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Grimmen Gärtnerei: In Dorow laufen derzeit viele Experimente
Vorpommern Grimmen Gärtnerei: In Dorow laufen derzeit viele Experimente
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10:52 28.05.2019
Olaf Schnelle bei der Arbeit. Es werden die nächsten Wildkräuter eingesät. Seine Produkte sind deutschlandweit gefragt. Quelle: Raik Mielke
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Dorow

„So einen tollen Start in die Saison hatte ich noch nie“, freut sich Olaf Schnelle und erklärt: „Es gab im Frühjahr keine schädlichen Frostperioden und somit auch keinerlei Verluste.“ Seit Mitte der 1990er Jahre betreibt er in Dorow eine Gärtnerei. Inzwischen trägt sie den Namen „Schnelles Gemüse“. „Dies hat weniger etwas mit der Geschwindigkeit, als eher mit meinem Nachnamen zu tun“, erklärt der sympathische Naturliebhaber aus der Gemeinde Grammendorf.

Spitzen-Köche aus ganz Deutschland setzen auf die Produkte von Olaf Schnelle. Dabei bewirtschaftet er direkt neben seinem Haus in Dorow gerade mal eine Fläche von etwas weniger als 2000 Quadratmetern. „Im Nachbardorf habe ich dann noch eine Anbaufläche, die aber auch nur 1500 Quadratmeter groß ist“, erklärt er. Worin liegt also das Geheimnis des großen Erfolges? Aber der Reihe nach.

Jedes Jahr neue Experimente

Schnelles Grünzeug” ist wie bereits angesprochen eine klassische Gärtnerei. Anders als in vielen anderen Gärtnerein wachsen bei Olaf Schnelle aber jene Sachen, welche die meisten Laubenpieper so gar nicht gerne auf ihren Beeten wiederfinden. Und in der Regel einfach nur als lästiges Unkraut titulieren. Aber eben genau diese frischen Wildkräuter, essbaren Blüten, seltenen Würzkräuter, aber auch rare Gemüsesorten baut Olaf Schnelle an. Aus jenen entsteht in verschiedensten Ernte- und Verarbeitungsschritten dann fermentiertes Gemüse oder eben frisches Grünzeug. Besonders die Fermentation ist inzwischen das Steckenpferd des Gärtners, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Mikrobiologie beschäftigt. „Heißt keine Konservierungsstoffe, sondern der Einsatz von lebendigen Bakterienkulturen, die ein gesundes Produkt garantieren“, verdeutlicht er. Und derzeit wird wieder sehr viel experimentiert. „Ich bin mein eigenes Versuch-Kaninchen. Derzeit arbeite ich an einem ganz besonderen Bärlauch-Pesto und verschiedensten Tomaten- und Chilisoßen für die bevorstehende Grill-Saison“, beschreibt der Dorower.

Olaf Schnelle: „Erste Manufaktur, die nicht nur Weißkohl fermentiert“

Die Gärtnerei hat Olaf Schnelle 2017 um einen weiteren Betriebszweig erweitert. „Gleich neben den Anbauflächen habe ich ein Zentrum für Gemüsefermentation im Trebeltal errichtet“, erklärt er. Eine Pioniertat, denn dies ist die erste Manuafktur in Deutschland, die nicht nur Weißkohl, sondern auch anderes Gemüse fermentiert. „Und sie ist die einzige, die so eng am Rohstoff arbeitet. Direkt neben der Gärtnerei und ohne exotische Zutaten erzeugen wir nun fermentierte Gemüse“, betont er. Hierbei hat die Erfahrung, seit 20 Jahren die Top-Gastronomie zu beliefern, Olaf Schnelle das Rüstzeug gegeben, um nur mit einheimischen Produkten, Gemüsefermente zu kreieren, die weder Ingwer noch Kurkuma benötigen, um gut zu schmecken.

Wenige, dafür sehr treue Stammkunden

So verlassen jeden Tag zahlreiche Pakete mit frischen oder fermentierten Zutaten das kleine Dorf der Gemeinde Grammendorf. „Ich habe nicht sehr viele, dafür treue Stammkunden in ganz Deutschland. Rund 15 Spitzen-Köche beliefere ich wöchentlich. Hierbei ist der regelmäßige Austausch das Entscheidende“, erklärt er. Diese äußern immer wieder ihre Wünsche für neue Kreationen. „Meine Kunden sind häufig in der ganzen Welt unterwegs und sehen dort natürlich diverse landestypische Sachen. „Häufig finden diese mitgebrachten Samen dann den Weg in meinen Garten und ein neues Experiment startet“, erklärt Olaf Schnelle seine Herangehensweise und bedauert es ein wenig, dass es in unserer Tourismus-Region nur ganz wenige Restaurants gibt, die auf diese neuartigen Kreationen setzen.

Olaf Schnelle stand auch schon mit Star-Köchen wie Tim Mälzer vor der Kamera. Sterne-Köche lieben seine ausgefallenen Kreationen. Quelle: Raik Mielke

Raik Mielke

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