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Grimmen Mehr als 1000 Besucher genossen den Tag zwischen Stroh und Kälbchen
Vorpommern Grimmen Mehr als 1000 Besucher genossen den Tag zwischen Stroh und Kälbchen
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22:41 21.09.2019
Elli und das Kälbchen: Die Einjährige war am Sonnabend mit ihren Eltern auf Erkundungstour in Elmenhorst. Quelle: Carolin Riemer
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Elmenhorst/ Grimmen

Elli Neubecker streichelt auf dem Alten Pfarrhof in Elmenhorst zum ersten Mal in ihrem jungen Leben eine Schweine-Schnute. Als das Mädchen aus Stralsund dann auch noch die beiden Kälbchen entdeckt, jauchzt sie vor Glück. Die Eltern Mike (32) und Anne (31) stehen lächelnd im Stall und beobachten ihr Töchterchen. So eine Bio-Landpartie macht eben glücklich. Vor allem, wenn der Himmel blau ist, der Kuchen noch verführerischer duftet als das frische Stroh und Mensch und Tier im Reinen miteinander sind.

Landesweit 62 teilnehmende Biohöfe

Landesweit öffnen 62 Biobetriebe am Sonnabend zur zwölften Bio-Landpartie ihren Hof, ihre Ställe, Werkstätten und Manufakturen. Tausende Besucher sind an diesem Tag auf den Beinen. John Steinfurth (34) hat seine Tochter Magdalene (fast 2) in eine kleine Schubkarre gesetzt und rennt mit ihr über den Demeter-Bauernhof von Claudia Resthöft. Aishah Nash (34), Magdalenes Mama, erzählt derweil, dass sie aus England stammt, ihren John in Australien kennenlernte und sie mittlerweile zusammen in Stralsund leben. „Nur zum Kinder in der Schubkarre fahren, kommen wir ab und zu mal nach Elmenhorst“, ruft John Steinfurth lachend. Ursprünglich stammt er aus Krummenhagen.

Ein Tag für Leckermäulchen

Claudia Resthöft lädt ihre Gäste zu Hofführungen und der Käseschule ein. Es gibt frische Kartoffeln und Kürbisse zu kaufen, Rinder-Bratwurst zu essen und im hofeigenen Café haben sich die Leckermäulchen versammelt. Bäckerin Christina Bexten (24) bereitete zwölf verschiedene Kuchen und Zimtschnecken für die Gäste vor. Die Quarktorte sei besonders cremig, da der Quark eigenhändig verschöpft und der Fettanteil hoch sei. Aber auch der Schokoladen-Birnen-Kuchen kommt sehr gut an. Cheik Dieme (32) versorgt die Besucher derweil akustisch mit afrikanischen Trommelklängen. Claudia Resthöft, die perfekte Gastgeberin, sitzt zwischen ihren Besuchern und erzählt: „Über den ganzen Tag verteilt, sind es wohl zwischen 300 und 400 Menschen, die unseren Hof besuchen.“ Sie ist zufrieden und schon seit vielen Jahren ein Teil der Bio-Landpartie.

SOS-Dorfgemeinschaft feiert 20. Jubiläum

Großes Gewimmel herrscht auch in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden. Am Eingang begrüßen Lotharius Münster-Morell und seine Frau Antje die Besucher mit einem Drehorgel-Konzert. 30 000 Euro sei das historische Instrument wert, das einst in Göttingen gebaut wurde. Etwa 400 Lieder haben sie im Repertoire. Im Kuhstall, neben Kälbchen, Kühen und einem imposanten aber entspannten Bullen, haben die Mitarbeiter eine Fotoausstellung aufgebaut. 20 Jahre Dorfgemeinschaft sind hier in Bildern zusammen getragen und geben den Besuchern einen Einblick in die umfangreiche Arbeit, die hier liebevoll geleistet wird.

Eine Konzertbühne aus Stroh

Auf der Bühne wechseln sich die Künstler zwischen 10 und 16.30 Uhr ohne Pause ab. Die „Rapp Girls“, der „Hohenwieder Chor“, die Band „Die wilden Wölfe“ und die „Prohner Hafengänger“ sind beispielsweise dabei. Gerade machen die Musiker der Band „Pass Over Blues“ ihren Soundcheck. Passend zur Bio-Landpartie besteht die Bühne aus einem großen Kunstwerk aus Stroh. Die Besucher stöbern an den Kunsthandwerkständen, genießen ein Mittagessen in der Sonne und hoffen auf das große Los bei der Tombola. Eine handgefertigte Holztruhe aus der Holzwerkstatt ist der Hauptpreis.

Impressionen aus Elmenhorst und Hohenwieden

Der Gott der Türen und Tore

Benno Christoph arbeitet ehrenamtlich in der Holzwerkstatt und gibt vor Publikum einem großen Lindenstamm ein Gesicht. „Das wird der Januskopf, der Gott der Türen und Tore“, sagt der 64-Jährige. Damit er auch zweckmäßig ist, wird er später ein Pflanzgefäß auf dem Kopfe tragen und eine Vogeltränke halten. In der Dorfgemeinschaft ist alles durchdacht. Mehr als eintausend Besucher nutzen den Tag, um sich selbst davon zu überzeugen. Sie reiten auf Ponys, spielen im Stroh –oder genießen einfach die Sonne. So eine Bio-Landpartie tut eben der Seele gut.

Von Carolin Riemer

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