Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen „Den ursprünglichen Charakter erhalten“
Vorpommern Grimmen „Den ursprünglichen Charakter erhalten“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 27.02.2019
Karsten Lahs begutachtet sein neuestes Werk. In den letzten Wochen hat er ein Sofa aus der Zeit von 1840 bis 1970 neu aufgearbeitet. Quelle: Raik Mielke
Elmenhorst

Stolz schaut sich Karsten Lahs seine neueste Arbeit an. „Dies ist für mich der schönste Moment. Wenn etwas fertig ist und ich mit meiner Arbeit zufrieden bin“, sagt der Chef der Auto- und Möbelpolsterei in Elmenhorst. Vor ihm steht ein antikes Sofa. „Gebaut wurde dieses in Deutschland in der Zeit von 1840 bis 1870. Ein Kunde von der Insel Rügen wollte, dass es wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlt“, beschreibt er. Eine wochenlange Arbeit, denn der Elmenhorster musste das gesamte Sofa restaurieren. Da es viele Stoffe der damaligen Zeit heute gar nicht mehr gibt und man sie, wenn überhaupt nur sehr schwer bekommt, brauchte es viel Kreativität. „Ich übe immer noch ein klassisches Handwerk aus. Mein Anspruch ist es, die Sachen wieder so aufzuarbeiten, dass sie möglichst wenig vom Original abweichen“, betont er. In unserer Serie „Ein Tag als...“ konnten wir Karsten Lahs bei seiner Arbeit einmal über die Schulter schauen.

Bereits 1975 begann der 1959 in Bartmannshagen geborene Mann seine Ausbildung in Grimmen. Damals als Auto- und Möbelpolsterer mit der Fachrichtung Restauration. Nach dem Abschluss seiner Lehre und dem sich anschließenden Wehrdienst folgte eine Anstellung beim Kraftverkehr in Stralsund und beim KIB in Grimmen. eNach der politischen Wende machte er dann eine Umschulung zum Maler und Lackierer mit dem Schwerpunkt Ornamentmalerei. Nach einer kurzzeitigen Tätigkeit in der Versicherungsbranche, wuchs der Wunsch, sich in seinem ursprünglichen Beruf selbstständig zu machen. Mit dem Kauf eines Grundstückes in Elmenhorst im Jahre 2004 nahm dieser Plan dann konkrete Formen an. Zwei Jahre später gründete er an jenem Standort seine „Auto- und Möbelpolsterei“. „Der Anfang war sehr schwer. Zum einen fing ich ohne Kunden an. Zudem mussten erst Kontakte zu den einzelnen Fachfirmen für die Materialbeschaffung geknüpft werden“, beschreibt er und erinnert sich: „Zuerst kamen Oldtimer-Fans aus der Region und wollten, dass ich ihre geliebten Fahrzeuge restauriere.“ Der Startschuss einer wahren Erfolgsgeschichte. Denn heute, 13 Jahre später, ist Karsten Lahs ein gefragter Mann. „Ich habe Kunden aus der gesamten Region, aber auch von der Insel Rügen, den größeren Städten Neubrandenburg und Schwerin und sogar aus der Schweiz“, zählt der Handwerker auf.

Diese weitreichenden Kontakte hat er auch ein Stück weit seinem Sohn Mathias zu verdanken. Dieser trat 2010 in die Fußstapfen seines Vater und erlernte den Beruf des Fahrzeugsattlers und Raumausstatters. Zudem ist der junge Mann ein passionierter Motorrad-Fahrer. „Meine Kumpels haben alle gefertigte Motorrad-Sattel aus unserer Werkstatt. Wir besuchen diverse Treffen und dort lernt man natürlich jede Menge Leute kennen. Eine bessere Werbung kann man sich kaum vorstellen.“

Seither arbeiten Vater und Sohn gemeinsam in der Werkstatt. Jedoch selten miteinander, denn jeder der Beiden hat seine ganz gewissen Vorlieben. Währen Karsten Lahs ein großer Liebhaber der Restauration alter Möbel ist, kümmert sich der Sohnemann eher um die Ausstattungen der rollende Gefährte. Was beide aber definitiv eint, ist der Blick für das Schöne und die Liebe zum Detail.

„Manchmal könnte man es sich wesentlicher einfacher machen und der Kunde würde es gar nicht merken. Aber mein Ziel ist es immer die noch verwendbaren Original-Stoffe aufzuarbeiten und wieder zu nehmen und beispielsweise an den Möbelstücken so zu arbeiten, wie es auch die Handwerker damals getan haben“, beschreibt Karsten Lahs ausführlich.

Verwendet werden so unterschiedliche Materialien, von Lack und Holz, über Stoffe wie Leder bis hin zur Blattvergoldung. „Das Schöne in meinem Beruf ist die Kreativität. Zu meinen Lehrzeiten mussten wir damals oft improvisieren, weil uns gewisse Werkstoffe fehlten. Dies kommt mir heute zugute. Und dies schätzen auch meine Kunden, weil sie wissen, dass mir fast immer eine Lösung für schwierige Restaurationsarbeiten einfällt“, sagt er.

So verwendet Karsten Lahs immer noch Materialien wie Rosshaar, Kokos, Jute oder Palmfasern. „Diese haben einfach den Vorteil, dass sie anders als künstliche Werkstoffe eine längere Nutzungsdauer aufweisen“, erklärt er.

Und seine Kunden vertrauen ihm und so darf er häufig seine eigenen Ideen mit einfließen lassen. „Dies funktioniert nur, weil sie wissen, dass ich den Charakter der Oldtimer oder Möbelstücke unbedingt erhalten will“, meint er.

Raik Mielke

Stralsund Audi-Räder im Wert von 20 000 Euro sichergestellt - Polizei-Coup an A 20: Radsatz-Diebstahl aufgedeckt

Die Bundespolizei ist in der Nacht zum Montag bei einer Kontrolle an der A 20 ein kleiner Coup geglückt. Zwei Polen hatten im Kofferraum Radsätze im Wert von 20 000 Euro geladen. Die Räder stammten aus einem Güstrower Autohaus und waren dort als gestohlen gemeldet worden.

26.02.2019

Trödel, Spielzeug & Co. bei der 6. Auflage im Angebot

26.02.2019

8000 Euro Schaden: Das ist das Resultat eines Auffahrunfalls am Montagnachmittag auf der Landesstraße 109 zwischen der Autobahnanschlussstelle Süderholz und Griebenow.

26.02.2019