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Grimmen Bester Rinderhalter Deutschlands kommt aus Dorow in MV
Vorpommern Grimmen Bester Rinderhalter Deutschlands kommt aus Dorow in MV
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17:00 17.10.2019
Christian Rohlfing und Kuh Greta. Sie gehört zur Rasse der Pustertaler Sprinzen und ist vom Aussterben bedroht. Auf dem „Gut Bad Sülze“ wird sie gezüchtet. Quelle: Carolin Riemer
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Dorow

Deutschlands bester Rinderhalter kommt aus Dorow. Das hat Landwirt Christian Rohlfing seit Mittwochabend schriftlich. An diesem Abend wurde ihm nämlich während der Galaveranstaltung des Ceres-Awards die Auszeichnung in einem ehemaligen Kino im Berliner Stadtteil Friedrichshain verliehen. Insgesamt 240 Betriebe bewarben sich in elf Kategorien um insgesamt elf Titel. Christian Rohlfing gewann nicht nur in der Kategorie der besten Rinderhalter, er hatte auch große Chancen auf den Titel „Landwirt des Jahres“. Der wurde jedoch am Ende an eine Landwirtin aus Baden-Württemberg vergeben. Es ist das erste Mal, dass sich eine Frau diesen Award sichern konnte.

Bei dem Landwirt aus Dorow überwiegt auch einen Tag nach der Gala die Freude über die Auszeichnung. Eine lange und aufregende Nacht liegt hinter dem 42-Jährigen. Bis um 4 Uhr in der Früh habe er zusammen mit Kollegen, seiner Frau Simone und seinen Mitarbeitern Stefan Falk und Danilo Holz gefeiert. Geweckt wurde er dann um 8 Uhr, als er sein erstes Interview für einen Radiosender geben musste.

Auch die Persönlichkeit spielte große Rolle

Doch was brachte dem Landwirt nun den Award ein, und wie konnte er sich gegen Mitstreiter aus ganz Deutschland durchsetzen? Mit Christian Rohlfing in der Kategorie Fleischrinderhalter nominiert waren Philipp Duelli aus dem baden-württembergischen Wilhelmsdorf-Pfrungen und Franz Straßer aus Mühldorf am Inn in Bayern. Die Juroren des Ceres-Awards prüften nicht nur die Betriebskonzepte genau, sondern legten auch großen Wert auf die Persönlichkeit und Ausstrahlung des Bewerbers. Der Award verfolgt nämlich auch das Ziel, das Image derlandwirtschaftlichen Berufeaufzupolieren.

Christian Rohlfing punktete aber nicht nur mit seiner sympathischen Art, mit seinen Mitarbeitern umzugehen und ihnen Freiräume zu verschaffen. „Es wurde auch gewürdigt, dass ich vom Aussterben bedrohte Rinderrassen auf meinem Hof züchte und diese ein sehr gutes Leben bei mir führen.“ Die Juroren machten sich im Vorfeld ein genaues Bild von Rohlfings Hof, seiner Arbeitsweise und Vermarktung und staunten über seinen Mut. Vor vier Jahren übernahm Rohlfing einen recht maroden Hof in Bad Sülze. Und das in einer Zeit, in der die Landwirte es nicht leicht haben.

Christian Rohlfing und seine Mitarbeiter Stefan Falk und Danilo Holz bei der Preisverleihung des Ceres-Awards in Berlin. Quelle: Simone Rohlfing

Juroren lobten seinen Mut und sein Konzept

„Mit Mut und Disziplin hat er sich in einer neuen Region einen eigenen Familienbetrieb aufgebaut und diesen mit viel Schwung und Erfolg weiterentwickelt. Die Rinderhaltung fügt sich als wichtiger Baustein perfekt in Ihr Betriebskonzept. Doch für den Gewinner in der Kategorie Fleischrinderhalter ist sie mehr als ein Betriebszweig – sie ist seine Leidenschaft. In hohem Maße übernimmt der passionierte Rinderzüchter Verantwortung für seine Mitarbeiter, seine Tiere und die Umwelt. Damit bringt er Ökonomie und Ökologie perfekt zusammen“, so die Juroren über Christian Rohlfing.

Als die Jury seinen Hof in Dorow besuchte, erlebte sie einerseits eine Art Zeitreise und andererseits eine Firmengeschichte wie aus dem Lehrbuch: Hinter dem alten Backsteinhaus erstrecken sich Wiesen bis fast zum Horizont. Einige Mutterkühe grasen mit ihren Kälbern in der Ferne. Christian Rohlfing hat aus seinem Garten direkten Ausblick auf seine Tiere. Das ist ihm wichtig. Nach dem Studium baute er sich seinen eigenen Betrieb auf. Damals startete er mit Ackerbau und einer Herde von 25 Mutterkühen. Heute bewirtschaftet er rund 1200 Hektar Acker, 1000 Hektar Grünland und hält über 300 Mutterkühe. Der Grünlandbetrieb und die Rinderherden sind nach ökologischen Standards zertifiziert.

Seine Herden sind bunt

Auf eine Rinderrasse hat sich Rohlfing aber nicht beschränkt. Seine Herden sind bunt. In Reinzucht hält und züchtet er Pustertaler Sprinzen, Gelbvieh und Uckermärker. Viele seiner Tiere sind im Herdbuch aufgenommen, und er präsentiert sie auf Zuchtschauen. Ebenso vielfältig wie seine Rassen sind auch die Vermarktungswege seiner Rinder. Aus den Reinzuchtherden verkauft er Jungtiere für die Zucht. Absetzer gehen an Mäster. Das Fleisch der Uckermärker nimmt ihm eine große Burger-Kette ab. Mit dem Angebot von Frischfleisch an Restaurants und kleinere, regionale Lebensmittelhändler, schaffte Rohlfing auch den Einstieg in die Direktvermarktung.

1000 Euro Preisgeld und ein stolzes Gefühl bringt er nun mit nach Dorow. Von dem Geld möchte er mit seinen Mitarbeitern „richtig gut Essen gehen“. Denn ohne sie sei der Erfolg niemals möglich gewesen.

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