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Grimmen Claudia Müller sieht Höhenflug der Grünen noch mit Skepsis
Vorpommern Grimmen Claudia Müller sieht Höhenflug der Grünen noch mit Skepsis
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13:46 23.11.2018
Die Bundestagsabgeordnete Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen) im Gespräch mit Besuchern aus ihrem Wahlkreis. Quelle: Reinhard Amler
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Berlin

Sie habe sich gut eingelebt, sagt Claudia Müller und meint damit ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete in Berlin. Seit September 2017 ist die 37-Jährige Stralsunderin Mitglied im deutschen Parlament. Sie sitzt hier für Bündnis 90/Die Grünen.

Vergangene Woche empfing sie – bereits zum vierten Mal – eine Besuchergruppe aus ihrem Wahlkreis 15 im Reichstagsgebäude. „Denn auch Wahlkreisarbeit gehört zu meinem Job“. Er sei sehr zeitaufwendig, erklärt sie. Um 8 Uhr starte sie in den Tag. Vor 22 Uhr sei sie meist nie in ihrer Berliner Wohnung. Schließlich gehöre sie auch einer kleinen Fraktion an, in der sich die Arbeit nun mal auf wenige Personen verteile.

Vielfältige Aufgaben

Allein wenn man die Themen liest, die sie bearbeitet, kommt man schnell darauf, dass dies nicht nebenbei zu schaffen sein kann: Zu Claudia Müllers Bereichen gehören Mittelstandspolitik, maritime Wirtschaft, Ostdeutschland und die Europapolitik mit den Schwerpunkten Nordeuropa und Baltikum. Da komme einiges an Gremien und Sitzungen zusammen, erklärt die junge Frau. Und dann sei sie ja auch noch viel unterwegs in Deutschland . Auch im Wahlkreis . Ganz Mecklenburg-Vorpommern umfasse der, da sie ja die einzige Abgeordnete ihrer Partei im Land ist. Aber Claudia Müller, die auch Mutter zweier Kinder ist, stöhnt nicht.

Im Gegenteil. Sie gehört zu den Frauen, die offenbar anpacken können und auch gern arbeiten. Sie hat auch auf alle Fragen, die ihr die knapp 50 Besucher aus Stralsund, Richtenberg, Velgast und Barth im Reichstagsgebäude stellen, immer eine Antwort. Immer ist sie sachlich fundiert. Man sieht, dass sie thematisch im Stoff steht.

Pfeile Richtung Landesregierung

Egal, ob es um die Darß-Bahn geht, für die sie sich weiter einsetzen will, oder um die auch aus ihrer Sicht unzureichenden Bahnverbindungen in MV, Claudia Müller redet Klartext. Und sie schießt dabei auch schon mal einen Pfeil Richtung Landesregierung ab, weil auch sie es nicht versteht, dass es trotz überwiesenen Geldes vom Bund nicht genügend Zugverbindungen gibt. Dabei meint sie vor allem die Verbindungen von Ost nach West. Vertikal Richtung Berlin mag es ja noch gehen, sagt die Bundestagsabgeordnete. Aber es könne nicht sein, dass man zum Beispiel von Greifswald oder Usedom eine Tagesreise unternehmen müsse, um nach Schwerin oder Hamburg zu kommen.

Ebenso spricht sie sich für eine solidarischere Berechnung der Stromgebühren aus. Denn die Bürger unseres Landes würden dafür bestraft, dass es hier für viel Geld ausgebaute Stromnetze gibt, die in anderen Landesteilen fehlen. Deshalb könne der bei uns erzeugte Strom aus Windenergie oft auch nicht weiter transportiert werden.

Und was sagt Claudia Müller nun zum aktuellen Höhenflug der Grünen? Sie dämpft erst einmal alle Euphorie. „Warten wir es ab“, rät sie. Sie plädiert „schön auf dem Teppich zu bleiben“. Für die Betriebswirtschaftlerin, die von 2002 bis 2007 in an der Stralsunder Fachhochschule studiert hat, wäre es schon ein großer Erfolg, wenn ihre Partei wieder in den Schweriner Landtag einziehen könnte. „Beim letzten Mal fehlten uns 1486 Stimmen“, erklärt sie.

Die meisten Frauen im Bundestag

Claudia Müller, die für B 90/Grüne auch Ostbeauftragte im Bundestag ist, glaubt nicht, dass die SPD aus der Großen Koalition aussteigen wird oder dass es demnächst Neuwahlen gibt. „Das würde nichts einfacher machen“, ist sie überzeugt. Die Stralsunderin hofft darauf, dass die jetzige Regierung bis 2021 hält. Als Grünen-Politikerin will sie unbedingt nach vorn gucken. Das fehle ihr momentan oft, sagt sie. Dabei sei es wichtig, zu erklären, wie es in Deutschland in 20 oder 30 Jahren aussehen könnte, erklärt die junge Abgeordnete. Geradezu stolz erzählt sie auch, dass der Wahlkreis 15, der Stralsund, Nordvorpommern, Greifswald und Rügen umfasst, jener sei, der deutschlandweit die meisten Frauen als Bundestagsabgeordnete zählt. Zu Kerstin Kassner von den Linken, Sonja Steffen von der SPD und auch zu Angela Merkel von der CDU habe sie ein gutes Verhältnis. Überhaupt sagt sie, sei das Klima unter den Abgeordneten in Berlin besser, als es manchmal so rüberkommt. Im Moment bewege sich ja viel, erklärt sie mit Blick auf die Wahl des CDU-Parteivorsitzes. Claudia Müller hält Annegret Kramp-Karrenbauer für die beste Wahl, wenngleich sie auch Friedrich Merz für einen klugen Kopf hält. „Spahn ist aber raus“, ist sie überzeugt.

Bürgerfahrten zu Abgeordneten des Bundestages gibt es in der Regel drei pro Jahr. Claudia Müller bekam 2018 eine zusätzliche vierte per Los zugesprochen. Die Fahrten organisiert immer das Bundespresseamt. Sie umfassen neben zwei Übernachtungen plus Vollverpflegung auch einen Besuch plus eine Gesprächsrunde im Bundestag sowie Termine in Ministerien und Einrichtungen und eine Stadtrundfahrt.

Reinhard Amler

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