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Grimmen Besuchshunde bringen Freude ins Grimmener Heim
Vorpommern Grimmen Besuchshunde bringen Freude ins Grimmener Heim
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17:22 20.11.2019
Maximilian lebt im „Haus an der Trebel“ und schloss schnell Freundschaft mit den Besuchshunden. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

Alexander (10) und Maximilian (6) leben zusammen mit anderen schwerst mehrfach behinderten Menschen im „Haus an der Trebel“ in Grimmen. Ihr Tag verläuft routiniert, aber heute ist alles anders: Besuch kündigte sich an und die beiden Jungen sind aufgeregt.

Als Bodo Pfeffer und seine beiden schwarzen Labrador-Hündinnen Hanna und Lilly das Heim des Pommerschen Diakonie-Vereins betreten, verharren die beiden erst einmal still auf ihren Plätzen im Gemeinschaftsraum. Ihre Augen weiten sich. „Hey Männer“, grüßt Bodo Pfeffer, streicht Maximilian über den Kopf und das Eis ist gebrochen.

Andy (44) freut sich riesig über den tierischen Besuch und zeigt auch keine Angst. Quelle: Carolin Riemer

Der Sechsjährige lacht, nimmt dem Hundeführer die Leine aus der Hand und führt seinen kleinen Zeigefinger an den Mund: „Psst“, sagt er leise und füttert Hanna einen Hundekeks. Der Junge quiekt vergnügt, als die Hündin seine Hand abschleckt und Max, wie er liebevoll von Pflegefachkraft Regina Horn genannt wird, lässt sich auf den Boden gleiten und krault Hannas Hals.

Hündin Hanna spendet seit zehn Jahren Freude

Seit fast zehn Jahren besucht Bodo Pfeffer das „Haus an der Trebel“ zwei Mal im Monat. Genauso oft besucht er ein Altenheim in Stralsund. Der Hundeflüsterer aus Elmenhorst ist glücklich, dass er den schwer kranken Bewohnern damit eine Freude bereiten kann.

„Sie freuen sich tatsächlich ein Loch in ihren Bauch“, erzählt er lächelnd. In all den Jahren begleitet seine treue Seele, die Hündin Hanna, ihr Herrchen. Gutmütig und ruhig trabt sie über die Gänge des Hauses. Sie kennt den Weg in die einzelnen Wohnbereiche. Hanna lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Für die fünf Monate alte Lilly sind die Besuche allerdings neu.

Besuche bringen Abwechslung

Etwa eine Viertelstunde halten sich Bodo Pfeffer und die Hunde in den einzelnen Wohnbereichen auf. Sonst wird es zuviel für Hund und Mensch. Im nächsten Wohnbereich warten zwölf Bewohner im Alter zwischen 13 und 44 Jahren auf ihre Besucher. Die meisten von ihnen sitzen oder liegen in Rollstühlen.

Es wird laut im Raum. Die Freude ist groß. Lilly und Hanna gehen vorsichtig schwanzwedelnd auf ihre Gastgeber zu. Lecken an der einen und schnüffeln an der nächsten Hand. Wer sich traut, darf einen Hundekeks füttern und das schwarze Fell streicheln.

Bodo Pfeffer mit seiner Hündin Hanna und Bewohnerin Sina. Quelle: Carolin Riemer

„Die Besuche bringen totale Abwechslung in das Leben unserer Bewohner“, weiß Alltagsbegleiterin Mandy Pach. Auf jeden wirken die Hunde anders. Während Andy sich entspannt auf den Boden hockt und Hanna streichelt, ist es für Andreas eine Herausforderung. „Schau“, sagt Mandy Pach: „Heute traut unser Andreas sich, Hanna zu streicheln.“ Ein großer Fortschritt, über den sich Andreas riesig freut. Er lacht laut.

Lilly lernt von ihrem Vorbild

Lilly lernt derweil von ihrer erfahrenen Hundefreundin Hanna, dass laute Geräusche und unbeholfene Bewegungen fremder Menschen keine Bedrohung darstellen. Hanna legte schon vor Jahren mit ihrem Herrchen die Besuchshund-Prüfung beim Malteser-Hilfsdienst in Stralsund ab. Die sowieso schon freundliche Hündin wurde damals speziell geschult und lernte, dass sie auch in stressigen Situationen gelassen bleiben kann.

Die kleine Lilly befindet sich aktuell in der Ausbildung. „Ein großer Vorteil ist, dass die beiden so unglaublich verfressen sind“, petzt ihr Herrchen lachend. Und so futtern sie die Kekse aus den Händen, lassen sich auch mal am Ohr ziehen und sorgen für Freude.

Aber nicht nur die Hunde sind geliebte Gäste im „Haus an der Trebel“. Auch Bodo Pfeffer wird von vielen Besuchern liebevoll begrüßt. Nach fast zehn Jahren der regelmäßigen Besuche hat sich bei einigen Besuchern eben eine enge Bindung aufgebaut.  

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Von Carolin Riemer

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