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Grimmen In Zarrendorf läuten nun wieder Kirchenglocken
Vorpommern Grimmen In Zarrendorf läuten nun wieder Kirchenglocken
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17:51 30.05.2019
Marleen Augustin zündete zusammen mit Tino Borchert, Geschäftsführer vom Verein LebensRäume, eine Kerze an, die dem Gotteshaus Segen spenden soll. Quelle: Carolin Riemer
Zarrendorf

Wie könnte ein Andachtshaus besser eingeweiht werden, als mit Gesang und Gebeten am Himmelfahrtstag. Mehr als einhundert Gäste kamen am Donnerstagnachmittag zu einem herzerwärmenden ersten Gottesdienst ins neue Gebetshaus nach Zarrendorf.

Aus dem Speisesaal ins neue Gebetshaus

Marleen Augustin (7) aus Negast zündete zusammen mit Tino Borchert, dem Geschäftsführer des Vereins „LebensRäume“, die ein Meter große Kerze an, die dem modernen Gotteshaus Segen spenden soll. Den spendeten auch die Worte der Pastorinnen Viviane Schulz und Ines Dobbe. In bewegten Zeiten solle das Haus ein Ort der Liebe, Ruhe und Gemeinschaft sein, wünschten sie sich. Mehr als vier Jahre lang gab es in Zarrendorf keinen richtigen Treffpunkt für die kleine christliche Gemeinde. Die Gottesdienste fanden ein Mal im Monat im Speisesaal auf dem Areal des Vereins „LebensRäume“ statt. Doch diese Notlösung ist nun Geschichte. Tino Borchert setzte sich nicht nur stark für ein neues Andachtshaus ein, er investierte auch zusammen mit dem Friedenshort aus Freudenberg in Westfalen mehr als eine Million Euro in den Neubau, der mit seinen Dachfenstern stets einen offenen Blick in den Himmel zulässt. 36 Monate vergingen von der Bauvoranfrage bis zur Einweihung.

Mehr als einhundert Besucher folgten der Einladung ins neue Andachtshaus nach Zarrendorf. Quelle: Carolin Riemer

„Das Haus soll ein lebendiges Herzstück des Ortes werden. Altes sei vergangen und Neues entstanden“, sagte Borchert mit Blick auf die Geschichte Zarrendorfs. Denn als die Gräfin von Bohlen-Bismarck Anfang des 20. Jahrhunderts durch Zarrendorf ritt, wunderte sie sich: Das Dörfchen, damals eher eine Siedlung, besaß weder eine Kirche noch einen Friedhof. Sie gründete 1906 ein Kinder-, und ein Andachtshaus auf dem Gelände, das heute der Träger der Kinder- und Jugendhilfe „LebensRäume“ gepachtet hat und mit Herzblut führt. Eine Kirche und einen Friedhof gibt es bis heute nicht in Zarrendorf und seit vier Jahren gehörte auch das von der Gräfin gegründete Konfirmandenhaus zur Geschichte, da es nach einem Wasserschaden von schwarzem Schimmel befallen war und abgerissen werden musste.

Eine vergoldete Bibel und historische Geschenke

Das nicht alltägliche Ereignis ließ sich auch der Vorstand des Friedenshortes nicht entgehen. Theologe Leonhard Gronbach, Kaufmann Götz-Tilmann Hadem und die Schwestern Christine Killies und Renate Hoffmann segneten das Haus nicht nur, sie überreichten auch Geschenke aus ihrem historischen Bestand. Die hochwertige Bibel mit Goldverzierung, ein Kreuz, Kerzenleuchter und ein Kelch für das Abendmahl verzieren künftig den Altar. Der sei zwar erst im Herbst fertig, aber bereits in Auftrag gegeben, teilten die Geistlichen ihren aufmerksamen Besuchern mit.

Nach mehr als vier Jahren läutete dann auch erstmals wieder eine Kirchenglocke in Zarrendorf. Neben dem Andachtshaus steht ein 4,50 Meter neuer Glockenstuhl, in dem die historische Bronzeglocke einen würdigen Platz fand. Sie wurde im Jahr 1829 in der Stralsunder Glockenwerkstadt von Simon Zach gegossen. Doch während die Glocke einst täglich von den Nonnen des Kinderheims per Hand geläutet wurden, zog nun moderne Technik in Zarrendorf ein. Eine elektrische Steuerung kann auf die gewünschten Läutzeiten programmiert werden.

Schwester Christine, Tino Borchert, Leonhard Gronbach und Viviane Schulz (v.l.) pflanzten gemeinsam einen Fliederbaum vor dem neuen Andachtshaus. Quelle: Carolin Riemer

 Nach dem gemeinsamen Gesang, auch der Chor aus Elmenhorst lieferte mehrere Ständchen, zogen die Gäste vor das Haus und pflanzten gemeinsam einen Fliederbaum. „Möge er seine Wurzeln tief in den Boden graben, wachsen und gedeihen“, sagte Tino Borchert zu seinen Besuchern, die mit bunten Luftballons in der Hand das Ereignis andächtig verfolgten und sie schließlich in den Himmel steigen ließen.

Die Luftballons gestalteten die Kinder aus der Kita Spielbude. Quelle: Carolin Riemer

Carolin Riemer

In einem Anhänger auf dem sonst Kühe transportiert werden Richtung Weide, per Kanu auf dem Schwanenteich oder Schlagerparty in Griebenow. Am Wochenende haben nicht nur die Kinder, Grund zu feiern.

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