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Greifswald Wintereinbruch an der Küste
Vorpommern Greifswald Wintereinbruch an der Küste
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06:24 30.12.2014
Vor der Fahrt zur Arbeit erst einmal räumen. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Rostock

Jede Menge Schnee ging in der Nacht zu Montag längs der Ostsee-Küste nieder. Schon nach kurzer Zeit blieb eine fünf Zentimeter dicke Schicht liegen. In der Region rund um Rostock war es doppelt so viel und mehr, während die weiße Pracht in Vorpommern deutlich spärlicher ausfiel. Die Insel Usedom blieb sogar schneefrei. Das weiße Intermezzo währt nur kurz, sagen die Meteorologen voraus: Bis Silvester soll es deutlich wärmer werden, mit Regen statt Schnee.

Die Räumdienste waren seit dem frühen Morgen im Dauereinsatz, um die Straßen frei zu bekommen. Auf Nebenstrecken gelang dies bis zum Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs nur teilweise.

Autofahrer kamen oft nur vorsichtig tastend im Schritttempo voran. Keine Probleme mit Frost und Co. bei der Bahn in MV: Während in Berlin viele S-Bahnen gar nicht erst losfuhren, lief es auf den Gleisen im Nordosten problemlos. „Nur vereinzelt kam es zu Verspätungen“, sagte Bahnsprecher Holger Auferkamp der OZ. 

Die meisten Autofahrer hatten sich auf die winterlichen Bedingungen eingestellt, es gab nur wenige Unfälle. Gerade einemal vier kleinere Unfälle mit Blechschäden meldete die Polizei in Rostock.  „Die Rostocker fahren vernünftig“, sagte Polizeisprecherin Dörte Lembke. In sozialen Netzwerken beschwerten sich viele Fahrer über schlecht geräumte Straßen.

Rund sieben Zentimeter Schnee fielen in der Küstenregion zwischen Rerik und Nienhagen. In Kühlungsborn erfreuten sich bereits am Vormittag hunderte Urlauber am Strand und auf der Promenade über die weiße Pracht. Das Ostseebad ist zum Jahreswechsel komplett ausgebucht, die Anreisewelle rollte seit dem vergangenen Wochenende. Ohne Probleme, zumindestens im Landkreis Rostock:  Verwehungen, die den Verkehr behindern könnten, gab es laut Polizei auf den Autobahnen nicht. Langsamer als sonst, aber sicher, rollten die Fahrzeuge etwa auf der A 19 aus Richtung Süden an die Ostsee.

In Güstrow rutschte ein Auto auf glatter Fahrbahn in den Graben. Sonst blieb es auch hier eher ruhig. „Der Schnee kam ja nicht überraschend“, meinte Polizeisprecher Gert Frahm. Zumindest die Hauptstraßen waren aus Sicht der Ordnungshüter am Morgen gut geräumt und befahrbar.

In Grevesmühlen fiel der angekündigte Wintereinbruch vorerst aus. Bis auf ein paar weiße Flocken und weiße Schleier auf den Feldern und Wiesen war nichts zu sehen. Einen einzigen Glätteunfall meldete die Polizei in Wismar am Morgen: im Gewerbepark Kritzow rutschte auf der B 105 ein Auto gegen ein anderes.

Nur drei Zentimeter Schnee lagen am Morgen in Greifswald - und tauten dann bis zum Mittag wieder weg. Vorher nutzten viele Kinder dennoch die kurze Gelegenheit zur ersten Schlittenfahrt der Saison auf dem Rodelberg nahe der Schwimmhalle. 

 

Ab 3 Uhr früh waren die Mitarbeiter des Winterdienstes in Grimmen  auf Achse, um mit fünf Fahrzeugen 300 Kilometer Straße zwischen Greifswald und Bad Sülze mit einer Feuchtsalz-Mischung zu versehen und vom Schnee zu befreien. „Zwischen fünf und zehn Zentimeter sind gefallen“, sagt Frank Denker, Chef der Straßenmeisterei. Auch hier blieben wetterbedingte Unfälle aus.

Acht Räum- und Streufahrzeuge waren im Bereich der Straßenmeisterei Ribnitz-Damgarten  im Einsatz. Dabei erschwerte stellenweise sehr dichter Nebel in Kuhlenrade und Bad Sülze den Winterprofis ihre nächtliche Arbeit. Obwohl die Sichtweite weniger als 50 Meter betrug, blieben Unfälle aus. „Die Räumfahrzeuge mussten extrem vorsichtig fahren“, berichtet Katja Laack von der Straßenmeisterei.

Enttäuschung bei vielen Kindern und erwachsenen Rodelfreunden auf Rügen: Gerade mal zwei Zentimeter Schnee bedeckte die Insel am Morgen. Das reichte nicht zum Rodeln, und mittags war das knappe Gut ohnehin wieder weggeschmolzen. Gar kein Schnee (und auch keine Winterunfälle) erfreuten oder enttäuschten, je nach Erwartung, die Bewohner und Gäste auf der Insel Usedom.

 

Im östlichen Mecklenburg schlug der Winter härter zu: Gleich mehrere Laster fuhren sich auf der Bundesstraße 96 zwischen dem brandenburgischen Fürstenberg/Havel und Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) fest. Der Verkehr brach zeitweise völlig zusammen, Pendler steckten im Stau fest.

In Neubrandenburg kam ein mit Wäsche beladener Lkw mitsamt Anhänger von der glatten Fahrbahn ab und rutschte in den Graben. Der 37-jährige Fahrer wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei verlegte die Bergung, für die eine Sperrung erforderlich ist, auf die Abendstunden, weil dann weniger Autos unterwegs sind. In Altentreptow  rutschte ein weiterer Lkw gegen eine Leitplanke.

Auf der Bundesstraße 321 zwischen Crivitz und Schwerin geriet der Wagen einer 48-Jährigen außer Kontrolle. Das Auto prallte gegen zwei Schutzplanken und wurde beschädigt. Die Fahrerin musste zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Auf der gleichen Strecke kam kurz zuvor ein Pkw von der Straße ab und fuhr in eine Böschung. Der Fahrer blieb unverletzt.

Auch in anderen Teilen Norddeutschlands kam es zu Staus und Unfällen.

Für die Nacht zum Dienstag rechnen die Meteorologen erneut mit Schneefällen. Anschließend wird es von Westen her milder; die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.


Live-Auskunft der Bahn



OZ

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