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Greifswald Hochzeitspläne einer Greifswalder Stadtrandgemeinde
Vorpommern Greifswald Hochzeitspläne einer Greifswalder Stadtrandgemeinde
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10:37 14.04.2019
Wackerow aus der Luft Quelle: Walter Graupner
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Wackerow

Am 24. April entscheidet die Wackerower Gemeindevertretung erneut über eine Fusion mit einem Nachbarn. Der letzte Hochzeitsversuch mit anderen Kommunen im Amt Landhagen scheiterte, weil sich im Dezember die Einwohner Neuenkirchens in einer Abstimmung dagegen aussprachen (die OZ berichtete). Nun könnte die Gemeindevertretung Kurs auf eine Fusion mit Neuenkirchen nehmen. Bisher stimmten alle Ausschüsse dafür.

„Wenn es zu einem Beschluss kommt, treten wir an Neuenkirchen heran“, informiert Bürgermeister Manfred Hering (CDU). Wenn alles wie geplant läuft, würde Wackerow eine Entschuldungshilfe von maximal zwei Millionen Euro bekommen können. Dazu käme die Fusionsprämie von 400.000 Euro. Einen anderen Weg, um endlich aus der Schuldenfalle herauszukommen, sieht Hering nicht. „Wir haben bereits beschlossen, den Hebesatz für die Grundsteuer B von 700 Prozent auf den Landesdurchschnitt zu senken. 700 Prozent können wir den Bürgern nicht länger zumuten. Den Haushaltsentwurf für 2019 mit den hohen Hebesätze hat die Gemeindevertretung abgelehnt.“ Wackerow habe knapp drei Millionen Euro Schulden bei steigender Tendenz.

Ein Blick zurück: Im Sommer des letzten Jahres hatten die Bürger gegen eine Fusion mit Greifswald gestimmt. Die Hansestadt war bereit, die restlichen Miesen zu übernehmen, die nach den Prämien des Landes von in diesem Fall insgesamt 2,6 Millionen Euro übrig geblieben wären. Hering war einer der stärksten Befürworter der Fusion mit Greifswald. Auch mit Neuenkirchen sei man in der Vergangenheit schon im Gespräch gewesen, erinnert aber der Bürgermeister an OZ-Schlagzeilen von 2002. Schon im Februar habe man Weichen für den nun wieder aktuellen Zusammenschluss mit Neuenkirchen gestellt,

„Die Bürger haben uns doch aufgegeben, mit den Nachbargemeinden zu verhandeln“, unterstützt Stellvertreter Karlheinz Tietze (CDU) Manfred Hering. Er hat bereits Verhandlungen mit dem stellvertretendem Bürgermeister Rudolf Kirchner (Wählergemeinschaft) geführt. Der bestätigt Gespräche, die vor allem beratenden Charakter hatten. Die Offerte der Wackerower käme leider sehr spät und hätte viel früher erfolgen sollen, meint Kirchner. Ob die Zeit noch reicht, das müsse letzten Endes das Innenministerium entscheiden.

Am 26. Mai ist Kommunalwahl, bis dahin sollten alle Fusionen vollzogen sein. Bisher hieß es immer, dass die Frist für Hochzeiten Ende März abläuft.Der letzte Bürgerentscheid gegen die Großfusion spreche rechtlich nicht gegen einen neuen Anlauf, so Kirchner. Die Bürger Neuenkirchens hatten im August 2018 per Bürgerentscheid den Beschluss der Gemeindevertretung zur Bildung einer Großgemeinde Landhagen mit acht Partnern aufgehoben. Bei der von der Volksvertretung selbst auf den Weg gebrachten Abstimmung im August waren es nur vier Brautleute.

Wird im Mai gewählt, hat Langzeitbürgermeister Manfred Hering sogar einen Gegenkandidaten. Möglicherweise gibt es wegen der Fusionsbestrebungen einen Aufschub. Die neue Wählergruppe „Bürgergesellschaft“ hat Torsten Maaß als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Insgesamt 28 Kandidaten bewerben sich um meinen Sitz im Gemeindeparlament. „Es wäre eine echte Wahl“, freut sich Maaß. Den aktuellen Umgang mit den Einwohnern sieht er sehr kritisch. „Es fehlt wieder einmal wie so oft in der Vergangenheit die Transparenz bei der Entscheidungsfindung“, ärgert er sich. „Man erfährt von so einem wichtigen Vorhaben wie einer Fusion fünf Wochen vor der Wahl so nebenbei auf einem Aushang von dem Vorhaben.“ Das habe leider Tradition in Wackerow.

Der Neuenkirchener Bürgermeister Frank Weichbrodt ist skeptisch. „Es gibt aktuell keine Verhandlungen über einen Gebietsänderungsvertrag“, sagt er. Ein entsprechender Antrag Wackerows liege in Neuenkirchen nicht vor. „Meine persönliche Meinung ist, dass nach zwei eine Fusion ablehnenden Bürgerentscheiden ein erneuter Anlauf ohne eine vorherige und komplette Entschuldung keinen Erfolg haben kann.“ Hering bedauerte, dass Weichbrodt der Fusion nicht offen gegenübersteht.

Eckhard Oberdörfer

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