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Grimmen Auf Bio-Höfen hinter die Kulissen geschaut
Vorpommern Grimmen Auf Bio-Höfen hinter die Kulissen geschaut
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00:00 24.09.2018
Hatten Spaß beim Michaelifest in Hohenwieden: Eva (4) mit Mama Deborah Janowitz (v. l.) und Mairi (r.), einer Freundin der großen Schwester Julia.
Grimmen

Ein Blick hinter die Kulissen, sei es in Gewächshäuser, in eine ehemalige Mühle oder in Stallanlagen: Ganz unterschiedlich präsentierten sich die drei Bio-Höfe in Elmenhorst, Hohenwieden und Bretwisch, die im Rahmen der Bio-Landpartie zu sich einluden. Das Interesse war riesig.

Hunderte Besucher in Elmenhorst, Hohenwieden und Bretwisch

„Alter Pfarrhof“: Kundenstamm verfünffacht

Dicht gedrängt stehen die jungen Erwachsenen und Kinder um den großen Tisch im Zelt auf dem „Alten Pfarrhof“ in Elmenhorst. Klaas Sow, ein Senegalese, der auf dem Hof eine Ausbildung zum Landwirt absolviert hat und jetzt dort arbeitet, sowie Schülerin Flora Paulick geben Anleitung zur Käseherstellung. Der Andrang zeigt, wie groß das Interesse an Bio-Produkten ist. Gespannt lauscht der siebenjährige Jona Felder den Ausführungen des Senegalesen und befolgt dessen Anweisungen akribisch. Temperatur der Milch messen, unter langsamem Rühren das Lab, ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, das aus dem Magen milchtrinkender junger Wiederkäuer gewonnen wird, hinzugeben. Seine Mama Katja Streller ist ihm behilflich. „Wir kennen die Produkte dieses Hofes, kaufen sie in Stralsund“, berichtet die junge Frau aus Stralsund. Die Familie lege viel Wert auf Bio-Lebensmittel und Produkte aus der Region. Auf dem „Alten Pfarrhof“ sind sie das erste Mal. „Es ist schön, dass man hier sehen kann, wo die Produkte herkommen und erfährt, wie sie entstehen“, sagt sie. Fabienne Lüth, die ebenfalls aus Stralsund gekommen ist, pflichtet ihr bei. „Wichtig ist es auch, die Kinder früh an das Thema gesunde Ernährung heranzuführen“, fügt sie hinzu. Lebensmittel aus ökologisch kontrolliertem Anbau würden da einfach dazugehören, meint sie.

Seit 1996 wächst der „Alte Pfarrhof“ in Elmenhorst kontinuierlich. Inhaberin Claudia Resthöft weiß: „Das Interesse der Verbraucher an Bio-Lebensmitteln ist größer geworden.“ Das würde sie am Kundenstamm deutlich merken, mit Eröffnung des Hofcafés habe sich der sogar verfünffacht. Angefangen mit biologischer Landwirtschaft kam zwei Jahre später die Käserei hinzu, dann die Backstube und schließlich im vergangenen Jahr das Café. „Letzteres konnten wir mit einer Förderung durch das Modellvorhaben Land(auf)schwung verwirklichen“, erzählt Claudia Resthöft während die kleinen und großen Käser noch in der Hofkäseschule ihren eigenen Käse herstellen, andere auf den Strohballen herumtollen oder sich auf dem Hof umsehen, auf dem 40 Milchkühe der alten Rasse „Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind“, Jungtiere und ein Zuchtbulle sowie einige Schweine leben.

Hohenwiedener feiern buntes Michaelifest

Der Parkplatz noch vor dem Ortseingang zur SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden ist den gesamten Sonnabend rappelvoll. Die Menschen mit Behinderung, die dort in verschiedenen Bereichen arbeiten und deren Betreuer feiern im Rahmen der Bio-Landpartie ihr jährliches Michaelifest. An zahlreichen Ständen können sich die Besucher beispielsweise über die Waldkindergartengruppe informieren oder Produkte der Hohenwiedener erwerben. Genauso wie der „Alte Pfarrhof“ in Elmenhorst gehört auch die SOS-Dorfgemeinschaft zum deutschen Bio-Anbauverband „Demeter“. Während auf der Strohbühne die Greifswalder Band „The Blues Dentists“ Blues- und Rocktitel zum Besten gibt, tummeln sich zahlreiche Steppkes auf dem Spielplatz und der Bastelecke. Darunter die achtjährigen Mädchen Julia und Mairi sowie die vierjährige Eva. „Wir waren im vergangenen Jahr schon hier“, erzählt Deborah Janowitz, die Mama der Lütten, die in Greifswald zu Hause ist. Die Mischung aus Informativem, Kulturellem sowie Angeboten für Kinder und Erwachsene hätten sie auch in diesem Jahr wieder nach Hohenwieden gelockt.

Blasmusik und Mühlenführung

locken nach Bretwisch

Etwas weniger Trubel herrscht derweil in Bretwisch auf dem Biohof Kampe. Gemütlich geht es hier zu. „Ich bin das erste Mal hier und staune“, sagt Besucherin Roswitha Doss. Während die Zarrentiner Feuerwehrblaskapelle aufspielt, weht den Gästen schon der Geruch köstlichen Schmorkohls in die Nase. Wer sich die Beine vertreten will, wirft einen Blick in Gewächshäuser oder aufs Feld. Oder in die alte Mühle nebenan. Durch diese führt Lothar Käding (66), Nachkomme des einstigen Müllers in Bretwisch. „Es ist eine Freude, solch alte Technik in recht gutem Zustand zu sehen“, sagt Dieter Hofmeister (67) aus Wüsteney als der die alten Maschinen im Inneren der dreistöckigen Mühle besichtigt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Motormühle gebaut. 2013 begann Lothar Käding mit der Instandsetzung und Rekonstruierung. „Leider aber ist es schwer, einen Anlasser für den alten Motor zu bekommen“, erzählt der 66-Jährige, der mit seiner Frau in Berlin lebt. Die Mühle wieder in Gang zu bekommen, sei sein größter Wunsch.

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