Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen „Den Senioren ein zweites Zuhause schaffen“
Vorpommern Grimmen „Den Senioren ein zweites Zuhause schaffen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 20.02.2019
Kathrin Kloock (50), Leiterin der Tagespflege-Einrichtung im Grimmener "Pommernhus" beim gemeinsamen Frühstück mit den Senioren. Quelle: Raik Mielke
Anzeige
Grimmen

 Dienstagmorgen um neun Uhr in der Tagespflege-Einrichtung „Pommernhus“ ist Frühstückszeit. „Logisch, es ist ja schließlich wie in den eigenen vier Wänden“, sagt Leiterin Kathrin Kloock. Insgesamt 25 Senioren haben es sich an den Tischen bequem gemacht, lassen sich die erste Mahlzeit des Tages schmecken und klönen ein bisschen in geselliger Runde. „Der Tagesablauf bei uns soll genauso ablaufen, wie es unsere Gäste aus ihrer eigenen Wohnung kennen“, erklärt Kathrin Kloock. Die 50-jährige Fachkraft gab im Rahmen der OZ-Serie „Ein Tag als...“ einen Einblick in den Alltag einer Tagespflege-Einrichtung der Volkssolidarität.

Wie die Leiterin erklärt ist das Modell „Tagespflege-Einrichtung“ noch ein sehr junges. „Seit etwa zehn Jahren sind diese im ’Trend’ und erfreuen sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit“, erklärt sie. Anfangs war es für die meisten älteren Menschen eine großer Schritt. „Natürlich gab es Befürchtungen, dass dies der Schritt in ein Altersheim ist und die Angehörigen ihre Eltern oder Großeltern so aus der eigenen Häuslichkeit haben wollen“, beschreibt Kathrin Kloock und betont: „Vielmehr ist eine Tagespflege-Einrichtung aber dafür da, einen gewissen Lebensstandard zu erhalten.“

Mit Erfolg, denn vor nicht einmal zehn Jahren startete die Tagespflege im „Pommernhus“ mit 15 Personen. Inzwischen sind es 35 Leute, von denen täglich 25 von acht bis 16 Uhr in die Einrichtung kommen.

Wer nimmt ein solches Angebot überhaupt wahr?

„Zu uns kommen ältere Menschen, die einen Pflegegrad haben. Diese haben in der Regel auch noch Angehörige, die sich häufig auch intensiv um sie kümmern“, beschreibt die Leiterin. Doch neben der eigenen beruflichen Tätigkeit ist irgendwann der Punkt gekommen, wo es für die Angehörigen einfach nicht mehr machbar ist, eine Rundum-Pflege zu gewährleisten. „Weil viele aber immer noch und völlig zurecht in ihrer eigenen Wohnung leben, kommt ein Altersheim nicht in Frage“, erklärt Kathrin Kloock und sagt: „Dann kommen eben wir ins Spiel.“

Wie läuft ein Tag in der Tagespflege ab?

In den frühen Morgenstunden werden die Senioren aus ihren eigenen Wohnungen abgeholt und ins „Pommernhus“ gebracht, wo schon das Frühstück auf sie wartet. „Anschließend gibt es eine halbstündige Ruhephase, in der die Besucher der Einrichtung die OSTSEE-ZEITUNG lesen oder einfach ein bisschen entspannen“, informiert die Kathrin Kloock. Man könnte es auch die Ruhe vor dem Sturm nennen, denn anschließend wartet jeden Tag eine andere einstündige Aktivität. „Wir kegeln, spielen Sitz-Fußball oder führen gemeinsam Übungen für die Sturzprophylaxe durch“. beschreibt sie und ist sich sicher: „So etwas würden die Senioren in ihren eigenen vier Wänden natürlich nicht machen. Darum staunen die Angehörigen häufig, welch große Fortschritte sie bei uns machen.“ Anschließend geht es weiter mit der Lieblingsbeschäftigung der Rentner. „Sie kochen für ihr Leben gerne und bei der Zubereitung des täglichen Mittagessens sind sie immer tatkräftig beteiligt“, beschreibt die Leiterin. Mit der Mittagsruhe, einem ausgiebigen Spaziergang, weiteren Denksportspielen und dem gemeinsamen Kuchenbacken geht es dann in den Nachmittagsstunden weiter.

Diverse Fachkräfte übernehmen die Pflege

Sechs Pflegefachkräfte, eine weitere Fachkraft für zusätzliche Betreuung, eine Pflegehilfskraft und Hauswirtschafts-Kräfte sind immer an der Seite der Senioren. „Diese kümmern sich um die Durchführung der Aktivitäten, auf den Einzelnen und Kleingruppen abgestimmte Behandlungen und natürlich auch das Verabreichen von Medikament jeglicher Art“, zählt Kathrin Kloock auf. Die Menschen in der Tagespflege-Einrichtung sind immer noch in einem gewissem Maße selbstständig. „Wir unterstützen sie lediglich. Sie können bei uns trotzdem ihren Tag so gestalten, wie sie es möchten“, betont die Leiterin.

Jeden Abend zurück in die eigenen vier Wände

Und am Abend werden alle Besucher der Tagespflege-Einrichtung wieder zurück in ihr eigentlichen Zuhause gebracht. „Und genau dies ist der Grund, warum diese Form der Pflege immer beliebter wird. Die Senioren haben einen abwechslungsreichen Tag, Kontakt zu vielen anderen Leuten und bekommen zugleich eine gewisse Hilfe. Trotzdem leben sie weiterhin in den geliebten eigenen vier Wänden. Zudem werden die Angehörigen enorm entlastet und können die Zeit mit ihren Eltern oder Großeltern viel entspannter verbringen“, beschreibt Kathrin Kloock ausführlich.

Raik Mielke

Nach der Kollision mit einem Pkw zwischen Franzburg und Wolfsdorf schleuderte der Hirsch in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit einem weiteren Pkw. Das Tier verendete.

19.02.2019

Mehr als zehn Jahre stand das einstige Pflegeheim in Grimmen leer. Jetzt entstehen dort 62 Wohnungen sowie Gewerbeflächen.

19.02.2019

Barbara Frentzel-Beyme engagiert sich für den Erhalt der Kirchenruine in Rolofshagen.

19.02.2019