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Greifswald Zahnarzt will mobile Praxis nach Syrien schicken
Vorpommern Greifswald Zahnarzt will mobile Praxis nach Syrien schicken
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12:18 17.09.2014
Auf dem Laptop ist ein Entwurf zu sehen. So könnte das Zahnmobil für Syrien aussehen. Quelle: Kai Lachmann
Greifswald

Die Idee ist einfach, die Umsetzung aufwendig, der Nutzen für die Betroffenen riesengroß: Dr. Mohammad Alkilzy will einen gebrauchten Rettungswagen zu einer mobilen Zahnarztpraxis umbauen, um darin Flüchtlinge in Syrien zu behandeln. „Die zahnärztliche Versorgung im Land ist seit Ausbruch des Bürgerkrieges katastrophal“, sagt der Greifswalder Oberarzt, der in der Uniklinik in der Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde arbeitet. „40 Prozent der syrischen Zahnärzte haben das Land verlassen.“ Für die Verbliebenen seien die Kosten für zahnärztliche Materialien um das Zehnfache gestiegen. In Flüchtlingcamps gebe es zumeist überhaupt keine Möglichkeit, Zahnprobleme behandeln zu lassen.

Seit mehr als drei Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 150 000 Menschen sind ihm bereits zum Opfer gefallen. Die Zivilbevölkerung leidet. Viele versuchen, in sichere Regionen zu gelangen. Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen schätzt, dass fast drei Millionen Syrer im Exil leben und 6,5 Millionen Einwohner Vertriebene im eigenen Land sind. Diese Menschen besitzen in der Regel nicht mehr als das, was sie auf ihrer Flucht tragen konnten.

In Lagern an der türkischen Grenze soll das Zahnmobil zum Einsatz kommen. „Die Region ist sicher“, meint Alkilzy. „Ich will mich selbst nicht in Gefahr bringen.“ Der Greifswalder plant, mit dem Wagen den mehr als 3600 Kilometer langen Weg ins Grenzgebiet zu fahren und dort einige Wochen lang Flüchtlinge zu behandeln. „Danach sollen andere Zahnärzte übernehmen“, sagt Alkilzy.

Etwa zehn engagierte Ärzte hätten schon Interesse an der freiwilligen Aufgabe bekundet und wollen ihren Urlaub darauf verwenden. Nachts könne der Wagen bei einer Hilfsorganisation vor Ort parken. Dort solle auch ein steriler Raum eingerichtet werden, der notwendig ist, um Operationen vorbereiten zu können.

Der gebrauchte Rettungswagen soll nicht mehr als 20 000 Euro kosten. Dafür werden Spenden benötigt. Die Ausstattung soll ebenfalls auf Spendenbasis laufen, der Wagen mit ausgedienten, aber noch funktionstüchtigen Instrumente und Materialien bestückt werden.

Aber wie baut man einen ausrangierten Rettungswagen zur rollenden Zahnarztpraxis um? Vorbild dafür ist ein Zahnmobil, das in Hannover unterwegs ist. Das Team kümmert sich um die Zahngesundheit von Menschen in Armutssituationen. Der dortigen Initiatoren, die Alkilzy bereits besucht hat, wollen beim Umbauen und beim Einrichten helfen. Getragen wird das Greifswalder Projekt vom Berliner Verein Lien, einem Zusammenschluss von in Deutschland lebenden Syrern.

Bei seinem letzten Besuch 2013 in Syrien, wo Mohammad Alkilzy geboren ist, aufwuchs und studierte, wurde ihm die dringende Notwendigkeit von Zahnbehandlungen der Flüchtlinge verdeutlicht. Er erzählt von einem jungen, geistig behinderten Mädchen, das unter starken Zahnschmerzen litt. „Sie konnte nicht schlafen und hat die ganze Zeit Schmerzmittel bekommen. Das war das einzige, was für sie getan werden konnte.“ Alkilzy selbst habe sich dann um die Behandlung gekümmert.

Sein Motto für die humanitäre Aktion lautet: „Wenn wir einem Kind die Schmerzen nehmen können, dann hat es sich gelohnt.“

Das Projekt Zahnmobil für Syrien kann auf folgende Weisen unterstützt werden:

Geldspende

Kontoinhaber: Lien e.V.

IBAN: DE 36100 10010 00883 54100

Verwendungszweck: Zahnmobil für Syrien. Auch Patenschaften, bei denen ein monatlicher Betrag (zum Beispiel zehn Euro) überwiesen wird, sind möglich.

Sachspenden

Um den Wagen auszustatten, werden Dentalbedarf und Instrumente benötigt. Diese können von Praxen ausrangiert worden sein, müssen aber funktionstüchtig sein.

Vor Ort behandeln

Gesucht werden Zahnärzte, die für einen bestimmten Zeitraum Menschen in Syrien im Zahnmobil behandeln.

Kontakt

Dr. Mohammad Alkilzy ist täglich von 18 bis 20 Uhr erreichbar.

0176 / 233 99 340


Mehr Infos im Internet: www.lien-for-syrians.com/de/zahnmobil



Kai Lachmann

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