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Greifswald Wahlunterlagen kamen per Schiff auf die Greifswalder Oie
Vorpommern Greifswald Wahlunterlagen kamen per Schiff auf die Greifswalder Oie
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09:55 25.05.2019
Die auf der Greifswalder Oie lebende Biologin Stella Klasan gab ihre Stimme per Briefwahl ab. Quelle: L. Friedritz
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Greifswald Oie

Wählt man auf einer Insel ohne Wahllokal? „Klar“, sagt die Biologin Stella Klasan, die seit 2016 auf der Greifswalder Oie die Biologische Station des Naturschutzvereins Jordsand leitet. „Auf einer Insel zu leben heißt ja nicht, dass man sich nicht für die Politik interessiert.“ Die 30-jährige Biologin nutzte für die Stimmenabgabe die Briefwahl – aber auf ungewöhnlichem Wege. Bereits am Dienstag brachte das Schiff „Seeadler“ der Apollo-Reederei die Wahlunterlagen auf die Insel. Am Donnerstag gingen die Stimmzettel mit Kreuzchen auf selbem Weg zurück zum Festland. „Bis auf die Bürgermeisterwahl habe ich an allen Wahlen teilgenommen“, sagt die junge Frau. Die beiden Kandidaten für den Chefsessel der Gemeinde Kröslin, zu der die zwischen Rügen und Usedom gelegene Insel gehört, kenne sie nicht. Deshalb habe sie diese Wahl ausgelassen. Aber für den Kreistag und das Europaparlament habe sie ihre Stimme abgegeben.

Die Biologin ist vermutlich die erste Wählerin auf der Greifswalder Oie seit 1990. Alle ihre Vorgänger, die nach 1990 auf der Insel arbeiteten, hatten ihren Hauptwohnsitz auf dem Festland. „Den Hauptwohnsitz Greifswalder Oie habe ich mir im Amt Lubmin hart erkämpft“, sagt Klasan. Seit 2017 ist sie nun die erste und einzige Hauptsitz-Bewohnerin der Insel, die zum Wahlkampf in diesem Frühjahr auch wohltuend frei von Wahlplakaten blieb.

Neben der Biologin arbeiten auch sogenannte FÖJ-ler in der vom Jordsand-Verein geführten Beringungssation. Somit wird Stella Klasan nicht von Einsamkeit geplagt. Zudem spült das Schiff auch wieder regelmäßig Tagesbesucher auf das Eiland. Klasan lernte die Insel übrigens durch ihre Bachelor-Arbeit kennen und lieben. „Beschäftigt habe ich mich damals aber nicht mit den Vögeln, sondern mit einer Baumkrankheit.“ In ihrer Arbeit untersuchte sie, ob auf der Insel die Eschen auch unter dem sogenannten Eschentriebsterben leiden. Die Krankheit wird durch einen Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus ausgelöst und ist in Deutschland auf dem Festland verbreitet. Ihre Antwort: „Ja, die Krankheit gibt es auf der Insel auch. Allerdings nicht so verbreitet wie auf dem Festland.“

Martina Rathke

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