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Greifswald Brücke zum Greifswalder Ortsteil Koos kaputt
Vorpommern Greifswald Brücke zum Greifswalder Ortsteil Koos kaputt
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10:22 28.12.2018
Die marode Brücke zur Insel Koos Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Wenn der Tierarzt Dr. Nils Kley sein Grundstück verlässt, dann schließt er das große Tor zum Koos. Die Insel ist Naturschutzgebiet, das Betreten ist verboten. 2013 zog Nils Kley mit seiner Familie auf den Koos. Wie lange er noch über die nach der Wende gebaute Brücke fahren kann, ist unklar. Denn das Bauwerk hat seine besten Tage hinter sich, wie selbst der Laie schnell erkennen kann. Sie Brücke muss saniert werden. Um die Zuständigkeit dafür wird indes gestritten.

„Die Zufahrt zur Insel Koos ist rechtlich nicht als öffentliche Straße einzuordnen, sondern als Grundstückzufahrt“, erläutert Stadtsprecherin Andrea Reimann die Auffassung des Greifswalder Rathauses. Damit liege die Verantwortung für die Brücke beim Grundstückseigentümer, das sei das Land Mecklenburg-Vorpommern. So einfach sei das nicht, meint Matthias Wolters, der Leiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (Stalu) Vorpommern in Stralsund. „Grundsätzlich kann man sich über eine Instandsetzung erst unterhalten, wenn klar ist, wer Eigentümer der Brücke ist“, wehrt er ab. „Das ist bei diesem Bauwerk nicht so einfach“. Das Stalu bemühe sich aber aktuell um eine Klärung der Zuständigkeit mit der Gemeinde Mesekenhagen, der Stadt Greifswald und anderen Partnern. Je nach Ergebnis werde dann die Frage der Instandhaltung/Sanierung beantwortet werden. Wolters hofft, dass es bald eine Klärung gibt.

„Wir brauchen eine Lösung“, bestätigt Meskenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein. „Dazu muss bekannt sein, was aus der Insel wird, ob eine Brücke überhaupt in Zukunft noch benötigt wird.“ Das ganze Problem habe historische Ursachen, erinnert er. Denn der Koos wurde früher für die auf dem Greifswalder Stadtteil Riems betriebene Tierseuchenforschung genutzt. Die Insel wurde 1950 an das Institut angegliedert und zur Haltung von Versuchstieren genutzt. Seinerzeit fuhr man per Boot dorthin. Auf der Insel wurden Hühner und Tausende Mäuse gezüchtet. 1970 erfolgte die Aufschüttung eines Damms zum Festland. Auf dem Koos lebten damals 15 Menschen.

Mesekenhagen möchte Verantwortung für Damm loswerden

Dank der Brücke ist der Koos wieder eine Insel Quelle: Eckhard Oberdörfer

Mesekenhagen möchte weder die Brücke sanieren, noch weiter für den Damm zuständig sein. Der Naturschutz und die Landwirte, die Rinder und Schafe auf den Karrendorfer Wiesen und dem Koos weiden lassen, hätten vorrangiges Interesse daran, schätzt Seidlein ein. Nur wegen der Zugänglichkeit für Rettungsdienste, Post und Müllabfuhr werde der Damm aktuell noch gebraucht.

Die Kleys sind nach dem Tod des bekannten Naturschützers Ronald Abraham im letzten Jahr infolge eines Jagdunfalls die letzten Bewohner des Koos. Die Bedingungen sind nicht einfach, die Trinkwasserleitung ist seit 2016 unterbrochen. Änderung ist derzeit nicht in Sicht. Das Wasser kommt nun aus einem Brunnen. Die berufliche Zukunft des Tierarztes, der gern in der Region bleiben möchte, ist zudem unklar.

Der Damm Richtung Festland Quelle: Eckhard Oberdörfer

Nur noch eine Familie lebt auf der Insel

Vermieter des von der Familie genutzten Hauses sei ab 2019 die Succow-Stiftung, erzählt Nils Kley. Die Naturschützer haben die vor der Insel liegenden Karrendorfer Wiesen erworben (die OZ berichtete). Auch diese stehen unter Naturschutz. Die Succow-Stiftung möchte, dass junge Leute, Bundesfreiwillige oder Absolventen eines freiwilligen ökologischen Jahres, künftig auf dem Koos wohnen. Sie sollen unter anderem für eine Durchsetzung des Betretungsverbots der Insel sorgen. Auch der Damm von Groß Karrendorf zum Koos ist nur für Berechtigte befahrbar. Erwogen wird ferner, aus Gründen des Naturschutzes den Damm durch Furten zu unterbrechen (die OZ berichtete). Koos und Karrendorfer Wiesen gehören zum europäischen Netzwerk der Schutzgebiete „Natura 2000“. Sie sind Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes (FFH-Gebietes) „Greifswalder Bodden, Teile des Strelasundes und Nordspitze Usedom“, das insgesamt eine Fläche von etwa 60.000 Hektar umfasst.

Eckhard Oberdörfer

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