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Grimmen CAP-Markt in Grimmen eröffnet im Januar
Vorpommern Grimmen CAP-Markt in Grimmen eröffnet im Januar
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14:32 27.11.2019
Mitarbeiter der Firma Elektroinstallation Grimmen, hier Torsten Konerow, erledigen gerade die Elektroarbeiten. Quelle: Anja Krüger
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Grimmen

Staub und Lärm im einstigen Edeka-Markt im Grimmener Stadtteil Südwest. Trockenbauer, Sanitärinstallateure, Elektriker und Maler geben sich seit Wochen die Klinke in die Hand, beziehungsweise arbeiten nebeneinander her.

Für Anfang Dezember war dort die Eröffnung eines Lebensmittelmarktes geplant. Diesen wird es dort auch geben. Allerdings erst einige Wochen später – ab etwa Mitte Januar 2020, wie Klaus Schmidt mitteilt.

Gesellschaft aus Malchin schafft 14 Arbeitsplätze – sieben davon für Behinderte

Er ist Geschäftsführer der Anima, einer gemeinnützigen Gesellschaft zum Betrieb sozialer Einrichtungen und Dienste aus Malchin, die den künftigen Markt betreiben wird. Einen CAP-Markt, in dem Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten. Im Grimmener CAP-Markt sollen 14 Arbeitsplätze geschaffen werden – davon sieben für Menschen mit Behinderung, berichtet Klaus Schmidt.

Das Team stehe so gut wie fest. „Bei uns werden Betreute der Peenewerkstätten und dem Greifswalder Berufsbildungswerk arbeiten, aber auch eine Frau, die sich von sich aus beworben hat“, berichtet er. Des Weiteren würden zum Teil ehemalige Edeka-Mitarbeiter wiedereingestellt. „Und drei künftige Angestellte haben wir aus der Arbeitslosigkeit geholt“, fügt er hinzu.

850 000 Euro schweres Projekt

Klaus Schmidt ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der Anima-Gesellschaft aus Malchin, die in Grimmen Südwest im ehemaligen Edeka-Markt einen CAP-Markt eröffnen wird. Quelle: Almut Jaekel

Ein Projekt, dessen Umsetzung der Anima insgesamt rund 850 000 Euro – inklusive erster Warenausstattung – kostet. „Schließlich muss alles barrierefrei und behindertengerecht umgebaut und eingerichtet werden“, begründet Schmidt die hohe Investitionssumme. Um so glücklicher ist er, dass er den Vermieter, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH Grimmen (GWG) mit ins Boot holen konnte. „Es war zwar ein langer Prozess, bis wir zusammengefunden haben, umso besser ist jetzt aber die Zusammenarbeit“, sagt der Anima-Geschäftsführer.

Mit 200 000 Euro beteilige sich die GWG an der Umsetzung des Projektes. Für GWG und Anima eine Win-win-Situation. Denn schließlich ist der GWG daran gelegen, den Leerstand an Gewerbeflächen in dem Wohn- und Geschäftshaus zu minimieren und so die Passage wieder mehr zu beleben, wie GWG-Geschäftsführer Gunther Dettmann die Unterstützung begründet.

Die größte Summe hat Anima der Aktion Mensch zu verdanken. Immerhin 300 000 Euro steuert der gemeinnützige Verein bei. „Der zweitgrößte Brocken mit 210 000 Euro kommt vom Lagus (Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern; Anm. d. Red.)“, berichtet Klaus Schmidt.

Und nicht zuletzt konnte Schmidt auch Vorpommerns Staatssekretär Patrick Dahlemann von dem Projekt überzeugen. „Ich bin froh, dass wir die letzte Finanzierungslücke von 40 000 Euro mit Geld aus dem Vorpommern-Fonds schließen konnten“, sagt er. Den unterm Strich noch „fehlenden“ Betrag finanziert Anima über ein Gesellschafterdarlehen.

Schmidt hat also reichliche Klinken geputzt – mächtig die Werbetrommel gerührt. „Ich habe zusätzlich rund 50 regionale Unternehmen angeschrieben, um um Unterstützung zu bitten. Noch ist die Resonanz recht verhalten. Danken möchte ich der Inhaberin der Rosenapotheke, die 500 Euro gespendet hat, und vorab allen, die künftig das Projekt noch unterstützen“, sagt er.

400 Quadratmeter Verkaufsfläche: Von der Frischfleischtheke bis zum Bäcker

Auf knapp 400 Quadratmetern finden die Grimmener im CAP-Markt künftig auch wieder alles, was zuvor der Edeka-Markt im Sortiment hatte. „Auch eine Frischfleisch- und Käsetheke wird es wieder geben und die Bäckerei Sternback wird sich wieder einmieten“, berichtet er.

Er weiß, dass sich vor allem die älteren Einwohner des Stadtteils auf den Markt freuen. „Viele Ältere, aber auch Familien schauen jetzt immer mal rein“, erzählt er vom Alltagsgeschehen auf der Baustelle.

Inklusion und Umweltverträglichkeit zwei wichtige Punkte im Konzept

Und nicht nur Inklusion von behinderten Menschen gehört zum Konzept des Marktes. „Wir legen beim Verpackungsmaterial großen Wert auf Umweltverträglichkeit“, sagt Schmidt. Das bedeutet, „an der Fleisch- und Käsetheke werden die Waren in Papier eingepackt. Auch am Obststand wird es keine Plastiktüten geben“, erklärt er.

Auch wenn Klaus Schmidt, wie die Einwohner des Stadtteils Südwest auch, jetzt erst einmal der Eröffnung des Marktes entgegenfiebert: Die Planung der Anima für den Markt reicht schon über den Tag hinaus. „Perspektivisch ist ein Lieferdienst geplant – selbstverständlich dann mit einem Elektrofahrzeug“, berichtet der Anima-Geschäftsführer.

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Von Anja Krüger

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