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Grimmen Auf der Suche nach den „Pommern-Dads“
Vorpommern Grimmen Auf der Suche nach den „Pommern-Dads“
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07:00 23.01.2019
Solche Bilder, wie dieses des schwedischen Fotografens Johan Bävman, sollen auch in Grimmen entstehen. Quelle: Johan Bävman
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Grimmen

Der schwedische Fotograf Johan Bävman hat den Alltag von Männer begleitet, die sich für einen mindestens sechsmonatigen Ausstieg aus der Erwerbsarbeit entschieden haben - mit dem Ziel, wie Bävman sagt, mehr Väter zu animieren, gemeinsam ihre Babys zu Hause zu begleiten. Die Fotografien, die in dieser Zeit entstanden sind, werden ab dem 1. April 2019 auch im Grimmener Familienzentrum zu sehen sein. Dies ist Teil einer Offensive des Landeszentrums für Gleichstellung und Vereinbarkeit, die 2019 unter dem Motto „Apropos Partnerschaft - Macht's gemeinsam“ startet.

„Wir wollen dies als Anlass nehmen, selber eine Ausstellung entstehen zu lassen“, sagt Rita Claußen, Einrichtungsleiterin des SOS-Familienzentrums und beschreibt: „Bis Ende März können engagierte Väter aus der Region, Fotos von sich und ihren Kinder bei deren gemeinsamen Lieblingsaktivitäten einsenden. „Die Bilder sollten in einer hohen Auflösung gesendet werden, weil im Herbst diesen Jahres eine Ausstellung unter dem Motto „Pommern-Dads“ enstehen soll.“

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Informationen zur Ausstellung

Bis Ende März können Väter und Großväter, Bilder von sich und ihren Kindern bei gemeinsamen Lieblingsaktivitäten einsenden.

Diese Fotografien sollten in einer hohen Auflösung an raik.mielke@ostsee-zeitung.de gesendet werden.

Im Herbst 2019 soll aus den gesammelten Bildern dann eigene Ausstellung unter dem Motto „Pommern-Dads“ entstehen.

Der Hintergrund: Wovon auch moderne Männer meist nur reden, aber ungern ihren Worten Taten folgen lassen: In Schweden ist es mehr als anderswo Wirklichkeit geworden. Dort animieren Gesetze und Bonuszahlungen junge Männer dazu, sich um Hausarbeit und Kleinkinderziehung zu kümmern. Allerdings: Nur 14 Prozent der schwedischen Elternpaare teilen sich die 480 subventionierten Tage nach der Geburt eines Kindes schon im Verhältnis 50 zu 50. „ Wir waren uns in der Vorbereitungsphase einig, dass Männer aktiver werden müssen. Darum wollen wir dieses Thema 2019 öffentlich machen“, erklärt Katrin Schmuhl, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Vorpommern-Rügen und beschreibt: „Die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben wird nach wie vor vielfach als Frauenthema aufgefasst. Engagierte Väter, pflegende Söhne, Männer im Ehrenamt oder Männer in ihrer Rolle als Partner haben keine wirkliche Lobby und werden gesellschaftlich kaum wahrgenommen“, betonte sie. Projektreferentin Wenke Brüdgamn (Die LINKE) kann dies sogar mit Zahlen belegen: „Beispielsweise nur 27 Prozent der Männer nehmen die Elternzeit in Anspruch.“ Und dies habe, so die Referentin, diverse Gründe. Wenke Brüdgam ist der Meinung, dass Männern aktive Rollenvorbilder im Alltag und in der Gesellschaft fehlen, es keine direkte Ansprache von Vätern und nur unzureichende Informationen für Mütter und Arbeitgebende gibt. Zudem sind Männer gesellschaftlich noch zu wenig als Menschen mit Vereinbarkeitsherausforderungen anerkannt. „Kommunizieren sie den Wunsch, sich stärker in der Familienarbeit engagieren zu wollen, erleben sie arbeitgeberseitig häufig Unverständnis“, so Brüdgam. Bis Ende 2020 soll nun durch eine Offensive mit zahlreichen Veranstaltungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern ein Umdenken angekurbelt werden.

Und auch in Grimmen sind zahlreiche Projekte geplant. „Wie bereits angesprochen, werden wir die Ausstellung des schwedischen Fotografens Johan Brävman in unserem SOS-Familienzentrum zeigen“, freut sich Einrichtungs-Leiterin Rita Claußen. Eröffnet wird diese am 1. April, zu sehen ist sie dann bis zum 17. April 2019. Zudem wird es beispielsweise einen Malwettbewerb an Grimmener Kindertagesstätten geben, bei dem Knirpse zeichnen können, was sie mit ihren Vätern machen. In der Grimmener Bibliothek findet zudem eine sehr unterhaltsame Buchlesung statt. „Diese findet am 15. April um 15 Uhr statt. Vorgestellt wird dann das Buch ’Geht ab wie Schmitz’ Katze’ der Autorin Frauke Angel“, informiert Katrin Schmuhl.

Raik Mielke

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