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Grimmen CAP-Markt kommt wahrscheinlich doch nach Grimmen-Südwest
Vorpommern Grimmen CAP-Markt kommt wahrscheinlich doch nach Grimmen-Südwest
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09:52 09.07.2019
Klaus Schmidt ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der Anima-Gesllschaft aus Malchin, die in Grimmen Südwest im ehemaligen Edeka-Markt einen sogenannten CAP-Markt eröffnen will. Quelle: Almut Jaekel
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Grimmen

Wenn es nach den Vorstellungen von Klaus Schmidt geht, könnte ein Lebensmittelmarkt in Grimmen Südwest Anfang Dezember wieder öffnen. Schmidt ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der Anima, einer gemeinnützigen Gesellschaft zum Betrieb sozialer Einrichtungen und Dienste mbH aus Malchin, die im ehemaligen Edeka-Markt in der Erich-Weinert-Straße einen CAP-Markt betreiben will.

„Wir haben jetzt den Mietvorvertrag unterschrieben“, sagte er am Montag vor Ort. Eigentümer des Gebäudes, in dem bis März Gudrun Fitzner mehr als sieben Jahre lang den Edeka-Markt betrieb, bevor sie in Rente ging, ist die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Grimmen (GWG). Alleingesellschafterin der GWG ist die Stadt Grimmen.

Seit der Schließung gibt es im gesamten Stadtteil, in dem viele Senioren zu Hause sind, lediglich noch einen Einkaufsmarkt auf dem Weg in die Altstadt, der vor allem für viele Gehbehinderte aufgrund der Entfernungen schwer zu erreichen ist.

Schon im vergangenen Jahr war an gleicher Stelle ein CAP-Markt geplant. Investor wollte die Arbeiterwohlfahrt Staffenhagen sein. Das besondere Konzept dieser Märkte: 50 Prozent der Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderungen. Aber auch bisherige Angestellte sollten dort wieder arbeiten. Doch die Arbeiterwohlfahrt zog sich aus dem Projekt zurück.

„Wir haben davon gehört und finden das Projekt es sehr gut“, sagt Klaus Schmidt. Es passe ins Konzept der Anima. Geplant sei, dass das Mietverhältnis ab 1. Dezember gelten solle. „Aber ab 1. September können wir schon rein und umbauen“, plant er. Dann bezahle die gemeinnützige Gesellschaft lediglich die Betriebskosten.

Investiert werden sollen insgesamt inklusive des ersten Wareneinkaufs 850000 Euro. 560000 Euro allein für die Ladeneinrichtung. Mehrere Umbauten sind erforderlich. Denn schließlich wird im CAP-Markt Inklusion gelebt, wird von den 12 bis 13 Mitarbeitern im Laden die Hälfte behindert sein. Deshalb werden die Räume, die bisher in der ersten Etage fürs Personal gemietet waren, nicht genutzt. „Dafür mieten wir Räume in der Passage“, sagt Schmidt. Beispielsweise den ersten Laden neben dem Eingang zum Supermarkt als Backshop. Eine kleine Sitzecke ist geplant. Weitere Räume dort sollen als Marktleiterbüro, Kundentoilette und als Umkleideräume und Mitarbeitertoiletten dienen. „Alles barrierefrei“, plant der Geschäftsführer.

Eine Marktanalyse hätte gezeigt, dass in diesem Stadtgebiet der Bedarf auf jeden Fall da sein. Schon allein wegen der zahlreichen Senioren. Dass in einem CAP-Markt gleichzeitig Inklusion Realität werden kann, liegt Schmidt besonders am Herzen. Die behinderten Mitarbeiter könnten aus den Peene-Werkstätten, vom SOS-Dorf oder dem Greifswalder Berufsförderwerk kommen.

Post im Getränkemarkt

Ein Engpass in der Versorgung der Einwohner des Grimmener Stadtteils Südwest ist aufgehoben: Postdienstleistungen werden seit dieser Woche in Grimmen Südwest wieder angeboten – im Getränkemarkt.

Eine Woche lang sei sie zuvor von Postangestellten geschult worden, um die Kundenwünsche erfüllen zu können, berichtet Mitarbeiterin Antje Pröber.

Auch Wurstwaren – Konserven in Gläsern von den Anklamer Fleisch- und Wurstwaren – gibt es bereits dort ebenso wie andere Lebensmittel. „Wir müssen doch etwas unternehmen, damit die älteren Einwohner wenigstens ein paar Lebensmittel vor ihrer Haustür einkaufen können“, hatte Marktleiterin Silke Kutz das Angebot begründet.

Der Blumenladen gleich daneben bietet ebenfalls Konserven an, um die Einwohner zu versorgen.

Und woher kommt das Geld? „Ohne Kredit geht es nicht“, sagt Klaus Schmidt. „Wir wollen aber auch noch mal Druck machen, damit wir etwas aus dem Vorpommern-Fond erhalten“, ergänzt er. Vielleicht die etwa 42000 Euro Planungskosten. Auch die Awo hatte mit Finanzen aus diesem Fond gerechnet, die gab es aber nicht. Finanzielle Unterstützung soll es auch von der „Aktion Mensch“ geben, eine weitere Einnahmequelle das sogenannte Crowdfunding sein, bei dem Spenden gesammelt werden. Da viele Menschen, in diesem Fall möglichst viele Grimmener, angesprochen werden, ist es eine Art Schwarmfinanzierung, bei der auch kleine Spenden sehr willkommen sind. „Wir hoffen so auf 8000 bis 25000 Euro“, sagt Schmidt. Mitte August soll die Plattform unter startnex.de freigeschaltet werden.

Zur Ladeneinrichtung gehören behindertengerechte Kassen, die das Wechselgeld automatisch herausgeben. „Die Verkaufsfläche wird insgesamt etwas größer – knapp 400 Quadratmeter – sagt Schmidt. Sie sei aber vor allem für breitere Gänge geplant, damit Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Rollatoren bequem durchkommen. Der Eingangsbereich werde erweitert. Eine Art Wintergarten werde vorgebaut. Auch die GWG sei beim Umbau mit 20000 Euro beteiligt.

Das Angebot im Geschäft werde beibehalten – Edeka bleibt der Partner. Außerdem setzt die Anima auf regionale Produkte, wie Fleisch und Eier. Der Backshop, eine Poststelle, und eine Lottoannahmestelle sind ebenfalls geplant.

Almut Jaekel

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