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Greifswald Zufahrt nach Ladebow wird im Juni ausgebaggert
Vorpommern Greifswald Zufahrt nach Ladebow wird im Juni ausgebaggert
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08:11 27.04.2018
Das temporäre Spülfeld zur Aufnahme von Baggergut aus dem Hafenbecken ist fast fertig. Quelle: Foto: Peter Binder
Greifswald

Schiffe wurden im Hafen Ladebow in den letzten Wochen höchst selten gesehen, denn die Zufahrt ist versandet. Nun gibt es neue Hoffnung.

„Wir haben seit Ende letzter Woche alle notwendigen Genehmigungen für eine Notbaggerung“, sagt Dirk Berger, der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Stralsund (WSA). Im Juni würden die Arbeiten beginnen, damit künftig wieder Schiffe mit einem Tiefgang bis zu fünf Meter den Greifswalder Wirtschaftshafen anlaufen können. „Die Ausschreibung für die Baggerung wird in dieser Woche veröffentlicht“, kündigt Dirk Berger an.

Aktuell dürfen nur Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 4,20 Meter an die Greifswalder Kaikante fahren. Für den Pächter und Betreiber, die Greifswalder Hafen- und Lagergesellschaft (HLG), ist das eine Katastrophe.

„Bis Ende März haben wir einschließlich der Firma Weserpetrol 23000 Tonnen angelandet“, verdeutlicht Geschäftsführer Michael Ott die Situation. „Das ist genauso sehr schlecht wie im letzten Jahr.“ Der vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt festgelegte Tiefgang von 4,20 Meter gilt seit September letzten Jahres. Nach der letzten großen Baggerung 2002/3 konnten noch Schiffe mit 6,10 Meter Tiefgang in Ladebow anlaufen.

„Das Jahr hat noch ganz gut begonnen, weil im Januar Dünger für die Halle der Firma Beiselen auf unserem Gelände geliefert wurde“, schildert Geschäftsführer Ott. „Um Baustoffe und Getreide brauchen wir uns gar nicht zu bewerben. Da sind wir nicht wettbewerbsfähig.“ Bliebe es bei 4,20 Meter Fahrrinnentiefe wäre das Ende des Hafens Ladebow vorprogrammiert.

Dass nun wenigstens wieder auf fünf Meter ausgebaggert werden soll, bezeichnet Ott als gutes Signal. „Das eröffnet wieder Chancen für uns“, sagt der Geschäftsführer. Mittelfristiges Ziel bleibt die Wiedervertiefung der Fahrrinne auf 6,10 Meter Tiefgang. Das Ausbaggern allein hilft Ladebow nicht. Denn das Hafenbecken ist ebenfalls versandet. Für dessen Ausbaggerung ist Greifswald als Eigentümer zuständig. Grundsätzlich hat sich die Bürgerschaft dafür ausgesprochen und Geld zur Verfügung gestellt.

„Wir haben mit dem WSA eine Vereinbarung zur gemeinsamen, in zwei Lose geteilte Ausbaggerung“, so Stadtsprecherin Andrea Reimann. Das städtische Baggergut soll auf dem neuen Spülfeld abgelagert werden, das kurz vor der Fertigstellung steht. „Es sind noch ein paar Nacharbeiten nötig. Unter anderem fehlen noch die Ansaat des Rasens und der Zaun.“ Diese Restarbeiten sollen in den nächsten Wochen erledigt werden.

Das Spülfeld entstand auf einer knapp zweieinhalb Hektar großen Fläche, die dem Agrarhändler Beiselen, einem der HLG-Gesellschafter, gehört. Die Firma hat das Areal an die Stadt verpachtet. Maximal können hier 43000 Kubikmeter Nassbaggergut abgelagert werden. 200000 Euro werden ins Spülfeld investiert.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt bringt die 30000 Kubikmeter Sediment aus der Fahrrinne nicht wie zunächst geplant auf dieses Spülfeld. „Sie sollen auf eine Umlagerungsfläche in der Pommerschen Bucht gebracht werden“, so Sprecher Dirk Berger. „Diese Umlagerungsfläche haben wir auch für den Ausbau des Nördlichen Peenestroms genutzt.“

Das Spülfeld auf dem Beiselen-Gelände soll nur zeitweilig genutzt werden. Geplant sind die Verwertung des anfallenden Sandes und die Reaktivierung des bis 2010 von dem Baustoffhändler Mibau in Ladebow unterhaltenen Spülfeldes. Das ist der Weg, um mittelfristig wieder die 6,10 Meter wieder zu erreichen. Das WSA hatte 2016 seine Absage der sicher geglaubten Ausbaggerung der Fahrrinne auf diese Tiefe mit den hohen Kosten für eine Verbringung des Sediments zum Spülfeld Drigge auf Rügen begründet (die OZ berichtete).

Der Hafen

Die Hafen- und Lagergesellschaft Greifswald hat den Hafen in Ladebow 2012 für 25 Jahre gepachtet. Im Vertrag stehen 5,70 Meter Tiefgang. Sie kündigte an, den Umschlag in den nächsten Jahren zu verdreifachen. 2015 wurde der Tiefgang auf fünf Meter herabgesetzt. Im selben Jahr stellte die Bürgerschaft für die Ausbaggerung des ebenfalls versandeten Hafenbeckens auf 5,70 Meter parallel zur Fahrrinne 600000 Euro zur Verfügung.

Eckhard Oberdörfer

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