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Grimmen Ackern gegen den Leerstand
Vorpommern Grimmen Ackern gegen den Leerstand
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09:42 21.02.2019
Walter Steiner ist einer der ersten aktiven Gärtner in diesem Jahr. Er bewirtschaftet einen Parzelle in der Anlage Hoikenrade. Quelle: FOTO: Almut Jaekel
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Grimmen

 Etwa 400 von 1200 Grimmener Kleingartenparzellen stehen leer. Einer, der sozusagen gegen den Trend gräbt, harkt und erntet, ist Walter Steiner. Der 75-Jährige bewirtschaftet einen privaten Kleingarten in der Anlage Hoikenrade.

In den dortigen Kleingärten zwischen Greifswalder Straße, Tierpark und Trebel ist die Situation besonders schlimm, weiß Wolfgang Bahls, Vorsitzender des Vereins „Am Wasserwerk“ und einer, der sich seit vielen Jahren um die Entwicklung des Kleingartenwesens in der Trebelstadt kümmert. Vier Vereine gebe es allein in diesem Gebiet und etwa 60 Prozent der dortigen Gärten würden leerstehen. In der Sparte Hoikenrade II werden sogar 118 von insgesamt 160 Kleingärten nicht bewirtschaftet. Ein Lösungsansatz sei die Wohnbebauung am Tierpark, wofür jetzt weitere Gärten aufgegeben werden. „Wenn keiner mehr die Gärten bewirtschaften möchte, ist das eine Möglichkeit“, sagt Bahls. Aber das Gesamtproblem könne so nicht gelöst werden, ist er überzeugt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei gut, aber auch in der Verwaltung könne man eben keine Kleingärtner backen.

Neubauten neben Kleingärten: In Hoikenrade stehen 60 Prozent der Gärten leer. Deshalb wird dort teilweise Gartenland in Bauland umgewandelt. Quelle: Almut Jaekel

„Die leerstehenden Gärten hier sind das Schlimmste“, sagt auch Walter Steiner, während er sein Erdbeerbeet harkt. Es sei ja noch ein bisschen früh für solche Arbeiten, aber „es juckt in den Fingern“, begründet er, warum er schon im Februar aktiv ist. Gleich neben seiner Parzelle liegt ein weiterer Privatgarten brach. Damit das Unkraut nicht in seine Beete wächst, auf denen er von Möhren, Erbsen, Bohnen bis zu Kartoffeln alles anbaut, halte er dort den Rasen kurz. Und er schneidet die Hecke nebenan gleich mit. Einige der Privatgärten habe die Stadt gekauft, weiß Walter Steiner. Aber leider würden auch diese Parzellen wüst aussehen. Dabei sei so ein Garten doch wirklich etwas Schönes - gerade wenn man so wie er in Grimmen-Südwest lebt.

Im dritten Jahr gibt es ein Projekt des Strukturfördervereins Trebeltal in Grimmen, mit dem gleich drei gute Vorhaben umgesetzt werden: In sogenannten Projektgärten in der Sparte „Am Wasserwerk“ betreuen Arbeitslose leerstehende Gärten, die so wieder urbar gemacht werden. Außerdem erhalten Einrichtungen wie die Tafel oder der Tierpark geerntete Früchte und Gemüse. „Am 1. März beginnen wir dort wieder mit einigen Bundesfreiwilligendienstler, am 18. März startet das Projekt mit 12 MAE-Kräften, die übers Jobcenter vermittelt wurden, neu durch“, informiert Andreas Zander vom Strukturförderverein. Bis zum vorigen Jahr betreute Rolf Schneider das Projekt. „Jetzt habe ich es abgegeben, werde aber trotzdem immer mal wieder vor Ort sein“, verspricht er. Sechs Projektgärten in der Sparte „Am Wasserwerk“ werden so bewirtschaftet. „Das sind ab diesem Jahr mehr als 3000 Quadratmeter“, freut sich Wolfgang Bahls. Und das Beste sei: Einer dieser wieder urbar gemachten Gärten wurde jetzt neu verpachtet, sodass ein anderer, verwilderter neu ins Projekt aufgenommen werden kann. „Und drei der ehemaligen Mitarbeiter aus dem Projekt haben einen eigenen Garten bei uns neu gepachtet“, sagt Bahls.

Kleingärten in Grimmen

1200 Kleingartenparzellen gibt es in Grimmen. Sie werden von Mitgliedern aus 16 Vereinen bewirtschaftet.

400 dieser Gärten stehen leer.

In Hoikenrade, wo vier Vereine aktiv sind, beträgt der Leerstand etwa 60 Prozent. Am schlimmsten ist die Situation in der Anlage Hoikenrade zwei: 118 von 160 Kleingärten werden dort nicht bewirtschaftet.

75 Mitglieder hat der Verein „Am Wasserwerk“. Dazu gehören 100 Parzellen, von denen 15 leer stehen, sechs in den Projektgärten bewirtschaftet werden und vier Vereinsgärten sind.

Wer Interesse hat, einen Garten zu bewirtschaften, kann sich in den einzelnen Vereinen melden.

Almut Jaekel

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