Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Wirbel um Gesang der DDR-Hymne
Vorpommern Greifswald Wirbel um Gesang der DDR-Hymne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:45 29.05.2015
Linken-Politiker Peter Multhauf sang nach der OB-Stichwahl die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen ...“.
Linken-Politiker Peter Multhauf sang nach der OB-Stichwahl die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen ...“. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Anzeige
Greifswald

Wirbel um DDR-Gesänge im Rathaus: Landtagsmitglied und Kreisvorsitzende der Linken, Mignon Schwenke, soll ebenso wie das SPD-Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki nach der OB-Stichwahl des Rathauses verwiesen worden sein, weil sie lautstark gesungen hätten. Aber nicht irgendein Lied, sondern die Nationalhymne der DDR. Deren ersten beiden Liedzeilen lauten „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt ...“.

Gesungen hat letzten Endes ein ganz anderer: Bürgerschaftsmitglied Peter Multhauf (Linke). Der steht zu seinem Gesang und kann daran kein Geschmäckle erkennen, obwohl er von Malottki aufgefordert wurde, doch lieber die „Internationale“ anzustimmen. Das lehnte er ab. „Ist doch ein toller Text von Johannes R. Becher, der viele Jahre in der DDR von den Oberen wegen der Forderung nach dem ,Deutschland einig Vaterland’ verpönt war. Ich habe diese ersten zwei Zeilen der Hymne vor Freude im Überschwang der Gefühle über den Wahlsieg unseres Kandidaten angestimmt“, sagt er. Multhauf erklärt auch, dass er Greifswald nicht als Stadt in Ruinen ansehe. Aus heutiger Sicht würde er deshalb vielleicht lieber „Wann wir schreiten Seit an Seit“ anstimmen.

Des Rathauses verwiesen wurden am Abend nach der Stichwahl tatsächlich zwei Bürger, weil sie Alkohol bei sich hatten. Das war wegen schlechter Erfahrungen zur Kreistags- und Bürgerschaftswahl 2014 aber diesmal untersagt.



Cornelia Meerkatz