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Greifswald Zwei neue Wohngebiete in der Stadtrandsiedlung
Vorpommern Greifswald Zwei neue Wohngebiete in der Stadtrandsiedlung
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09:51 28.06.2018
In der Stadtrandsiedlung sind zwischen Heinestraße und Bretanostraße neue Eigenheime entstanden. Quelle: Degrassi, Katharina
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Greifswald

Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist aus Sicht der Stadtverwaltung ungebrochen groß. Mehr als 300 Interessenten gab es allein für die 73 Grundstücke im neuen Wohngebiet zwischen Heinrich-Heine-Straße und Clemens-Bretano-Straße in der Stadtrandsiedlung (Bebauungsplan 88). Nach Aussage von Volkmar Böttcher, stellvertretender Leiter des Immobilienverwaltungsamtes, stehen für die letzten fünf zu vergebenen Flächen etwa 50 Familien auf der Warteliste. Während die ersten 40 Grundstücke bereits bebaut und größtenteils bezogen sind, haben nun die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt begonnen.

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Wer in der Stadtrandsiedlung ein städtisches Grundstück erwerben und bebauen möchte, muss sich noch gedulden. Ab 2020 soll der wenige hundert Meter entfernte Bebauungsplan 114 entwickelt werden, zu dem neben einem Wohngebiet auch die neue Grundschule gehört. Wie viele zusätzliche Einwohner künftig in der Stadtrandsiedlung leben werden, steht derzeit noch nicht fest. Die Planungen für das Wohngebiet an der Osnabrücker Straße und der Verlängerten Scharnhorststraße stecken noch in den Kinderschuhen. Kürzlich fand die erste öffentliche Anhörung statt, bei der die Verwaltung knapp 20 Gästen ihre Ideen für das Wohngebiet vorstellte. Denkbar sind demnach sowohl Einfamilien- als auch Reihenhäuser und Geschosswohnungsbau. 

Unsicherheit bringen derzeit noch die Bodenverhältnisse mit sich. Bis zum Sommer soll ein hydrologisches Gutachten vorliegen, das detailliert Auskunft gibt, ob das Areal als Baugrund geeignet ist und - wenn ja - unter welchen Bedingungen. Volkmar Böttcher erwartet dieses Gutachten mit einigen Sorgenfalten. Immerhin haben die Probleme mit der Regenwasserableitung für viele Jahre Verzögerung im benachbarten Wohngebiet an der Heinrich-Heine-Straße gesorgt.

Seit 2006 hat die Verwaltung am Bebauungsplan gearbeitet. Doch nach den schweren Regenfällen 2010 und den großflächigen Überflutungen jenseits der Bahnunterführung war klar: Bevor hier neu gebaut werden kann, muss in die Entwässerung investiert werden. „Schließlich wurde der Regenwassersammler Süd gebaut, um das Grabensystem in der Stadtrandsiedlung zu entlasten“, blickt Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) zurück. 2014 konnten die Planungen schließlich fortgesetzt werden. Weitere Verzögerungen gab es im Folgejahr aufgrund archäologischer Funde. „Es handelt sich um eisenzeitliche Siedlungsspuren, Feuerstellen, Gruben, Pfostspuren und einen Ofen“, so von Busse weiter. 

Mit dem Verkauf der Flächen fließen etwa fünf Millionen Euro in den städtischen Haushalt, schätzt Volkmar Böttcher. Die Grundstücke kosten zwischen 115 und 120 Euro je Quadratmeter. 

Mit Spannung werden nun die Fortschritte für den Bebauungsplan an der Osnabrücker Straße erwartet. Die Zeit drängt. Denn wegen der steigenden Kinderzahlen in der Hansestadt wird die Grundschule schnellstmöglich benötigt. Die Krull- und die Kollwitzschule nehmen schon heute mehr Kinder auf als eigentlich vorgesehen ist. Die neue Schule soll zum Schuljahresbeginn 2022/23 ihren Betrieb aufnehmen. Am geplanten Standort befinden sich derzeit noch einige Einzelgärten, der Verein der Rassezüchter M 63 und der Kleintierzuchtverein. Den Pächtern wurden bereits Ausweichgrundstücke angeboten. Die Kosten für die neue Schule samt Hort und Sporthalle betragen 22, 4 Millionen Euro.

Straßen nach Schriftstellern 

Fünf Hektar ist das neue Wohngebiet (Bebauungsplan 88) zwischen Heinrich-Heine-Straße und Clemens-Bretano-Straße groß. 

Dort sind drei neue Straßen entstanden: In der Bettina-von Arnim-Straße und in der Kosegartenstraße wohnen bereits die ersten Bauherren, als letztes wurde die Sibylla-Schwarz-Straße fertig gestellt. In dem neuen Wohngebiet werden alle Straßen auf Beschluss der Bürgerschaft nach bedeutenden Schriftstellerinnen und Dichtern benannt. Der durchgehende Geh- und Radweg soll den Namen Otto-Wobbe-Weg erhalten.

Degrassi Katharina

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