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Greifswald Im Südhafen wird erstmals Steinkohle umgeschlagen
Vorpommern Greifswald Im Südhafen wird erstmals Steinkohle umgeschlagen
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19:01 14.05.2019
Henning Bligenthal, Geschäftsführer der Wolgaster Hafengesellschaft (r.) und Betriebsleiter Thorsten Wodke im Südhafen. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Wolgast

Die Bilanz der Wolgaster Hafengesellschaft fürs vergangene Jahr stimmt optimistisch: 2018 wurden 214 092 Tonnen im Südhafen der Stadt umgeschlagen. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2017, wo 165 368 Tonnen über die Kaikante gingen. Und auch für die ersten vier Monate dieses Jahres gibt es frohe Botschaft, da bereits 10 000 Tonnen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres umgeschlagen wurden.

Für Henning Bligenthal, neuer Geschäftsführer der Hafengesellschaft Wolgast, lasse sich schon anhand dieser Zahlen ablesen, dass die seit fünf Jahren bestehende Kooperation mit dem Hafen Vierow Früchte trage. Seit Jahresbeginn ist der Hafen Vierow neuer Eigentümer der Wolgaster Hafengesellschaft. Für eine sechsstellige Summe wechselte die bis dahin zur Wowi Immmobilien und Dienstleistungs GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Stadt, gehörende Gesellschaft den Besitzer. Sie gehört jetzt direkt zum Hafen Vierow, ist aber eine eigenständige Gesellschaft mit zwei Vollzeit- und sechs Teilzeitstellen geblieben. Die Wolgaster Stadtvertreter hatten dem Kauf zugestimmt.

Umschlagsvolumen für kleinere Häfen geringer

„Damit sind deutliche Synergieeffekte verbunden“, sagt Bligenthal. Beispielsweise gebe es nun, da der langjährige gestandene Geschäftsführer Hellmut Heinz ebenso wie Prokurist Christian Zoschke in den Ruhestand gegangen sei, für Vierow und Wolgast nur noch einen gemeinsamen Geschäftsführer und Prokuristen. Das sei eine deutliche Einsparung bei den Kosten, „denn das Umschlagsvolumen ist längst nicht mehr so, dass gerade kleine Häfen davon gut leben können“, so Bligenthal. Außerdem seien auch die Maschinen zur Bewältigung des Umschlags wie etwa Kräne, Bagger und Radlader sehr kostenintensiv. „Hier profitiert Wolgast vom großen Maschinenpark in Vierow“, sagt der Hafenchef.

Dennoch macht er kein Hehl daraus, dass dringend in die Technik der Wolgaster Hafengesellschaft investiert werden muss, weil seit vielen Jahren nichts erneuert wurde. Der größte Teil der Technik sei verschlissen, das sei eine Tatsache. Dennoch sieht er für die Hafengesellschaft eine gute Prognose wegen der optimalen Infrastruktur. Der direkte Zugang zum Binnenwasserstraßennetz Mittel- und Westeuropas und die Nähe der Autobahn A 20 seien definitiv ein großer Vorteil in Wolgast. „Das hat natürlich beim Kauf eine große Bedeutung gehabt“, erklärt Henning Bligenthal, der zugleich auch Chef des Hafens Vierow und einer großen Umschlagsgesellschaft im Hafen Mukran auf Rügen ist.

Vorteil: Zugang zum Binnenwasserstraßennetz

Der Zugang zum Binnenwasserstraßennetz werde bereits kräftig genutzt. Neben dem Getreide werde derzeit im Wolgaster Südhafen auch Steinkohle aus Russland umgeschlagen. Von Wolgast aus werde sie mit Binnenschiffen und per Lkw weiter zu Stahlwerken in Polen und Mitteldeutschland transportiert. „Das hat schon einen gewissen Seltenheitswert, denn Steinkohle ist bislang hier noch nie über die Kaikante gegangen“, meint der 39-Jährige. Auch die kurze Seedistanz zum Überseehafen Mukran spielt für Bligenthal eine wichtige Rolle, da der Trend zu größerer Schiffstonnage ungebrochen ist. Kleine Schiffe fahren daher von Wolgast dorthin, um ihre Fracht in große Pötte umzuladen.

Im Südhafen Wolgast wird erstmals Steinkohle umgeschlagen. Quelle: Cornelia Meerkatz

Er ist überzeugt, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, dass sich der Hafen Vierow so in Wolgast eingebracht und die Hafengesellschaft erworben habe. Durch das Zusammengehen von Vierow und Wolgast müsse man das nicht befürchten. „Aber wir machen uns Gedanken, wie man den Südhafen und die Hafengesellschaft weiterentwickeln kann. Bis zum kommenden Jahr wollen wir ein schlüssiges Konzept haben. Dabei wird es auch darum gehen, welche Möglichkeiten für den Bau einer Multifunktionshalle im Südhafen bestehen“, lässt Henning Bligenthal schon mal den Blick in die Zukunft schweifen.

Cornelia Meerkatz

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