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Grimmen „Wir wollen auch ein Zusatzkonzert“
Vorpommern Grimmen „Wir wollen auch ein Zusatzkonzert“
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15:26 14.03.2019
Susi Felgenhauer, Beatrice Radzunat und ihre Freundin (v.l.) genossen das Konzert von Bad Penny. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

Es ist die letzte große Party vor dem Jahreswechsel. 165 Besucher sind gekommen, um die irischen Weihnachtslieder der Band „Bad Penny“ am Abend des Sonnabends im Kulturhaustreff Europas zu hören. „Wenn wir mit euch fertig sind, müsst ihr genau wie in Bad Doberan ein Zusatzkonzert geben“, sagt Susi Felgenhauer lachend und stupst ihre Freundinnen an. Die junge Frau ist zusammen mit Stefanie Olsowski und Beatrice Radzunat aus Demmin angereist, um das Konzert in Grimmen zu erleben.

Nach anfänglichen Problemen mit dem Ton legt die Band aus Rostock los. „Wir feiern heute Weihnachten nach“, verspricht Sänger Ola Van Sander. „Die irischen Weihnachtslieder sind einfach die schönsten.“ Das Publikum jubelt. Die meisten von ihnen hält es nicht auf den Stühlen, die die Organisatoren im Foyer des Kulturhaustreffs aufbauten. Sie klatschen, wippen mit ihren Füßen und ein Paar traut sich, die Tanzfläche zu stürmen, und wirbelt über das Parkett. „Schade, dass hier so wenige Menschen tanzen“, findet Susi Felgenhauer, die sich zusammen mit ihren Freundinnen neben der Bühne ausgelassen der Musik hingibt. „Wir machen jetzt Stimmung, die Band ist cool. Ich verstehe wirklich nicht, wie es manche Menschen noch auf ihren Stühlen aushalten“, sagt sie.

Es gibt viele Genießer an diesem Abend. Bei einem Glas Wein haben sich auch die Freundinnen Andrea Engel aus Rakow und Birgit Kriemann getroffen. „Ehrlich gesagt, kannten wir die Band vorher gar nicht. Aber sie gefällt uns sehr. So erleben wir noch ein bisschen Kultur zum Jahresausklang“, sagt Andrea Engel. Die beiden haben sich in den hinteren Teil der Bar zurückgezogen. „Hier können wir uns unterhalten und die Musik trotzdem genießen.“ Auf der Bühne wird derweil Santa Claus besungen. Seit mehr als 20 Jahren gibt es „Bad Penny“. In Grimmen treten sie zum ersten Mal auf. Es ist ein kleines Konzert im Vergleich zu den sonstigen Auftritten der Gruppe. Vor mehr als 85 000 Zuhörern sangen sie beispielsweise schon am Neujahrstag beim traditionellen „Turmleuchten“ in Warnemünde. Auch in diesem Jahr sind sie dort wieder zu erleben.

Sänger Ola Van Sander (rechts) und Bassist Axel Hennig von der Rostocker Band „Bad Penny“. Quelle: Carolin Riemer

Die Männer touren mit ihrer Musik, die eindeutig irische und keltische Wurzeln besitzt, durch Polen, Belgien, Holland und Deutschland. Allein in ihrer Heimat geben sie jährlich circa 100 Konzerte und eröffnen seit sechs Jahren das MusikfestivalZappanale“ in Bad Doberan. Der Norden ist ihre Heimat. Musikalisch und privat. Bei der Hansesail treten sie regelmäßig auf und auch in Grimmen haben sie seit Sonnabend einige neue Fans gewonnen. Als sie vor einigen Jahren die Leipziger Buchmesse mit ihrem Stück „Fischer un sin Frau“ eröffnen, wählen die Zuschauer des NDR ihr Lied „Ilsebill“ zum besten plattdeutschen Song. Nur wenig später küren Musikjournalisten aus Yorkshire in Nord England sie zur beliebtesten ausländischen Band.

Zurecht finden die drei Freundinnen aus Demmin, die ihr Versprechen wahr machen und für Stimmung am Bühnenrand sorgen. „Wir haben Spaß“, versichert Susi Felgenhauer: „Die Fahrt nach Grimmen hat sich eindeutig gelohnt.“ Und wie könnte es anders sein, das beliebteste Getränk des Abends ist das irische Bier, verrät die Barfrau schnell, während sie emsig die Wünsche ihrer Gäste erfüllt. Es ist ein gelungener Abend. Auch die, die nicht tanzen, genießen die Musik von Sänger Ola Van Sander, Bassist Axel Hennig, Keyboarder Peter Möller und Schlagzeuger Ulf Jacobs.  

Carolin Riemer