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Grimmen DRK will junge Spender mit Autogrammen locken
Vorpommern Grimmen DRK will junge Spender mit Autogrammen locken
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08:00 29.12.2018
Marcel Rogalla nahm Monika Erdmann Blut ab. Die Grimmenerin spendete zum 92 Mal die seltenste Blutgruppe 0 negativ. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

Auch wenn Andrea Voellmer ein anderes Bauchgefühl leitet, die Zahlen sprechen dagegen: Im vergangenen Jahr kamen bis zum Monat Dezember 461 Spender zu den Terminen des Blutspendedienstes nach Grimmen. Im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 457. „Dabei dachte ich, dass es wesentlich weniger waren als im Vorjahr“, sagt die Pressesprecherin nach einem Blick in ihre Unterlagen. Gestiegen sei auch die Zahl der Neu-Spender. Waren es im vergangenen Jahr noch neun Menschen, die erstmals Blut abgaben, waren es in diesem Jahr 17. Eine Zahl, die Andrea Voellemer zwar dankbar zur Kenntnis nimmt, weil vor allem junge Spender fehlen, aber trotzdem sagt sie: „Auch wenn die Grimmener wahre Vorbilder sind, was das Spenden angeht, das Blut reicht trotzdem nicht.“

Ein Mal pro Woche werden durchschnittlich etwa zehn Konserven des Lebenssaftes in das DRK-Krankenhaus nach Bartmannshagen transportiert, eine Tatsache, auf die die Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes ausdrücklich hinweist: „Das Blut bleibt in der dichtesten Region, man rettet also unter Umständen dem Nachbarn oder einem Familienangehörigen das Leben.“ Einen Mangel können die Krankenhaus-Mitarbeiter derzeit noch nicht beklagen. „Wir bekommen immer die bestellte Anzahl an Konserven. Doch manche Blutgruppen sind immer knapp. Vor allem in den Sommermonaten“, sagt Manja Stendorf, die als medizinisch technische Laborassistentin in Bartmannshagen arbeitet. Monika Erdmann (62) aus Grimmen spendet bereits zum 92. Mal. Sie hat die seltenste Blutgruppe null negativ und kann somit sogar Neugeborenen und auch allen anderen Menschen helfen. Selbst benötigte sie zum Glück noch nie eine Transfusion. „Aber ich habe meine Migräne überwunden, weil sich mein Blut nach der Spende regelmäßig erneuert.“

Grimmen ist die einzige Stadt, in der zwischen Weihnachten und Neujahr ein Blutspende-Termin stattfindet. Weil Andrea Voellmer und ihr Team sich auf die Spender aus Grimmen besonders gut verlassen können. Auch zwischen den Jahren kommen die hilfsbereiten Menschen in die DRK-Geschäftsstelle. Es ist sogar der meist besuchte Termin des Jahres. Es sind besonders die Stammspender über 50 Jahre, die die Konserven füllen. Viele von ihnen haben sich schon 75 Mal für den guten Zweck piksen lassen. „Vor ihnen ziehe ich meinen Hut“, sagt Andrea Voellmer anerkennend. Oft besitzen die treuen Spender nicht mal ein Auto und radeln bei Wind und Wetter zu den Terminen an jedem letzten Donnerstag im Monat. Doch das frische Blut fehlt. Jeder Erwachsene im Alter zwischen 18 und 68 Jahren dürfe spenden. Andrea Voellmer beobachtete, dass die junge Zielgruppe jedoch lediglich dann spendet, wenn ein Kumpel zeitnah einen Unfall hatte und auf eine Bluttransfusion angewiesen war. „Bekommt die Tragik oder das Schicksal ein Gesicht, spenden auch junge Leute.“

Andrea Voellmer hat sich für das neue Jahr vorgenommen, mehr Blutspendetermine „mit Pep“ zu organisieren. In sehr guter Erinnerung habe sie beispielsweise eine Veranstaltung in Stralsund. Dort lud sie die Handballer aus der Oberliga zu einem Termin ein. Die Spender gaben ihr Blut ab und nutzten die Zeit, um sich Autogramme von den Spielern zu holen. „So etwas, oder etwas ähnliches, würde ich mir auch für Grimmen wünschen.“ Auch über einen Sondertermin im Gymnasium dachte sie nach. Doch immer heißt es, die magische Zahl von 35 Spenden pro Termin muss erfüllt werden. „Wenn ich wüsste, dass ich 35 Zwölftklässler über 18 Jahren motivieren könnte, würden wir auch einen Teil des Abi-Balls finanzieren oder Geld für die Ball-Zeitung spendieren“, lockt die Mitarbeiterin des Blutspendedienstes.

Früher besuchten die Mitarbeiter vom DRK auch Grimmener Firmen und Geschäftsstellen und sammelten Blut. Doch die Zahl der größeren Unternehmen sei in der Region stark geschrumpft und damit starben die Sondertermine. „Wer eine Idee hat, eine Firma mit spendenbereiten Mitarbeitern, oder einen regionalen Sportler oder Sänger kennt, mit dem ich eine Autogrammstunde organisieren könnte, der möchte sich bitte bei mir melden.“ Von allein melden sich die Nachwuchs-Spender nämlich sehr selten. Oft seien es die Kinder, der alteingesessenen Stamm-Spender. Aber Andrea Voellmer hat sich vorgenommen, neue Freiwillige von der Wichtigkeit einer Blutspende zu überzeugen. Es geht schließlich um Leben und Tod. Kontakt zu Andrea Voellmer 0160/ 966 37 945

Carolin Riemer

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