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Grimmen Darum sind Anwohner in Südwest schlaflos in Grimmen
Vorpommern Grimmen Darum sind Anwohner in Südwest schlaflos in Grimmen
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18:23 29.11.2019
Tor des Anstoßes: Gäbe es keinen Lärm vor der Sporthalle Südwest, wenn es abends geschlossen wäre? Quelle: Juliane Schultz
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Grimmen

„Viele Nachbarn schimpfen, aber keiner sagt was.“ Nun haben sich die vielen Fälle so aufgestaut, dass Sabine Scheunemann etwas unternehmen wolle. Sie hat sich deshalb in dieser Woche an die OSTSEE-ZEITUNG gewandt, um Bewegung in ein Thema zu bringen, das ihr schon länger unter den Nägeln brenne.

Die 66-Jährige wohnt in der Leningrader Straße in Grimmen, unweit der Sporthalle Südwest. Aus ihrem Schlafzimmerfenster blickt sie auf die Halle und den Sportplatz. Eigentlich schlafe sie gern bei offenem Fenster, sagt die Rentnerin, doch dass sei oft nicht möglich.

Handballer feiern ausgelassen

Der Grund dafür sei Lärm, der von der Halle herüberschallt. Die Handballer des HSV Grimmen 92 trainieren dort mehrmals wöchentlich. Am Wochenende finden die Punktspiele statt. „Das Training geht bis 21 Uhr und ab dann stehen die Leute vor der Halle unter dem Vordach“, so die Anwohnerin. Flaschen klappern, es werde getrunken und mit fortschreitender Zeit auch gejohlt. Insbesondere das Kreischen von Frauenstimmen könne sehr durchdringend sein.

Bis zum Schlafzimmerfenster einer Anwohnerin soll abends oft der Lärm von der Sporthalle herüberschallen. Quelle: Juliane Schultz

Bis 22 Uhr habe sie durchaus Verständnis, doch „vergangenen Freitag ging es bis Mitternacht.“ Selbst das habe sie noch zu ertragen. „Aber am Samstag ging es gar nicht mehr. Erst um 2 Uhr war es vorbei.“ An dem Abend sei ein Auto mit besonders lautem Motor dabei gewesen. „Als der aufheulte, stand meine Katze vor Schreck senkrecht im Bett.“ Manchmal seien es nur sieben oder acht Personen, die Krach für zwanzig machen.

Die Forderung: Tor einfach schließen

Und nicht nur der Lärm besorgt sie: „Es wird getrunken und irgendwann steigen sie in ihre Autos und fahren los. Das ist ja auch gefährlich.“ Vor zwei Jahren hatte sie deshalb zweimal die Polizei informiert. Doch dann habe sie das Thema nicht weiter verfolgt, weil ihr Mann schwer erkrankt war und andere Sorgen sie umtrieben.

Ralf Päplow ist Hausmeister der Sporthalle in Grimmen Südwest Quelle: Rainer Cordes

Als sie vor 15 Jahren in die Wohnung zog, habe es solche Vorfälle nicht gegeben. „Damals hat der Hallenwart um 22 Uhr das Tor geschlossen und damit war Ruhe.“ Aus ihrer Sicht sei das die einfachste Lösung, damit in der Nachbarschaft wieder Ruhe einkehrt.

Verstöße häufen sich

Ralf Päplow ist seit eineinhalb Jahren Hallenwart in Südwest. Er verweist auf den laufenden Mietvertrag. „Das Tor soll grundsätzlich geschlossen sein. Da gibt es klare Absprachen mit den Handballern.“ Nur von Dezember bis März, muss das Tor offenbleiben, damit die Streufahrzeuge bis zur Halle fahren und auf dem Vorplatz wenden können.

Chef des HSV Grimmen 92: Thomas Hagemann Quelle: Horst Schreiber

Vom Lärm wisse er nichts. Allerdings sei ihm bekannt, dass das Tor häufig offen stehe. Es werde jeden Morgen Protokoll darüber geführt, ob alles ordnungsgemäß verschlossen und das Licht gelöscht war. In letzter Zeit haben sich die Einträge zu Verstößen gehäuft, auch vergangenen Samstag. Doch er sei im Gespräch mit dem Handballverein, so Päplow. „Der Vorsitzende ist grundsätzlich sehr bemüht, alles zu regeln.“

Stadt unterstützt Handballer

Der HSV-Chef räumt ein, dass einige Spieler oft noch nach dem Spiel vor der Halle bleiben. „Wir achten aber darauf, leise zu sein und keine Musik zu hören“, so Thomas Hagemann. Wenn Menschen sich unterhalten, entstehen nun einmal Geräusche. Und schließlich gehe es in der Vereinsarbeit auch um soziale Kontakte. Der Handballer zeigt zudem eine Zwickmühle auf: „Wo sollen die Leute denn hin?“ Er befürchte, dass sich das Problem nur vor das Tor verlagern würde, wenn es abgeschlossen wird.

Grimmens Bürgermeister Benno Rüster Quelle: Juliane Schultz

Für Bürgermeister Rüster ist der Sachverhalt jedoch ganz klar: „Die Stadt unterstützt die Handballer mit allen Kräften. Im Gegenzug müssen sie sich an Absprachen halten.“ Es funktioniere nicht, wenn die einen Lärm machen und andere dann nicht schlafen können. Für das Zusammenleben braucht es Regeln.

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Von Juliane Schultz

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