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Grimmen Forst lässt Stützpunkt in Abtshagen für mehrere Hunderttausend Euro sanieren
Vorpommern Grimmen Forst lässt Stützpunkt in Abtshagen für mehrere Hunderttausend Euro sanieren
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08:30 04.12.2019
Verhüllt wie einst der Reichstag: Das Gebäude des Forststützpunktes in Abtshagen. Quelle: Anja Krüger
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Abtshagen

Verhüllt, beinahe wie einst der Reichstag vom Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude, ist das Gebäude auf dem Gelände des Forststützpunktes in Abtshagen direkt an der Landesstraße 222 in Richtung Elmenhorst. In Abtshagen ist jedoch kein Künstler am Werk gewesen, sondern ein Gerüstbauer, wie Robert-Marc Berger, Leiter des Forstamtes Poggendorf informiert.

„Der Bau, der Mitte der 60er-Jahre errichtet wurde, entspricht nicht mehr den aktuellen baulichen Anforderungen und wird nun umfangreich saniert“, erklärt er. Kosten: mehrere Hunderttausend Euro.

Anzahl der Lehrlinge verdoppelt sich ab kommendem Jahr

Der Stützpunkt in Abtshagen wird hauptsächlich für die Lehrlingsausbildung genutzt. Aktuell sind es sechs junge Leute, die dort zum Forstwirt ausgebildet werden. „Der Bedarf an Fachkräften ist natürlich auch in der Forst angestiegen. Daher wurde vom Verwaltungsrat der Landesforstanstalt entschieden, die Anzahl der Ausbildungsstellen landesweit zu erhöhen“, berichtet der Forstamtsleiter.

Für den Ausbildungsstandort Abtshagen bedeutet dies: Die Anzahl der Lehrlinge wird mehr als verdoppelt. Ab kommendem Ausbildungsjahr sollen dann dort 14 junge Menschen ausgebildet, ein weiterer Forstwirtschaftsmeister eingestellt werden.

Investition in die Zukunft

Aus Mitte der 60er-Jahre stammt das Gebäude des Forststützpunktes in Abtshagen.

Der Forstbetrieb Stralsund hat es einst als Technikstützpunkt errichten lassen.

Mittlerweile ist es hauptsächlich Ausbildungsstandort des Forstamtes Poggendorf.

Als erstes Forstamt im Land wird das Poggendorfer ab dem kommenden Jahr zweizügig junge Leute zum Forstwirt ausbilden. Die Zahl der Auszubildenden erhöht sich von ehemals sechs auf 14 Lehrlinge.

Landesweit soll die Anzahl der Ausbildungsstellen von 60 auf bis zu 90 erhöht werden – also rund 30 pro Lehrjahr. Damit will man dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Bewerbungsschluss auf die Lehrstellen (Ausschreibung unter www.wald-mv.de) ist der 31. Januar 2020

Das Dach muss runter: Gutachten zeigt Mängel auf

„Ursprünglich war geplant, lediglich die Raumaufteilung umzugestalten und den Bedürfnissen der zweiten Lehrausbildung anzupassen“, erzählt Robert-Marc Berger. Ein im Zuge der Planung erstelltes statisches Gutachten habe aber gezeigt, dass das Dach komplett neu errichtet werden müsse. „Weil ein sogenannter Ringanker nicht verbaut wurde“, begründet der Forstamtsleiter.

Damit erklärt sich auch, warum das Gebäude „eingepackt“ worden ist: Damit die erhaltenswerte Bausubstanz durch Regen oder Schnee nicht beschädigt wird, wenn das alte Dach runtergenommen wird. Und nicht nur die Bausubstanz soll mit der Plane geschützt werden, sondern unter anderem auch Türen, Fenster und Sanitäreinrichtungen, wie Robert-Marc Berger informiert. Schließlich solle nicht alles erneuert, das Stützpunktgebäude kein Prunkbau werden.

Lehrausbildung vorübergehend im ehemaligen Feuerwehrgebäude

„Ich persönlich begrüße die Baumaßnahme sehr. Die Forstwirtschaft im Ort Abtshagen erfährt wieder mehr Bedeutung“, sagt der Forstamtsleiter, der selbst zu Studienzeiten sein Referendariat im damaligen Forstamt Abtshagen/Rügen abgeleistet hat. Und die Entscheidung für die Sanierung des Gebäudes hängt sicher auch damit zusammen, dass seit Jahren in Abtshagen eine sehr gute Lehrausbildung stattfindet.

Hervorragende Ergebnisse bei Wettkämpfen zeugen davon. So haben sich beim diesjährigen Landesausscheid im Berufswettbewerb der Forstazubis Mecklenburg-Vorpommerns gleich zwei Lehrlinge des Forstamtes die ersten Plätze und damit die Teilnahme am Bundesausscheid gesichert. „Nicht zuletzt haben wir das auch dem Engagement unseres Forstwirtschaftsmeisters Ralf Sodmann zu verdanken“, lobt der Amtsleiter.

Die Azubis sind nun für die Zeit der Bauarbeiten in das ehemalige Feuerwehrgebäude der Gemeinde Wittenhagen, zu der Abtshagen gehört, gezogen. Eine glückliche Fügung, dass das neue Feuerwehrgebäude kürzlich in Betrieb genommen werden konnte.

Büros verlagert, Kühlzelle „arbeitet“ weiter

Aber das Forstgebäude hat neben der Ausbildung weitere wichtige Funktionen. So sind dort das Büro für die Betreuung des Ruheforstes bei Abtshagen sowie die Büros der Leiter der Reviere Sievertshagen und Elmenhorst – Letzteres gehört zum Nachbarforstamt Schuenhagen – untergebracht. „Die beiden Revierförster und das Ruheforstbüro sind übergangsweise nach Sievertshagen ausgewichen“, informiert Berger.

Nicht verlegt werden konnte dagegen die Kühlzelle, für das erlegte Wild der nördlichen Reviere des Forstamtes. Auch diese befindet sich in dem Gebäude „und wird während der Sanierung auch ununterbrochen weiter betrieben“, teilt er mit.

Auf Lehrstellen kann sich noch beworben werden

Im Sommer des kommenden Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Pünktlich zum neuen Lehrjahresbeginn“, sagt Robert-Marc Berger und weist darauf hin, dass sich noch auf die Ausbildungsstellen zum Forstwirt bei der Landesforstanstalt beworben werden kann. Die Ausschreibung finden Interessierte unter www.wald-mv.de.

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Von Anja Krüger

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