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Grimmen Der letzte Fischer von Stahlbrode macht weiter
Vorpommern Grimmen Der letzte Fischer von Stahlbrode macht weiter
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09:08 31.01.2019
Ralph Krehl wird die Stahlbroder Fischertradition weiterführen. Er öffnet am Freitag den dortigen Laden wieder. Quelle: Almut Jaekel
Stahlbrode

Die Fischerei in Stahlbrode geht weiter. Am morgigen Freitag eröffnet der jetzt einzige Fischer Ralph Krehl (52) den dortigen Fischverkaufsladen wieder. Täglich – auch an den Wochenenden – wird dann von 8 bis 17 Uhr geöffnet sein.

Ursprünglich gab es einst 28 Stahlbroder Fischer in der Genossenschaft vor Ort. „Zuletzt waren wir noch drei“, sagt Ralph Krehl. Die meisten anderen Berufskollegen seien inzwischen in Rente gegangen. „Aber ich muss ja noch ein paar Jahre arbeiten“, begründet der 52-Jährige seinen Entschluss, den Fischereibetrieb Ralph Krehl zu gründen. Den Laden der Genossenschaft, die jetzt noch etwa ein Jahr lang aufgelöst wird, hat er gekauft. Am 15. Januar war der Notartermin. Die Schuppen, die parallel zur Strelasund-Küste stehen und ebenfalls der Genossenschaft gehören, werden derzeit im Netz ebenfalls zum Verkauf angeboten, erzählt Krehl. „Vielleicht findet sich ja ein Käufer. Er selbst brauche sie nicht. Krehl pachtet aber die Gebäude rings um den Laden von der Gemeinde, in denen Kühl-, Vorbereitungs- und Frosträume sind, die er für seinen Betrieb benötigt.

Der Arbeitstag von Ralph Krehl wird, sobald das Fischen je nach Wetterlage wieder möglich ist, gegen 4 Uhr morgens beginnen. „Dann werde ich die Räucheröfen vorbereiten“, sagt er. Zusätzlich zum eigenen Fang wird dafür Fisch als Frostware zugekauft: Heilbutt, Rotbarsch, Lachs und Makrele gehören beispielsweise dazu. Nach diesen Vorbereitungen übernimmt ein extra eingestellter Verkäufer die Arbeit im Laden und Ralph Krehl fährt mit einem seiner beiden Boote zum Fischen raus. Am Nachmittag löst der Fischer dann den Verkäufer ab. „Ich muss sehen, wie der Betrieb anläuft. Vielleicht stelle ich dann auch einen zweiten Verkäufer ein. Immerhin arbeiten wir an sieben Tagen pro Woche“, plant er.

In der nächsten Woche, wenn das Eis weg ist, will er sich am ersten Hering der Saison versuchen. Wegen des langen Winters konnten die Stellnetzfischer im vergangenen Jahr erst Ende März und damit mit vier Wochen Verspätung mit dem Heringsfang beginnen. Der größte Teil des Herings soll direkt in Stahlbrode verkauft werden. Auch die Betreiber des Stahlbroder Restaurants hätten bereits Interesse an frischem Frisch bekundet. Was übrig bleibt, geht am nächsten Tag nach Stralsund in die Verarbeitung, informiert Krehl.

„Aufgrund der Quotenregelung habe ich große Einbußen“, sagt Krehl weiter. Die Fangquoten für den Hering wurden halbiert. Bisher durften 40 Tonnen, jetzt nur noch 20 Tonnen Hering vor Ort gefangen werden. „Es hätte aber noch schlimmer kommen können“, sagt der Fischer. Nach dem Hering folgt im Frühjahr der Hornfisch, dann kommen hoffentlich Flunder und Aal in die Netze. Auf Zander und Hechte hofft Ralph Krehl zwischendurch – je nachdem, wie die Wetterlage es erlaubt. Die Schonzeit des Zanders beginnt übrigens im April.

Ralph Krehl ist Fischer in der 5. Generation. Auch deshalb wollte er jetzt nicht aufgeben und wird die Fischerei in Stahlbrode weiterführen. Und er hofft auch darauf, dass er irgendwann einen Nachfolger im kleinen Fischerdorf am Strelasund hat. „Vielleicht steigt ja einer meiner Enkel ein“, überlegt er.

Almut Jaekel

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