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Grimmen Der Pferdeflüsterer vom Fortstamt Poggendorf
Vorpommern Grimmen Der Pferdeflüsterer vom Fortstamt Poggendorf
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14:00 15.08.2019
Im Forstamt Poggendorf wird die vom Aussterben bedrohte Pferderasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut gezüchtet. Pferdewirt Oliver Morgen kümmert sich um die Tiere, die als Rückepferde in den Wäldern im Einsatz sind. Quelle: Anja Krüger
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Sievertshagen

Idyllischer könnten es die Rheinisch-Deutschen Kaltblüter Venus und Veritas kaum haben. Mitten im Wald auf einer großen Wiesen verbringen sie den Tag und auch die Nacht. Gemeinsam mit ihren knapp drei Monate alten Fohlen. Venus und Veritas sind zwei der insgesamt sechs Rückepferde im Forstamt Poggendorf. Umsorgt werden sie unter anderem von Oliver Morgen, einem von zwei Pferdewirten im Forstamt.

Vom Maurer zum Pferdewirt

Der heute 39-Jährige sei schon mit Pferden aufgewachsen, erklärt er seine Liebe zu dem Beruf. Doch nach der Schulzeit schlug er zunächst einen anderen beruflichen Weg ein, absolvierte eine Ausbildung zum Maurer und arbeitete anschließend 14 Jahre lang im Gerüstbau. „Und dann kam der Tag, an dem ich das nicht mehr wollte“, sagt Oliver Morgen. Er entschied sich für eine Umschulung zum Pferdepfleger, die er mit einem hervorragenden Ergebnis abschloss. Dies bescherte ihm einen Ausbildungsplatz am Mecklenburgischen Landgestüt Redefin.

Bildergalerie: Rückepferde im Forstamt Poggendorf:

Insgesamt sechs Rückepferde werden in den Revieren des Forstamtes Poggendorf und auch in den benachbarten Forstämtern für Arbeiten im Wald eingesetzt.

Oliver Morgen ist kein Mann der vielen Worte. Muss er auch nicht. „Seinen“ Pferden reichen Streicheleinheiten und ein paar kaum hörbare Laute zur Kommunikation. Neben Wasser und Hafer natürlich. Weitaus mehr als Streicheleinheiten und Futter geben gehört aber zu seinem Beruf. Während Venus und Veritas gemeinsam mit ihren noch namenlosen Fohlen bis zum Herbst ihre Mutterzeit auf der grünen Wiese genießen dürfen, sind ihre „Kollegen“ und Morgens Kollege Marco Keding im Einsatz.

Rasse vom Aussterben bedroht

„Derzeit sind sie beim Pflügen im Wald. Auch ein paar Rückearbeiten werden derzeit erledigt“, erzählt der Pferdewirt. Im Winterhalbjahr liege dann die meiste Arbeit für die Tiere an – beim Holzeinschlag. Dann heißt es für sie, Festmeter um Festmeter Holz an die befestigten Wege zu ziehen. Rund sechs Stunden lang ist der Arbeitstag eines Tieres, erzählt Morgen. So sanft, wie Venus und Veritas erscheinen, mag man kaum glauben, dass diese Tiere bis zu 300 Kilogramm Gewicht ziehen können. „Es sind kräftige, robuste und zugleich treue Tiere“, beschreibt der Pferdewirt die Rasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut. Eine Rasse, die vom Aussterben bedroht ist deshalb auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland steht.

Namen mit „A“ für Fohlen gesucht

Ende Mai wurden die beiden Fohlen der vom Aussterben bedrohten Rasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut geboren. Die junge Stute und der kleine Hengst sollen einen Namen erhalten.

Die Grimmener OZ-Redaktion und das Forstamt Poggendorf, zu dem das Sievertshagener Revier gehört, fragen: „Wie sollen die beiden Fohlen heißen?“

Die Namen müssen mit dem Anfangsbuchstaben „A“ beginnen.

Namensvorschläge können bis zum 22. August per E-Mail an grimmen@ostsee-zeitung.de gesendet werden.

Der oder die Namensgeber können sich auf eine Kutschfahrt durch den Wald freuen.

„Grund ist die Industrialisierung“, sagt Oliver Morgen. Früher seien diese Tiere nicht nur im Wald zum Einsatz gekommen, sondern auch als Brauereipferde. „Heute werden sie meist für Kremserfahrten genutzt, teilweise auch in Gärtnereien“, weiß er. Im Forstamt Poggendorf, speziell im Revier Sievertshagen wird für Nachwuchs dieser Rasse gesorgt. Extra aus Sachsen-Anhalt hat man Sperma eines besonders noblen Hengstes besorgt. „Er heißt Achat und hat schon für hervorragenden Nachwuchs gesorgt“, weiß der Pferdewirt.

Die beiden noch jungen Fohlen auf der Waldweide bei Elmenhorst zählt er dazu. „Beide zeigen schon jetzt sehr gute Charakterzüge und einen tollen Körperbau“, schätzt Morgen ein. Noch können die beiden Fohlen – die kleine Stute hat Venus am 21. Mai auf der Koppel geboren, Veritas den kleinen Hengst zehn Tage später – umhertollen. „Beide Fohlen könnten später perspektivisch auch für die Arbeit im Wald eingesetzt werden“, schätzt Oliver Morgen ein.

Von Anja Krüger

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