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Grimmen Freibad Grimmen: Wer hat den Strohballen ins Wasser gerollt?
Vorpommern Grimmen Freibad Grimmen: Wer hat den Strohballen ins Wasser gerollt?
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16:49 10.05.2019
Der Strohballen im Wasser des Freibads in Grimmen hat sich mit Wasser vollgesogen und ist nun tonnenschwer. Quelle: Carolin Riemer
Grimmen

Noch treibt nur ein einsamer Strohballen im Wasser des Grimmener Naturbades. Doch das ändert sich ab dem 4. Juni, dann beginnt offiziell die Freibad-Saison. Bis dahin haben Mario Gohs und seine ehrenamtlichen Helfer jedoch noch alle Hände voll zutun – beispielsweise den Strohballen aus dem Wasser fischen. Und das gestaltet sich als schwierige Aufgabe.

„Irgendwelche Witzbolde haben den vermutlich schon am Ende des vergangenen Jahres ins Wasser gerollt“, sagt Mario Gohs. Seitdem treibt er langsam aber stetig dichter auf die Badestelle zu. „So komplett mit Wasser voll gesogen, ist er nun natürlich tonnenschwer.“ Schweres Gerät sei nötig, um den dummen Jungenstreich zu beseitigen. „Wir bekommen in den nächsten Tagen zum Glück Hilfe von den Mitarbeitern des Grimmener Stadtbauhofs.“

Mario Gohs arbeitet seit zehn Jahren im Naturbad Grimmen. Quelle: Carolin Riemer

Abgesehen von dem Strohballen ist Mario Gohs in den vergangenen Jahren jedoch immer zufriedener mit seinen Badegästen geworden. Immer weniger Müll sammelt der Greifswalder Taucher Roland Diedrichkeit aus dem bis zu vier Meter tiefen Wasser. Waren es vor etwa fünf Jahren noch mehrere zehn-Liter-Eimer Unrat, ist es jetzt meist nur noch einer. Für Gohs ein eindeutiges Zeichen: „Den Gästen ist ihr Naturbad ans Herz gewachsen, sie achten es.“ Jedes Jahr, kurz vor der Saison-Eröffnung, geht der Taucher unter Wasser und sammelt große Steine und vereinzelte Flaschen vom Grund der einstigen Torfgrube, um das Verletzungsrisiko der Badegäste zu minimieren. In diesem Jahr ist es am 27. Mai soweit. Bis dahin grubbern die drei Ehrenamtlichen den knüppelharten Kies am Ufer des Schwimmbeckens um. Sie entsorgen trockenes Geäst, pflanzen Blumen und bereiten alles für die Badegäste vor.

Obwohl es in anderen Regionen immer wieder Schwierigkeiten gibt, Rettungsschwimmer für den verantwortungsvollen Posten zu gewinnen, sei das in Grimmen kein Problem. Mario Gohs, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum im Naturbad feiert, greift auch in diesem Jahr auf seine „Stamm-Belegschaft“ von der Wasserwacht zurück. Das sind junge Leute im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die er zum Teil selbst zu Rettungsschwimmern ausbildete, schon lange kennt und die in der Saison zusammen mit einem erfahrenen Rettungsschwimmer das Freibad absichern. „Mittlerweile muss man auf persönliche Kontakte zurück greifen, denn viele junge Leute möchten mehr Geld mit dem Job verdienen, als realistisch ist.“ Sogar aus Bayern und Thüringen warb Mario Gohs Rettungsschwimmer an, die er privat in seinen eigenen vier Wänden und bei einem ehemaligen Rettungsschwimmer-Kollegen unterbringt. „Wir sind wie eine große Familie, auf die man sich immer verlassen kann. Sogar mit einem gebrochenen Zeh schleppen meine Leute sich noch zum Dienst.“

Bis zu 7000 Gäste in der Saison

Am 4. Juni startet das Naturbad Grimmen in die Sommersaison. Bis Anfang September ist geöffnet.

Öffnungszeiten: Montag: geschlossen, Dienstag bis Freitag: 14 bis 19 Uhr, Wochenende: 13 bis 19 Uhr

Öffnungszeiten in den Ferien: Montag: geschlossen, Dienstag bis Freitag 14 bis 19 uhr, Wochenende: 10 bis 19 Uhr

Eintrittspreis: Kinder ein Euro, Erwachsene zwei Euro pro Tag

Noch nehmen die Mitarbeiter die kühlen Temperaturen mit Humor. Quelle: Carolin Riemer

Eintrittspreis, Öffnungszeiten und die Ausrüstung auf dem insgesamt 2,4 Hektar großen Gelände haben sich seit dem vergangenen Sommer nicht verändert. Auch in diesem Jahr lernen hier ab dem 28. Mai Grund- und Förderschüler schwimmen und ein Ausbildungscamp wird zusammen mit der Feuerwehr organisiert. Aber es gibt Pläne, die Gohs als Zukunftsmusik bezeichnet. So sollen drei bis vier Caravan-Stellplätze mit Wasser- und Stromanschlüssen entstehen und der Sanitätstrakt sowie die Außen-Duschen saniert werden. Wann mit den Arbeiten begonnen werden kann, weiß Gohs jedoch noch nicht.

Carolin Riemer

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