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Grimmen Die Lieben des Ernst Moritz Arndt
Vorpommern Grimmen Die Lieben des Ernst Moritz Arndt
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16:11 11.10.2019
Grabkreuz für Arndts zeitweise Verlobte Charlotte Bindemann auf dem Quistorpschen Familiengrab auf dem Alten Friedhof in Greifswald. Quelle: foto: Eckhard Oberdörfer
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Vorpommern

Am 26. Dezember jährt sich der Geburtstag von Ernst Moritz Arndt (1769 bis 1860) zum 250. Mal. Im Barther Vinetamuseum soll dann eine Ausstellung eröffnet werden. OZ blättert aus diesem Anlass im von Geert-Helge Vogel verfassten Ausstellungskatalog.

Ernst Moritz Arndt blieb nach dem Tod seiner ersten Frau Charlotte, einer geborenen Quistorp (1780 bis 1801), lange unvermählt. Erst 1817 verlobte er sich mit der erheblich jüngeren Nanna (Anna) Maria Louise Schleiermacher (1786 bis 1869), die er zu diesem Zeitpunkt schon acht Jahre kannte. Am 18. Juli des gleichen Jahres heiratete der inzwischen 48-jährige Arndt. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor.

Als Arndt seine Nanna kennenlernte, war er noch mit der Barther Apothekertochter Charlotte Bindemann (1775 bis 1858) zusammen. Laut Vogel lernte er diese bei seinen gelegentlichen Aufenthalten in Barth kennen, wenn er seine Eltern und seinen Sohn Karl Treu in Löbnitz besuchte. Ein „schönes und blauäugiges Mädchen“, das er „wohl auch bald lieben lernte“, wie Vogel schreibt. „Eine Anzahl von Liebesgedichten, in denen Arndt die Schöne unter dem verschlüsselten Namen Melliton (soviel wie Süße, Bienchen) verehrte, lassen erkennen, dass er nach Jahren der Trübsal und inneren Unrast durch den Verlust seiner ersten Liebe nun neuen Mut schöpfte und inneren Frieden wiederfand.“ Zwischen 1804 und 1806 oder aber erst im Frühjahr 1810 sollen sich die beiden Turteltauben verlobt haben.

Schon bald war Schluss. Das Ehegelöbnis war im Oktober des gleichen Jahres Geschichte. Vogel führt das auf die politische Situation zurück und zitiert zur Begründung den Arndt-Experten Erich Gülzow, der 1917 schrieb, dass sich „Charlotte nicht stark genug fühlte, ihn auf unsteter Bahn im Auslande (...) als Lebensgefährtin zu begleiten“, zumal auch ihr Vater gegen die Verbindung war. Arndt zog sich nach dem Ausscheiden aus der Uni Greifswald zunächst am 19. Oktober 1811 auf das Gut seines Bruders Ludwig zurück und ging 1812 über Berlin nach Russland, nachdem die napoleonischen Truppen in Schwedisch-Pommern einmarschiert waren. Die These des Bruchs aus politischen Gründen machte Arndt später auch in einem Brief vom September 1826 an seine Schwester Dorothea geltend. Charlotte und er hätten geheiratet, wenn „in den Jahren zwischen (180)9 und (181)3 nicht solche Hoffnungslosigkeit alles Glücks und aller Freiheit gewesen wäre“.

Interessanterweise hat sich Charlotte Bindemann dann in einen der von Arndt so verabscheuten Franzosen verliebt und diesen schon nach recht kurzer Zeit geheiratet. Sie lernte ihn bei der Besetzung Barths durch die napoleonischen Truppen von Anfang Januar bis Ende März 1812 kennen. Gulian Joseph Copin (1774 - 1842) war Chirurg und Major und zog schon bald in den Krieg Napoleons gegen Russland. Nach der Niederlage kam er im Februar 1813 „zu seiner Verlobten nach Barth zurück“. Das Paar heiratete am 7. Februar in der Stadt und ging dann nach Frankreich. Nachdem Copin 1842 verstorben war, kehrte die kinderlos gebliebene Charlotte nach Pommern zurück. Sie wohnte in Greifswald. Hier lebte ihre Schwester Dorothea, die Frau des Bürgermeisters Johann Christian Billroth. In deren Familiengrab auf dem Alten Friedhof wurde Charlotte Chopin nach ihrem Tod am 30. Juli 1858 beigesetzt.

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