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Grimmen Bio-Landpartie: Über Ziegenhof Sievertshagen gibt’s nichts zu meckern
Vorpommern Grimmen

Bio-Landpartie: Über Ziegenhof Sievertshagen gibt’s nichts zu meckern

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14:02 10.09.2021
21 Ziegen und eine reichhaltige Verkostung warten auf dem Ziegenhof in Sievertshagen am 11. September auf die Besucher.
21 Ziegen und eine reichhaltige Verkostung warten auf dem Ziegenhof in Sievertshagen am 11. September auf die Besucher. Quelle: Christin Assmann
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Sievertshagen

Den Ziegenhof von Markus Stühle sollten Besucher am Sonnabend, den 11. September, nicht pappsatt ansteuern. Eine umfassende Verkostung von allem, was die Ziegen hergeben, wartet auf die interessierten Hofgäste. Nach der Führung an den Ställen und Weiden entlang ist aber vielleicht wieder mehr Platz für einen kleinen Snack. Denn sieben verschiedene Frischkäsesorten mit unterschiedlichen Kräutern, Schnittkäse und der Klassiker Feta werden auf der Käseplatte angeboten.

Hier ist gar nicht alles Käse

Dazu kann auch eine frische Ziegenbratwurst verspeist werden. Und als einziger Ziegenhof in der Umgebung gibt es die Möglichkeit, frische Milch zu probieren. Auch wenn sich über den Geschmack der Milch die Geister streiten, frischer kann man an kein Glas kommen. „Es gibt Ältere, die die Milch noch aus ihrer Kindheit kennen und die gar nicht mehr sehen können. Und andere mit gleichem Bezug, die sich sehr darüber freuen. Meine Kinder und Enkelkinder sind ganz wild darauf“, erklärt Hofbetreiber Markus Stühle. Über das Komplettangebot sollte es kulinarisch nichts zu meckern geben.

Außer von den 21 Ziegen vielleicht, die mit Vorliebe über Stock und Stein springen. „Das ist ihnen sehr wichtig. Im Stall gibt es auch ein paar Etagen zum Klettern“, erzählt Stühle. Ein Streichelzoo ist das Gehege eher weniger. Jede Ziege reagiere anders auf Kontakt und Berührungen. „Die einen sind schnell zutraulich und werden gerne gestreichelt. Die Chefin Amaranth zum Beispiel habe ich vor ein paar Tagen das erste Mal gestreichelt. Davor war sie auf Distanz“, so Stühle weiter. Die Ziege ist eben eigensinnig.

Weidenblätter helfen gegen Dickschädel

Über die bockigen Geißlein weiß der Hofbetreiber allerhand. „Die Erfahrung sammelt man über die Jahre hinweg, aber es taucht trotzdem auch mal ein Problem auf, dass man so noch nicht hatte“, weiß der Hofbetreiber, der schon seit 21 Jahren Ziegen hält. Laub schmeckt ihnen besonders gut und auch das soll in Zukunft vom eigenen Hof kommen. „Wir haben dieses Jahr 70 Birken und 70 Weiden angepflanzt, die mehrere begünstigende Faktoren bringen werden“, erklärt Stühle. Denn bei der Agroforst, einem Landnutzungssystem, werden auf einer Fläche Bäume und Ackerkulturen, Wiesen oder Weiden so miteinander kombiniert, dass es für Landwirtschaft, Natur und Klima gleichermaßen vorteilhaft ist.

„Am besten ist es, wenn das Futter auch vom Hof kommt. In den Weiden beispielsweise steckt im Prinzip Aspirin. Das können die Ziegen fressen, wenn sie Kopfschmerzen haben“, sagt der Sievertshagener lachend. Und bekanntlich kommen sich die Geißen ja häufiger in die Hörner.

Diese Bio-Höfe sind mit von der Partie

Auf dem Alter Pfarrhof, Schulstraße 12 in Elmenhorst, erwartet die Hofgäste Hofführungen, Kremserfahrten auf den Acker und zu den Rindern, ein geöffnetes Cafe mit hofeigenem Kuchen und der geöffnete Hofladen mit Möglichkeit zum Einkauf hofeigener Produkte, wie Brot Milchprodukte, Wurstwaren (Bratwurst und eine veget. Variante) und je nach Wetterlage eine Strohhüpfburg.

Der Biohof Kampe, Mühlenweg 6 in Süderholz, bietet Führungen durch die Gemüsekulturen und die Gewächshäuser, Gemüse-Verkauf und Kürbissuppe an.

Harmonische Balance für Tiere und Pflanzen

Die besten Milchspender geben vier Liter am Tag. Doch das steht für den Käser nicht im Vordergrund. „Sie sollen ein schönes Leben haben. Klar könnte man auch unter Bio-Auflagen mit mehr Kraftfutter zum Beispiel mehr Milch bekommen. Aber dann würde das Gleichgewicht gestört werden, mehr ärztliche Behandlungen etc. notwendig“, weiß Stühle und ergänzt: „Aber das ist nicht unsere Philosophie“.

Das vermittelt dem Besucher auch der Blick über die Anlagen und das Gehöft – trotz sichtbarer Ordnung sind Bäume, Teich und Garten naturbelassen. „Mir ist der gesunde Hoforganismus wichtig. Milch, Käse und Fleisch gehören dazu, aber aus kommerziellen Gründen mache ich das hier nicht“, betont Stühle.

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Und um Interessenten seinen Hoforganismus näher zu bringen, freut sich der Betreiber auf die Bio-Landpartie. „Es ist schön, wenn die Öffentlichkeit das Leben hier kennenlernt. Wir haben gerne Menschen auf dem Hof und für Besucher kann es interessant sein, das Gesamtprojekt kennenzulernen“, so Stühle weiter. Die richtige Adresse dafür ist Sievertshagen 40, 18510 Papenhagen, von 10 bis 17 Uhr.

Von Christin Assmann