmündung Loitzer Straße. Deren Bau ist bereits beschlossen.

Die Motivation der Schülerzum Verzicht auf Elterntaxen über ein Punktesystem ist Schritt drei. Hat eine Klasse eine bestimmte Zahl von Sternen gesammelt, bekommt sie hausaufgabenfrei oder es wird ein Film im Unterricht geguckt.

Für Gerd-Martin Rappen wäre es sinnvoll, dass die Brüggstraße zur Einbahnstraße wird. „Besonders gefährlich ist es, wenn nach dem Ausladen des Kindes gewendet und auf die Loefflerstraße zurückgefahren wird“, begründet er. Wer wendet, will die Abfahrt Richtung Hansering vermeiden. Ob eine Umwandlung in eine Einbahnstraße insgesamt Vorteile bringen würde, soll in den Untersuchungen zum Verkehrskonzept Innenstadt herausgefunden werden. „Dort werden alle Straßen betrachtet“, so Bauamtsleiter Thilo Kaiser.

Rappen begrüßt, dass in der Brüggstraße neue Fahrradständer installiert werden sollen. „Dann kann nicht mehr auf dem auf dem Gehweg geparkt werden“, begründet er. Auch für die Anwohner sei das ein Vorteil.

„Das Konzept ist noch nicht fertig“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann. „Es ist ein offenes Verfahren. Wir warten auf die Rückmeldungen der Eltern.“ Danach werde abgewogen und entschieden, was wie umgesetzt werde oder nicht.

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