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Greifswald Waren es Menschen oder Wölfe? Schaffelle mit Kopf bei Greifswald entdeckt
Vorpommern Greifswald Waren es Menschen oder Wölfe? Schaffelle mit Kopf bei Greifswald entdeckt
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17:33 04.12.2019
Am 4. Dezember vormittags wurden an der Straße von Behrenhoff nach Kammin Felle von Schafen entdeckt. Die Tiere waren ausgeweidet worden. Quelle: Karsten Birnbaum
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Behrenhoff/Gützkow

So etwas ist Andrej Krosse, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, noch nicht untergekommen. Am Vormittag des 4. Dezember wurden Überreste von Schafen am Weg von Behrenhoff nach Kammin entdeckt. Die illegale Entsorgung von Kadavern gab es schon. Aber hier lagen nur Felle, noch mit den Köpfen dran. Offensichtlich waren die Tiere ausgeweidet und das Fleisch verwertet worden.

„Das ist eine Riesensauerei“, kommentiert Behrenhoffs Bürgermeister Karsten Birnbaum, der die Schaffelle entdeckt und der Polizei gemeldet hatte. Der zuständige Kontaktbeamte fand dann kurz vor Kammin die Überreste der Schafe, Felle, Köpfe und Knochen. „Blut wurde keines gefunden, es könnte auch versickert sein“, informiert Krosse. Die Polizei informierte den Landkreis, die Amtstierärztin war vor Ort und sorgte schließlich für die Entsorgung der Tierreste. Da es sich nicht um eine Straftat handele, ist der Fall für die Polizei abgeschlossen. Das Veterinäramt prüfe nun, ob es sich um eine Ordnungswidrigkeit handele.

Wolfsspuren in Gützkow am Kosenowsee. Quelle: Petra Hase

War das tatsächlich die Tat von Menschen oder trieb hier ein Wolf sein Unwesen? Fakt ist: Zu Wochenbeginn wurde nur ein paar Kilometer entfernt am helllichten Tage ein Wolf gesehen. Der Behrenhoffer Detlef Heier, der als Baggerfahrer dieser Tage am Kosenowsee in Gützkow arbeitet, traute kaum seinen Augen: „Es war Montag gegen 14 Uhr, als der Wolf von Richtung Fähre kommend über die gerade glatt gemachte Fläche lief.“ Irrtum ausgeschlossen, versichert er. „Der Wolf war höchstens 40 Meter von mir entfernt. Er war groß und kräftig. Bestimmt ein Rüde, mit grauem Fell und vorn heller“, erzählt Heier. Das stattlich aussehende Tier habe schnurstracks Kurs auf die Straße genommen, wollte die B 111 überqueren. „Zwei Autofahrer hielten noch kurzzeitig an, sahen das Tier offenbar vom Acker rechtzeitig kommen“, sagt Heier. Kurz darauf habe er nach den Spuren auf der glatt planierten Fläche gesucht und sie auch sogleich ausfindig gemacht. „Zehn, elf Zentimeter sind die Abdrücke lang“, sagt er. Als er am Morgen danach mit dem Auto zur Arbeit fuhr, sah er am Straßenrand zwischen Behrenhoff und Kammin ein totes Schaf. „Da dachte ich gleich an den Wolf vom Vortag“, so Detlef Heier.

Anzeichen dafür, dass ein Wolf an der Straße Schafe riss, hat die Polizei indes nicht gefunden. Dass Anwohner bereits am Montag Schafreste beobachteten, bestätigt Krosse hingegen. Das hätten die Ermittlungen vor Ort ergeben.

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