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Grimmen Diese Häuser in Grimmen gehören jetzt der Hillebrand-Gruppe
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Diese Häuser in Grimmen gehören jetzt der Hillebrand-Gruppe

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15:14 13.02.2020
Amtsgericht und Kaufhaus Stolz: Hier sollen insgesamt 40 Wohnungen entstehen. Quelle: Carolin Riemer
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Grimmen

Er wurde als „Burgenkönig“ bekannt und für seine unternehmerischen Leistungen im Jahr 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Herbert Hillebrand verkaufte auch schon ein Schloss an Entertainer Thomas Gottschalk. Nun investiert er ein weiteres Mal in die Stadt Grimmen und kauft gleich ein ganzes Immobilien-Paket.

Die Tinte unter den Verträgen ist getrocknet. Nun gehören dem 79-Jährigen auch das einstige Amtsgericht und das traditionsreiche Kaufhaus Stolz in der Innenstadt. Etwa zehn Millionen Euro investiert er noch in diesem Jahr.

Gebäude wieder mit Leben füllen

Beide Häuser stehen unter Denkmalschutz und sind ganz nach dem Geschmack des Unternehmers: „Ich liebe es, alte Objekte flottzumachen und wieder mit Leben zu füllen.“ Im alten Amtsgericht und im Gebäude auf dem Innenhof, die seit Jahren leer stehen und verfallen, sollen insgesamt 20 Wohnungen entstehen.

Es sollen zwar altersgerechte, also barrierefreie Wohnungen werden, doch Herbert Hillebrand möchte keinesfalls ausschließlich ältere Menschen ansprechen. Ein gesunder Mix zwischen Alt und Jung habe Vorteile für alle Parteien, findet er.

Kaufhaus wird zu Wohnhaus umgebaut

Auch die Räume des Kaufhausgebäudes, in dem sich das Outlet-Stolz befindet, werden zu Wohnungen umgebaut. „Wir setzen auf das Ursprüngliche und werden bei der Fassadengestaltung, wie es der Denkmalschutz vorschreibt, an den alten Plänen festhalten.“ Herbert Hillebrand möchte hier weitere 20 Wohnungen entstehen lassen. Auch ein Fahrstuhl soll eingebaut werden.

Der Geschäftsführer der Hillebrand-Gruppe weiß, dass viele Anwohner sich lieber Geschäfte als Wohnungen in der Stadt wünschen. Aber er sieht die Problematik realistisch: „Es gibt leider keine Interessenten, die hier ein Geschäft mieten möchten. Nicht einmal zu vergleichsweise geringen Preisen.“

Sorgen um Grimmen

Herbert Hillebrand sagt, dass er sich Sorgen um die Innenstadt mache. „Es werden auch in Zukunft immer mehr Händler Probleme bekommen, wirtschaftlich zu bleiben. Es sind die großen Märkte, die außerhalb der Innenstadt die Kunden versorgen. Dort finden sie ein großes Sortiment und, im Gegensatz zur Stadt, auch ganz leicht einen Parkplatz.“

Hillebrand weiß aus Erfahrung, dass Wohnungen dagegen sehr gefragt sind. Vor allem kleinere. Einen wirklich zu beziffernden Leerstand gebe es bei seinen Objekten nicht: „Von unseren 1100 Wohnungen in der Region rund um Grimmen steht vielleicht ein Prozent leer.“

Bislang 30 Millionen investiert

Etwa 150 Millionen Euro investierte die Hillebrand-Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern. Davon etwa 30 Millionen in der Region. „Wir würden es immer wieder genauso machen“, sagt er zufrieden. 80 Prozent seiner erworbenen Immobilien bleiben im Besitz der Hillebrand-Familie, der Rest werde weiter verkauft.

Es sollen Wohnungen entstehen

Auch kleinere Objekte in Grimmen erwarb der Kölner in den vergangenen Wochen. Das Ärztehaus in der Strohstraße 5 nennt er „das gepflegteste Objekt unserer letzten Kauf-Aktion“. Zwei Wohnungen sollen hier entstehen. Die Häuser in der Langen Straße 47 und in der Bahnhofstraße 46 sind ebenfalls in sein Eigentum übergegangen. Zusätzlich noch ein Objekt in der Straße „An der Stadtmauer“ – in diesem werden zehn Wohnungen saniert.

Mieterhöhung um zehn bis 18 Prozent

Die aktuellen Mieter möchte Herbert Hillebrand keinesfalls verlieren oder durch Mieterhöhungen vergraulen. „Wir sanieren hochwertig und liegen bei unseren Mietpreis-Berechnungen stets unter den Vergleichsmietpreisen.“ Eine Erhöhung von zehn bis 18 Prozent hält er für realistisch. „Dafür bekommen die Bewohner aber frisch sanierte Wohnungen, neue Treppenhäuser, gepflegte Außenanlagen und Keller. Probleme mit Mietern habe es laut Herbert Hillebrand nur sehr selten gegeben: „Es gab eigentlich nur eine einzige Klage.“

Die Planungen für den Sanierungs-Marathon laufen bereits. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen, damit bald wieder Leben in die alten Häuser einkehrt.

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Von Carolin Riemer

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