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Grimmen Landwirt aus Dorow zieht als Finalist in die Endrunde
Vorpommern Grimmen Landwirt aus Dorow zieht als Finalist in die Endrunde
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16:35 12.07.2019
Christian Rohlfing und Kuh Greta. Sie gehört zur Rasse der Pustertaler Sprinzen und ist vom Aussterben bedroht. Auf dem "Gut Bad Sülze" wird sie gezüchtet. Quelle: Carolin Riemer
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Dorow

Christian Rohlfings Chancen, zum „Landwirt des Jahres“ gekürt zu werden, stehen gut. Der Geschäftsführer vom „Gut Bad Sülze“ bewarb sich im März um den Ceres-Award, einem hoch angesehen Preis in der Branche der Landwirte. Nun zog der 42-Jährige als Finalist in die Endrunde ein. Sprich: Er gehört in der Kategorie „Fleischrinderhalter“ zu den letzten drei Bewerbern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Am 16. Oktober wird der Landwirt aus Dorow zu einer Gala-Veranstaltung nach Berlin reisen und erfahren, ob er gewonnen hat.

Gewinner bekommt 10 000 Euro für soziale Projekte

Der Gewinner bekommt nicht nur den begehrten Titel und 10 000 Euro, die in soziale Projekte in der Region fließen sollen, sondern auch professionelle Werbung und Unterstützung in der Fachpresse. In den vergangenen Tagen reisten bereits Profi-Filmer und Fotografen auf seinen Hof und filmten Christian Rohlfing und seine sieben Angestellten bei der Arbeit. Die aufwendig produzierten Filme, sollen Werbung für die Landwirtschaft machen, denn das steckt hinter dem Ceres-Award: Er soll das Ansehen der Landwirte stärken und außergewöhnliche Leistungen honorieren. Benannt ist der Preis nach der römischen Göttin des Ackerbaus namens Ceres. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, ist Schirmherr der großen Preisverleihung.

Frohwüchsige Kälber und vom Aussterben bedrohte Rinder-Arten

Was die Juroren dazu bewegte, Christian Rohlfing als Finalist in die Endrunde ziehen zu lassen, kann er aktuell nur erahnen. „Bewertet wurde, wie wir im Betrieb arbeiten und wie auch die Familie in den Betrieb mit einbezogen wird“, sagt er bescheiden. Fakt ist, dass er einen ökologisch ausgerichteten Grünlandbetrieb führt, in dem er auch vom Aussterben bedrohte Rinder züchtet und das hochwertige Bio-Fleisch verkauft. Seine Tiere weiden auf von Mai bis November auf den Salzwiesen des Trebel- und Recknitztales. Die Kälbchen bleiben acht Monate bei ihren Müttern, in Zeiten von Leistungsgesellschaft und Massentierhaltung eine große Besonderheit. Christian nennt das im Landwirtschafts-Deutsch: „Unsere Kälbchen sind frohwüchsige Kälber.“ Im Winter leben sie in großen luftigen Ställen neben den Weiden. „Wir ersparen unseren Tieren möglichst jeden Stress. Und jede Fahrt im Transporter bedeutet großen Stress.“ Und genau darum möchte Christian Rohlfing auch einen Schlachthof in Bad Sülze bauen. Aktuell hat er sich um Fördermittel aus dem Leader-Projekt beworben. Im August wird entschieden, ob er den Nutztieren der Region künftig den Weg bis nach Teterow ersparen kann.

Christian Rohlfing und seine Rinder leben in Nordvorpommern

Ausschließlich Futter aus Gras, Klee und Kräutern

Auf den Salzwiesen leben die vom Aussterben bedrohten Pustertaler Sprinzen und das Fränkische Gelbvieh. In Zahlen sieht das so aus: 308 Mutterkühe, 60 Mastfersen, 60 Zuchtfersen, 16 Zuchtbullen und jährlich etwa 280 Kälber auf 1100 Hektar Grünland. 750 Hektar Ackerland bewirtschaftet die Familie Rohlfing noch zusätzlich. Die Rinder fressen ausschließlich Gras, Kräuter und Klee, das auf den hofeigenen Wiesen wächst. „Mais- und Getreidezulagen bekommen sie bei uns nicht. In vielen anderen Mastbetrieben ist das leider üblich.“ In Christian Rohlfings Betrieb ist vieles anders als üblich. Und genau das macht ihn nun auch zum Finalisten. Sollte er die 10 000 Euro gewinnen, möchte er Projekte an Kitas und Grundschulen in Greifswald finanzieren. „Nach dem Motto: Woher kommt unser täglich Brot“, erklärt der Vater dreier Kinder. Auch Aktionen, die sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einsetzen, wie beispielsweise die Tafel, möchte ich unterstützen.“

Carolin Riemer

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