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Grimmen Nach zwei dürren Sommern: Weihnachten ohne Tannenbaum?
Vorpommern Grimmen Nach zwei dürren Sommern: Weihnachten ohne Tannenbaum?
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17:15 12.08.2019
René Rempt mit einem kleinen gesunden, vier Jahre alten Weihnachtsbaum. Quelle: Carolin Riemer
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Stoltenhagen

Wie viel Arbeit in einem Weihnachtsbaum steckt, weiß Landwirt René Rempt aus Stoltenhagen. Zehn Jahre lang wachsen die Tannen heran, um dann für wenige Wochen im heimischen Wohnzimmer Festtagsstimmung zu verbreiten. Doch besonders der vergangene und der diesjährige Sommer bereiten dem Landwirt und den Nordmanntannen Stress.

Nordmanntannen sind eigentlich nicht zimperlich

Im April pflanzten Rempt und seine Kollegen vom Stoltenhäger Tannenhof 7000 kleine Bäume in Stoltenhagen. Vier Jahre sind die winzigen etwa 40 Zentimeter hohen Pflanzen dann alt. „Ich schätze, dass von ihnen 15 bis 20 Prozent vertrocknet sind“, sagt der Landwirt und deutet auf ein kleines braunes Bäumchen am Boden. Vertrocknet, obwohl die Nordmanntannen aus dem skandinavischen Raum stammen, nicht zimperlich und Trockenheit gewohnt sind. Mit ihren langen Wurzeln können sie sich auch tief gelegenes Wasser aus dem Boden ziehen. Doch die Voraussetzungen seien nicht die besten gewesen, sagt Fachmann Rempt.

René Rempt mit einem der vertrockneten Weihnachtsbäume. Er wird kein Festtagsbaum mehr werden. Quelle: Carolin Riemer

Extremes Wetter: Staunässe, Dürre und Borkenkäfer

Sintflutartige Niederschläge im Frühjahr 2018 führten zu großer Staunässe: der Anfang des Übels. „Das hat den Tannen mehr geschadet als die Hitze und die Dürre. In diesem Sommer regnet es eigentlich immer genau im allerletzten Moment.“ Allerdings liebe der Borkenkäfer die Hitze und fiel über die Bäume her. Das Insekt frisst die Rinde an und unterbricht so den Wassertransport. Die Tanne vertrocknet auch wenn es regnet. „Ich musste gegen die Käfer spritzen, sonst wären sie alle eingegangen“, sagt der Landwirt. René Rempt ist natürlich nicht überrascht, dass bei diesem extremen Wetter fast jedes vierte neu gepflanzte Bäumchen auf seinen Plantagen vertrocknete. Ein gewisser Verlust werde stets einkalkuliert. Derzeit wachsen 55 000 bis 60 000 Weihnachtsbäume heran. Darunter gibt es hauptsächlich stattliche Exemplare. „Das Fest müssen wir in vier Monaten also nicht ohne Baum feiern“, verspricht er.

Sechs Jahre von Hand gepflegt

Doch wie viel Arbeit in einem Tannenbaum steckt, wissen wohl nur Landwirte. Die vier Jahre alten Setzlinge werden im Frühjahr mithilfe einer Pflanzmaschine eingesetzt. René Rempt und seine Kollegen hocken dann auf der Maschine, die GPS-gesteuert mit 0,8 Kilometern pro Stunde über das Feld fährt. Sie stecken Baum für Baum per Hand in die Erde. Sechs Jahre lang werden sie von nun an per Hand gepflegt. Das bedeutet: Rempt und seine Mitarbeiter entfernen Unkraut und wild wachsende Bäume wie Pappeln und Weiden. Sie rücken regelmäßig zu Formschnitten aus und regulieren die Triebe. „Damit die Spitze des Baumes nicht zu lang wird und sie gleichmäßig wachsen“, erklärt er. In der Regel werden aus 60 Prozent von ihnen dann stattliche Weihnachtsbäume, die der Betrieb im Dezember in Stoltenhagen und Grimmen verkauft.

Er kann eigentlich alle Wünsche der Grimmener erfüllen. „Ein Drittel der Kunden wünschen sich einen Weihnachtsbaum, der kleiner als 1,50 Meter ist. Ein Drittel bevorzugt einen Baum zwischen 1,50 und 2,10 Metern und ein weiteres Drittel kauft einen über 2,10 Meter.“ Den großen Bäumen machte die Trockenheit nichts aus. Sie stehen in prächtigem Grün auf einer Plantage neben dem Bürogebäude des Stoltenhäger Tannenhofs. Weihnachten kann also kommen.

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