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Greifswald Zweites Monodramen-Festival in Greifswald
Vorpommern Greifswald Zweites Monodramen-Festival in Greifswald
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07:06 31.05.2018
Schauspieler Marvin Rehbock spielt Mark in „Dickes Fell Bärenfalle“.
Schauspieler Marvin Rehbock spielt Mark in „Dickes Fell Bärenfalle“. Quelle: Vincent Leifer
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Greifswald

Das Theater Vorpommern veranstaltet zum zweiten Mal sein Monodramen-Festival. Das heißt, am 9. Juni werden zwölf Stunden lang hintereinander Ein-Personen-Stücke im Greifswalder Rubenowsaal aufgeführt.

„Es war ein unglaublicher Parcours in den vergangenen zwei Jahren“, sagt Oberspielleiter Reinhard Göber über die insgesamt 18 Monodramen, die im Haus Premiere feierten. Diese Reihe ist in Deutschland einzigartig. Am 9. Juni werden noch einmal alle Stücke zu sehen sein, gefolgt von drei Premieren, in denen die Protagonisten sich selbst finden wollen.

In „Guten Morgen, du Schöne“ nähert sich Schauspielerin Anne Greis einem DDR-Klassiker und den Frauen des Arbeiter- und Bauernstaats. Die Basis für die Premiere liefert Maxie Wanders 1977 erschienenes gleichnamiges Buch, in dem Frauen aus ihrem DDR-Alltag berichten. Auch im Westen verkaufte sich das Buch massenweise. Themen wie Sexualität, Gesellschaft und Vereinbarung verschiedener Ansprüche sind nicht auf einen Staat und eine Zeit beschränkt. Sie sind universell. Deswegen wollte Schauspielerin Susanne Kreckel das Werk auf die Bühne bringen. „Die Texte haben mich angesprochen und ich konnte viel damit anfangen“, sagt sie. Schauspielerin Greis spielt drei Frauen, von der Schülerin bis zur Mittvierzigerin, die auf einer Couch miteinander sprechen.

Drei Frauencharaktere stehen auch bei der Premiere von „2018“ auf der Bühne. Gast-Regisseurin Sabine Michel sprach dafür vorher mit mehreren Frauen, die sie bei Lesungen kennenlernte. Claudia Lüftenegger spielt die 68-jährige Ingrid, alleinerziehende, berufstätige Mutter, die ihre Traumata immer noch mit sich trägt, die 50-jährige geschiedenen Kathrin und die erfolgreiche Mittvierzigerin Sybille, die immer noch von der DDR-Kindheit geprägt ist. „Diese Kindheit hat sich vielfach ausgezeichnet durch starke Disziplinierung“, sagt Grimme-Preisträgerin Michel. „Wir stellen das alles in einen aktuellen Kontext. Aber das ist eine Überraschung für den Abend“, hält sie sich noch bedeckt.

In „Dickes Fell Bärenfalle“ sehnt sich Mark, 33, Single, nach der Frau, die ihn versteht. Er glaubt, er hat alles, was Frauen wollen. Dennoch ist er allein. Viele gescheiterte Dates später stirbt das Glück buchstäblich vor seinen Augen. Mark ist nicht etwa geschockt, sondern will mehr davon. Mit Schauspieler Marvin Rehbock inszeniert Alexander Frank Zieglarski einen „kaputten Typen, der nach außen heil wirkt, aber ein Doppelleben führt.“ Das Stück ist Zieglarskis erste Arbeit als Autor und Regisseur. Ansonsten schauspielert er selbst.

Erneut auf die Bühne kommen auch Stücke über Elvis Presley, Bob Dylan und die Französische Revolution. Los geht es um 10 Uhr mit einem Frühstück – für Frühshopper gibt es sogar Sekt, für Essen ist gesorgt. Nach jeder Aufführung bleibt Zeit für Gespräche mit den Machern der Stücke.

Christopher Gottschalk

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