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Greifswalder Jobbex: Kontakte für die Zukunft knüpfen

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16:00 20.01.2020
Die 17-jährige Laura Freund informierte sich auf der Jobbex in Greifswald über Ausbildungsberufe. Quelle: Carla Blecke
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Greifswald

Es ist kurz nach 10 Uhr, als Laura Freund am Samstag die Turnhalle des Greifswalder Berufsbildungswerkes betritt. Begleitet von ihrer Mutter, besucht sie die Jobbex, eine Berufs- und Ausbildungsmesse. In der Halle reihen sich Informationsstände regionaler und nationaler Unternehmen aneinander. „Ich bin hier, um Eindrücke zu sammeln“, erzählt die 17-Jährige. Vor einem Jahr habe sie ihren Schulabschluss gemacht und sei jetzt auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

50 Aussteller, 100 Ausbildungen, über 1000 Besucher

Genau wisse Laura allerdings noch nicht, wo es beruflich hingehen soll: „Hotels interessieren mich gar nicht“, verrät sie. Stattdessen hege sie Interesse an Berufen bei der Bundeswehr, der Justiz oder der Polizei: „Menschen schützen, das finde ich interessanter.“ Wie Laura besuchen jährlich rund 1500 Jugendliche die Greifswalder „Job- und Bildungsexpo“, die am Samstag mittlerweile zum 21. Mal stattfand.

Nach der Eröffnung durch Andreas Wegner, dem Leiter der örtlichen Bundesagentur für Arbeit, und Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) nutzten die 50 Aussteller die Messe, um für mehr als 100 Ausbildungsplätze zu werben. Besetzt waren die Stände durch sowohl mittelständische als auch große Unternehmen, viele davon aus der Gastronomie und Hotellerie. Darüber hinaus informierten auch die Stadtwerke, Versicherungsfirmen und einige Berufsschulen über ihre Karriere-Angebote. Daneben gab es für die Besucher ein Programm mit Vorträgen und einen Probe-Einstellungstest. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Barmer Krankenkasse, die Volksbank Vorpommern, das Greifswalder BerufsBildungsWerk und die Agentur für Arbeit.

„Viele Berufe, die Jugendliche nicht auf dem Schirm haben“

„Es gibt momentan weit mehr Ausbildungsstellen als Bewerber“, schildert Mitorganisatorin Kristina Birkholz von der Arbeitsagentur. Im vergangenen Jahr habe es im Landkreis 1834 freie Stellen, jedoch nur 1325 Bewerber gegeben. „Darunter sind auch viele Berufe, die die Jugendlichen nicht auf dem Schirm haben“, so Birkholz. Dazu gehörten beispielsweise die Ausbildung zum Textilreiniger oder Fachangestellten bei den Bäderbetrieben. Die begehrtesten Ausbildungsberufe seien hingegen die des Verkäufers, des medizinischen Fachangestellten und des Kfz-Mechatronikers. Die Messe diene dazu, Kontakt zwischen den Besuchern und den großen und kleinen Unternehmen aufzubauen.

Gegen das schlechte Image der Krankenpflege

In einigen Branchen fällt der Mangel an Azubis besonders auf. Christine Tiede ist Lehrkraft für Kranken- und Altenpflege und betreute am Samstag einen Info-Stand. Sie selbst bemerke das fehlende Interesse junger Menschen an Pflegeberufen: „Das liegt vor allem am schlechten Image der Altenpflege. Das Bild, das viele davon haben, ist total verklärt.“ Viele würden vergessen, dass Pflegeberufe viel an medizinische Bereiche anknüpfen. Deshalb nutze sie derartige Veranstaltungen, um darzustellen, wie schön und verantwortungsvoll der Beruf sei. „Meistens ändert sich die Einstellung der Leute nach dem ersten Praktikum. Dann heißt es: Das war ja ganz anders als erwartet!“

Durch Jobbex Schule gefunden

Jonas Weckwerth und Malte Smolinski betreuen den Stand ihrer Schule, des regionalen Berufsbildungszentrums Greifswald. „Ich bin selbst vor zwei Jahren durch den Stand hier auf der Jobbex auf die Schule aufmerksam geworden“, sagt der 17-jährige Malte. Inzwischen besuche er dort die 11. Klasse in der Fachrichtung Wirtschaft. Nach seinem Abitur möchte er Lehramt studieren. Sein Klassenkamerad Jonas nutzt die Zeit, um sich am Stand des NDR zu informieren: „Ich würde gerne Mediengestalter werden“, erzählt er, dafür sei der Stand „sehr interessant.“

Auch für Laura Freund hat sich der Besuch der Veranstaltung gelohnt. Sie verlässt die Turnhalle mit einem Stapel Flyer und Info-Broschüren. Darunter sind nicht nur Materialien der Bundeswehr, Polizei und Justiz: „Ich finde jetzt auch Pflegeberufe und die Ausbildung zum Vermessungstechniker spannend.“

Von Carla Blecke

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