Putbus - Aus Strandgut gefertigt: Pokale – OZ - Ostsee-Zeitung
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Grimmen Aus Strandgut gefertigt: Pokale
Vorpommern Grimmen Aus Strandgut gefertigt: Pokale
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00:00 10.09.2014
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Putbus

— Sie reißen die Arme mit den Pokalen in den Händen hoch — der Triumph ist perfekt. Was die frischgebackenen Weltrekordhalter um Steffen Polchow in Sellin am Sonnabend nach ihrem 100-Kilometer-Ritt über die Ostsee in den Händen halten, ist ein Rügener Original. Die Medaillenketten für die Outrigger Challenge Bornholm-Rügen sind aus Schwemmholz — gefunden an den Inselstränden — die Pokale aus alten Holzpaletten und Flaschen. Auch die kommen von Rügen. Ein neues Leben wurde ihnen — natürlich auch auf der Insel — eingehaucht. Der Rüganer Benjamin Treu und seine Helfer haben die originellen Weltrekord-Lorbeeren in Putbus gefertigt.

„Rennen mit Auslegerbooten — das ist Südsee-Sport. Dort leben Völker, die sehr naturverbunden sind. Diese Botschaft haben wir aufgegriffen und versucht, sie kreativ bei der Herstellung der Pokale und Medaillen umzusetzen“, sagt Benjamin Treu. Der 37 Jahre alte Insulaner ist in die Fußstapfen jener Polynesier getreten, die schon vor rund 5000 Jahren in Auslegerbooten zu neuen Ufern aufgebrochen sind. Der gelernte Tischler hat nach 14 Jahren in der Gastronomie eine neue Herausforderung gesucht. Und sie in Putbus gefunden. Dort eröffnete er in der Alleestraße im April dieses Jahres eine Schauwerkstatt mit Laden, die den Namen „Ein Tag am Meer“ trägt. Dort fertigt er aus selbst gesammeltem Strandgut, aus alten Flaschen, Dosen und Netzen kreativ Souvenire, die Rügener Originale sind.

„Wir hauchen den Dingen neues Leben ein“, umschreibt er das auch Upcycling genannte nachhaltige Wiederverwenden und Aufarbeiten alter, bereits genutzter Materialien.

Die Pokale und Medaillen für die Outrigger-Weltrekordhalter stehen als Beispiel dafür. „Die Füße für die Pokale, sind aus alten Holzpaletten gefertigt, die aus dem Putbusser Baumarkt stammen“, sagt Benjamin Treu. Darauf ist eine alte Glasflasche auf dem Kopf befestigt, der Boden abgeschnitten. „Die Pokale können auch als Blumevase oder mit Strandsand gefüllt und Kerze ausstaffiert, als Windlicht genutzt werden“, lässt der Schöpfer seiner Kreativität freien Lauf. „Die Weltrekordler hätten am Sonnabend daraus auch Champus trinken können.“ Udo Burwitz



OZ

10.09.2014
10.09.2014