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Greifswald Wackerow verliert markantes Naturdenkmal durch Brandstiftung
Vorpommern Greifswald Wackerow verliert markantes Naturdenkmal durch Brandstiftung
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Wegen eines Brandes wurde eine als Naturdenkmal geschützte Hainbuche am Flemmingberg in Wackerow abgeholzt. Der Naturschützer Michael Succow erstattete Anzeige. Quelle: Martina Rathke
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Wackerow

Dieser Baum wuchs bereits zu Zeiten von Caspar David Friedrich – nun ist die Gemeinde Wackerow um ein Jahrhunderte altes Naturdenkmal ärmer: Eine 300 Jahre alte Hainbuche am Flemmingberg ist am Wochenende in Brand geraten und war für die Löscharbeiten von der Feuerwehr gefällt worden. „Das ist ungeheuerlich“, zeigte sich der in Wackerow lebende Naturschützer und Träger des Alternativen Nobelpreises, Michael Succow, erschüttert. Die mächtige Buche bildete zusammen mit einer ebenso alten Winterlinde und Esche sowie zwei etwas jüngeren Bergahornen ein besonders sehenswertes Baum-Ensemble im Ortskern der Gemeinde. Der Flemmingberg ist auch als archäologisches Bodendenkmal gelistet. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege führt den Ort, von dem man über die Ryckwiesen auf Greifswald blicken kann, als mittelalterlichen Turmhügel.

Succow erstattete am Montag Anzeige wegen Zerstörung eines Naturdenkmals. Sein Unverständnis richtet sich vor allem gegen die Brandstifter. Er äußerte aber auch Zweifel, ob die Feuerwehr tatsächlich alles getan habe, um den in Blüte stehenden Baum zu erhalten. Seiner Auffassung nach habe es sich um einen Schwelbrand gehandelt, den man mit ausreichend Wasserzufuhr vermutlich hätte löschen können. „Eine solche stattliche Hainbuche gibt es in Vorpommern kein zweites Mal. Sie hätte bestimmt noch weitere 100 Jahre stehen können“, sagte Succow.

Das Feuer war im hohlen Baumstamm ausgebrochen. Die Polizei geht ersten Erkenntnissen zufolge von Brandstiftung aus. Den Sachschaden beziffert die Behörde auf etwa 10 000 Euro. Doch schwerer als der finanzielle Schaden wiegt der ideelle Verlust. Für viele Wackerower ist der Baum das, was für Paris die beim Brand zerstörte Kirche Notre Dame ist – ein bedeutendes Wahrzeichen. „Ich habe schon als Kind an der Baumgruppe gespielt“, sagte der zuständige Einsatzleiter der Wackerower Feuerwehr, Stephan Krassow. Er wies die Vorwürfe Succows zurück, bei den Löscharbeiten nicht lange genug um den Baum gekämpft zu haben. „Als wir am Flemmingberg eintrafen, schlugen Flammen aus dem Stamm“, sagte Krassow. „Der hohle Baumstamm hat dabei wie ein Kamin gewirkt.“ Herr Succow – so Krassow weiter – sei erst am Brandort eingetroffen, als das Feuer bereits im unteren Bereich des Baumes gelöscht war. In den oberen Bereichen aber habe man das Feuer nicht unter Kontrolle bekommen können. „Wir haben wirklich alles getan, um den Baum zu retten. Wir dürfen unsere Kameraden aber dabei nicht selbst in Gefahr bringen.“

Anwohner berichteten, dass sie am Freitagnachmittag drei laute Knallgeräusche gehört hatten. Sie vermuten nun rückblickend, dass Kinder oder Jugendliche Feuerwerkskörper in dem hohlen Stamm gezündet und damit den Auslöser für das Feuer gelegt haben. Am Sonntagmorgen war dann der Brand gemeldet worden, woraufhin die Kameraden der Feuerwehren aus Wackerow, Groß Petershagen, Mesekenhagen und Neuenkirchen ausrückten. Was genau das Feuer verursachte, konnten die Kameraden nicht mehr feststellen. „Wir gehen aber davon aus, dass der Brand schon mehrere Stunden vor dem Einsatz ausgebrochen sein muss“, so Krassow.

Wackerows Bürgermeister Manfred Hering (CDU) reagierte betroffen. „Für die Gemeinde ist der Verlust dieses bedeutenden Naturdenkmals sehr schmerzhaft.“ Er will sich nun den Brandbericht von der Feuerwehr vorlegen lassen, um den Einsatz in der Gemeindevertretung auszuwerten. Hering war während der Löscharbeiten nicht vor Ort. Er habe erst am Sonntagmittag vom Brand erfahren. Die Kriminalpolizei sicherte noch am Sonntag Spuren. Die Ermittler werden nun prüfen, ob das Material für eine kriminaltechnische Untersuchung durch das Landeskriminalamt geeignet sei, hieß es von der Polizei. Zeugen können Hinweise bei der Polizei unter Telefon 03834 –540224 oder in der Internetwache melden. Michael Succow plädiert nun dafür, dass der Baumstamm als Mahnmal am Flemmingberg liegen bleibt – eine Idee, die auch Feuerwehreinsatzleiter Stephan Krassow begrüßt.

Martina Rathke

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