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Grimmen Baustart für Schießhalle frühestens 2019
Vorpommern Grimmen Baustart für Schießhalle frühestens 2019
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00:00 06.02.2017
Kapitän zur See Michael Möding ist seit 2014 Kommandeur der Marinetechnikschule in Parow. Quelle: Foto: Christian Rödel
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Parow

Die neue Schießhalle für die Marinetechnikschule (MTS) in Parow wird voraussichtlich nicht vor 2019 gebaut. Davon geht MTS-Kommandeur Michael Möding aus. „Die dafür notwendigen Planungen brauchen ihre Zeit“, sagte der Kapitän zur See gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG.

Mitte vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die Bundeswehr elf Millionen Euro in einen Hallenschießplatz in Parow investieren will. Zuvor war immer davon ausgegangen worden, den bestehenden Schießplatz nördlich der MTS durch einen neuen und größeren zu ersetzen. In diesem Jahr sollte der Bau beginnen.

Gegen das Vorhaben hatte es heftige Proteste in der Gemeinde gegeben. Möding: „Die führten aber nicht dazu, dass jetzt eine Halle gebaut wird, aus der kein Lärm nach außen dringt.“ Vielmehr gebe es bei der Bundeswehr den Grundsatz, bei Neubauplänen einer Schießhalle Priorität einzuräumen. In Parow werde somit eine von sechs Schießhallen deutschlandweit gebaut – und zwar auf dem Gelände der Schule.

Die Halle soll nicht länger als 70 Meter sein. Simuliert werden können unterschiedliche Sichtverhältnisse wie Nebel und Dunkelheit. Geschossen wird mit Sturmgewehr und Pistole mit scharfer Munition.

Nicht erlaubt sind Maschinengewehre. Unterschiedliche Entfernungen werden durch die unterschiedliche Größe der Ziele simuliert, die auf eine spezielle Leinwand projiziert werden.

Möding verweist aber auch darauf, das der aktuelle Schießplatz erhalten bleibt und saniert werden muss. Allerdings werde er, wenn die Schießhalle fertig ist, nicht mehr so häufig genutzt. „Es wird also deutlich ruhiger.“ Schon im vergangenen Jahr sei dort weniger geschossen worden als früher.

Wenn Möding über 2016 spricht, dann über ein „aufregendes Jahr“. Eine große Herausforderung sei die Umsetzung der neuen Arbeitszeitverordnung für Soldaten gewesen, die unter anderem die Anhäufung von Überstunden verhindern soll. Das sei in den meisten Bereichen der Schule mit einem Stammpersonal von 500 Uniformierten und 100 Zivilisten auch gelungen. Probleme mit der Arbeitszeit gebe es aber noch in der Rekrutenausbildung.

Im vergangenen Jahr erlernten an der MTS 1100 junge Frauen und Männer das Grundhandwerk des Soldaten. Das sind 140 weniger als 2015. Der Rückgang ist laut Möding aber nicht nur auf den Mangel an militärischem Nachwuchs zurückzuführen, sondern auch auf eine seit einem Jahr veränderte Grundausbildung. Die dauert für jene Rekruten, die sich für weniger als 15 Monate Wehrdienst verpflichtet haben, nur noch drei Monate, für alle anderen ein halbes Jahr.

Eigentlich sollen jedes Jahr 1400 Rekruten ihre Grundausbildung an der MTS absolvieren. Der Kommandeur hofft, dass die Zahl 2017 zumindest annähernd erreicht wird. „Derzeit haben wir bereits 330 Frauen und Männer bei uns“, sagt er. „Das ist für ein erstes Quartal gut.“

Auf den Erfolg der Reality-Soap „Die Rekruten“, die im Herbst mit über 50 Folgen auf Youtube lief und in Parow gedreht wurde, will er das aber nicht allein zurückführen. Möding ist zwar überzeugt davon, dass die Serie ihr Ziel erreicht hat, in Rekruten-Zahlen wird sich das aber seiner Meinung nach frühestens einem Jahr widerspiegeln. „Sicher ist, dass es für einzelne Folgen über eine Million Zugriffe im Internet gab“, betont er. „Außerdem ist mit der Serie die Zahl jener, die sich auf der Internetplattform bundeswehrkarriere.de über das Soldatsein informiert haben, sprunghaft angestiegen.“ Und das sei auch das Ziel gewesen. Denn seit dem Wegfall der Wehrpflicht in Deutschland müsse sich niemand mehr mit dem Wehrdienst auseinandersetzen.

Hauptaufgabe der MTS ist es jedoch, Spezialisten für die Deutsche Marine auszubilden. Im vergangenen Jahr besuchten weit über 4500 Soldaten die entsprechenden Lehrgänge in der Einrichtung. Besonders groß ist der Bedarf bei der Marine derzeit bei Elektrotechnikern, Elektronikern und IT-Experten. Um entsprechendes Personal zu gewinnen, werde verstärkt auch in Süddeutschland geworben, erklärt der Kapitän. Grundsätzlich gebe es bei der Marine in Deutschland aber keine großen personellen Probleme.

Höhepunkt wird für die Marinetechnikschule in diesem Jahr der Tag der Bundeswehr sein. Der wird am 10. Juni 2017 auf der Stralsunder Hafeninsel begangen. Die Besucher sollen dort unter anderem einen Rettungshubschrauber in Aktion erleben, ein Minensuchboot und eventuell auch einen Panzer vom Typ Leopard 2 bestaunen können.

Dafür fällt der traditionelle Tag der offenen Tür an der MTS in Parow weg. Die sonst in diesem Zusammenhang stattfindende Vereidigung findet am 24. August im Barther Hafen statt. Bereits im Juli ist die MTS Ausgangspunkt von Rad-Sternfahrten der Hansetour Sonnenschein zugunsten schwerkranker Kinder.

Am 30. November feiert die MTS 25-jähriges Bestehen. 1992 war der Grundstein für die inzwischen größte Bildungseinrichtung der Deutschen Marine gelegt worden. Geplant sind aus diesem Anlass ein Festakt im Löwenschen Saal des Stralsunder Rathauses und eine Vereidigung auf dem Alten Markt.

Modernste Schule der Deutschen Marine

Die Marinetechnikschule (MTS) in Parow ist die modernste Schule der Marine. Sie bildet alle Marinetechniker vom Mannschaftsdienstgrad bis zum Offizier aus.

Der Schwerpunkt liegt in der Vermittlung technischer Kenntnisse und praktischer Fertigkeiten. Insbesondere die für den Einsatz wichtigen Fähigkeiten werden Soldaten an originalgetreuen Geräten und Waffensystemen nähergebracht. Auch zivil anerkannte Aus- und Weiterbildungen zählen zum Angebot der MTS.

Das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine in Neustadt/Holstein gehört ebenfalls zu der MTS.

Ihre Wurzeln hat die Marinetechnikschule in insgesamt acht Schulen und eigenständigen Lehrgruppen der Deutschen Marine, die mit ihren technischen Komponenten und mit dem Personal seit 1996 in den Stamm der MTS zusammengelaufen sind.

Der Grundstein für den Bau der MTS wurde am 30. November 1992 gelegt. Am 28. März 1996 wurde die Schule offiziell vom damaligen Verteidigungsminister Volker Rühe eröffnet.

Parow war aber schon viel länger Militärstandort. Von 1936 bis Kriegsende befand sich dort ein Seefliegerhorst. Von 1950 bis zur Wiedervereinigung wurden dort in der Flottenschule „Walter Steffens“ Mannschaften und Unteroffiziere ausgebildet.

Die Hochschulreifeausbildung von Offiziersschülern der Volksmarine erfolgte ebenfalls an der Flottenschule. Diese studierten im Anschluss in der Regel an der Offiziershochschule der Volksmarine „Karl Liebknecht“ auf der Schwedenschanze in Stralsund . Heute befindet sich dort unter anderem die Fachhochschule.

Jens-Peter Woldt

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