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Grimmen Grimmener lieben Jens und seine Döner
Vorpommern Grimmen Grimmener lieben Jens und seine Döner
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16:44 10.09.2019
Jens Henschel ist der regionale Sieger des Dönerladen-Tests der OSTSEE-ZEITUNG. Er gewann klar mit 378 Stimmen vor dem "Bistro 2000" mit 170 Stimmen. Jetzt zieht er ins Landes-Finale. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

„Hallo Dani, ohne Salat, nur Zwiebeln und Fleisch, so wie immer? Und du Nicole, auch wie immer? Ohne Knoblauch und Zwiebeln, dafür mit Käse, aber ohne Mais? Hey, David. Du bist früher als sonst. Feierabend? So früh schon. Du hast einen guten Chef.“ Der Kauf eines Döners ist bei Jens Henschel viel mehr, als einfach nur ein Gang zum Imbiss. Hier treffen Stammkunden auf den wohl umsichtigsten Dönermann des Landes.

Und nicht nur das: Der 55-Jährige besitzt das Gedächtnis eines Elefanten. Seine Kunden spricht er nicht nur mit dem Vornamen an, er merkt sich auch haargenau ihre kulinarischen Vorlieben. Ein liebevoller Plausch mit den Menschen gehört genauso zu seinem Döner, wie das knusprige Fladenbrot.

Stadtsieger zieht nun ins Finale

Doch das allein hat seinen „Imbiss-Eck“ nicht zum Stadtsieger des OZ-Dönertestes gemacht. Bei Jens Henschel ist irgendwie alles ein bisschen anders. Dabei wirkt der Backsteinbau, in dessen Erdgeschoss sich sein Geschäft befindet, von außen recht unscheinbar. Eine große Pflanze, zwei Stehtische, keine Stühle und ein Tresen in dem meist nur drei verschiedene Sorten Milch stehen. Mehr wünschen sich die Menschen nicht von ihm. Bei Jens Henschel gibt es nur Döner, dafür in hundert Variationen. Als Stadtsieger zieht er nun ins Finale. Stimmen Sie ab, wenn er der beliebteste Dönermann in MV werden soll:

Hier geht’s zur Abstimmung beim OZ-Dönerladen-Test

Hier können Sie entscheiden, welcher Döner-Imbiss den Titel „Beliebtester Dönerladen von MV“ verdient. Zuvor haben wir hunderte Vorschläge der OZ-Leser eingesammelt und elf regionale Sieger gekürt. Nun treten diese Gewinner gegeneinander an. Unter allen Teilnehmern der Umfragen verlosen wir drei Döner-Gutscheine im Wert von jeweils 50 Euro – für einen Laden Ihrer Wahl.

Abstimmung über den beliebtesten Dönerladen in MV

Ein Foto? Ja, muss das denn sein?

Dass er den Dönertest mit 378 Stimmen gewann, macht den Vater von fünf Kindern verlegen und tatsächlich auch ungewohnt sprachlos. Eigentlich mag er nicht im Mittelpunkt stehen. Und fotografiert werden, das findet er auch irgendwie doof. „Schreib doch lieber über Menschen, die wirklich etwas geleistet haben“, schlägt er gutmütig vor. Dabei leistet er selbst viel. In Grimmen ist er ein Original. Ein Mann, dem man auch mal von seinen Problemen mit den Ämtern, den Sorgen über Umwelt und Politiker und seinen Nöten sprechen kann. Lebenskluge Antworten lauern hinter dem Tresen, gleich neben dem frischen Salat. Besonders freue er sich, dass auch Menschen über 80 Jahren zu seinen Kunden gehören. Alle anderen Altersklassen lieben seinen Döner sowieso.

Ron Schäfer (links) und Marius Wurm aus Bayern haben lange und erfolglos in ihrer Heimat nach einem ähnlichen Döner gesucht. Quelle: Carolin Riemer

Pellen, schälen, raspeln und die besondere Zutat: Leidenschaft

Jeden morgen um 8 Uhr kauft er frisches Gemüse ein. Er pellt frischen Knoblauch, schält Gurken, raspelt Möhren – alles frisch, alles allein und ohne Mitarbeiter. Wenn im Imbiss-Eck die Zutaten aufgegessen sind und der Fleischspieß nur noch ein dünner, sich drehender Fleischfaden ist, schließt Jens Henschel seinen Laden. Aufgegessen. Abgeschlossen. Dann folgt stundenlange Putzarbeit bevor er zu seiner Familie nach Hause fährt. In seinem ersten Berufsleben baute der gelernte Stahlschiffbauer schwimmende Ozean-Riesen, jetzt sind es wahre Fleisch-Riesen.

Fleisch, Fleisch, so viel Fleisch

„Viel Fleisch. Lecker“, sagt Ron Schäfer (34): „Den kann man nicht in einer Hand halten.“ Dabei hat der Fachmann für Arbeitssicherheit große Hände. Und großen Hunger. Der junge Mann aus dem bayrischen Sulzbach-Rosenberg hat öfter in Grimmen zu tun. „Und jedes Mal bringe ich einen anderen Kollegen mit, dem ich den legendären Grimmen-Döner vorstelle. Das ist in unserer Firma eine Art Taufe... Zum ersten Mal geblitzt worden, zum ersten Mal Döner in Grimmen. Ich nenne das Mitarbeiterbindung.“ Ron Schäfer schwindelt nicht. Sein Kollege Marius Wurm (28) bestätigt alles. Nickend. Sein Mund ist voll, der Döner schmeckt auch ihm. Mitarbeiterbindung geglückt.

Ein Lächeln macht ihn glücklich

Wenn es seinen Kunden schmeckt und sie sein Lächeln erwidern, ist Jens Henschel glücklich. Seit mehr als 20 Jahren verkauft er im Imbiss-Eck und er ist wirklich glücklich – das sieht und schmeckt man. Mandy Ebert (23) aus Grimmen sagt von sich, dass sie mit seinem Döner aufgewachsen ist. „Mein Lieblingsessen“, bringt sie es auf den Punkt. „Ach Mandy, jetzt bist du dran. Du magst ihn ja komplett, mit viel Mais und Soße. Urlaub, hast du? Schön. Hast du dir was Schönes vorgenommen? Wie geht’s deinem Bruder?“ So sieht er aus, ein ganz normaler Tag in Grimmens beliebtestem Dönerladen.

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Von Carolin Riemer

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