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Grimmen Gefährlich: Wildparker behindern Feuerwehr in Grimmen
Vorpommern Grimmen Gefährlich: Wildparker behindern Feuerwehr in Grimmen
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19:54 17.05.2019
Auf einer Seite die Hauswand und Verkehrsschilder, auf der anderen Seite ein falsch abgestelltes Auto: Die Feuerwehr steckt an der Einfahrt von der Sundischen in die Norderhinterstraße fest. Quelle: Almut Jaekel
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Grimmen

 Das Einsatzauto der Freiwilligen Feuerwehr steckt fest. Nichts geht mehr beim Abbiegen von der Sundischen- in die Norderhinterstraße in der Grimmener Altstadt. Rechts sitzt das knallrote Auto direkt am Straßenschild haarscharf neben der Hausecke und vorne links – da behindert ein geparkter Pkw das Weiterfahren. Da hilft es auch nicht, dass Grimmens stellvertretender Wehrführer Sven Friedrich versucht, das Straßenschild zur Seite zu drücken – die Feuerwehr kommt nicht zum Einsatzort.

Nichts geht mehr in der Norderhinterstraße

Glücklicherweise ist die Tour, die die OSTSEE-ZEITUNG gemeinsam mit der Feuerwehr und Fara Fischer aus dem städtischen Ordnungsamt im Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug unternimmt, kein Ernstfall. Sondern das wilde Parken in der Stadt und die daraus entstehenden Gefahrenstellen werden unter die Lupe genommen.

In engen Straßen Abstände beachten

„Was würde passieren, wenn es hier wenige Meter weiter in einem Haus brennt und die Retter nicht rankommen“, fragt Fara Fischer besorgt. Der Pkw-Besitzer, der nach einiger Zeit erreicht wurde und sein Fahrzeug umparkt, fühlt sich nicht so richtig angesprochen. „Hier darf ich parken, ich stehe nicht falsch“, sagt er. „Absolut falsch“, klärt aber die Ordnungsamtsmitarbeiterin auf, die mit 20 Prozent ihrer Stelle den ruhenden Verkehr der Stadt kontrollieren soll. Dort sei es einfach zu eng und solche Straßen gebe es in der Altstadt viele. 3,05 Meter müssten vom Außenspiegel bis zur gegenüberliegenden Bordsteinkante mindestens frei bleiben, damit das Parken korrekt sei.

Halteverbot an engen Stellen

Halten ist nicht zulässig an engen und an unübersichtlichen Straßenstellen, im Bereich von scharfen Kurven, auf Einfädelungs- und auf Ausfädelungsstreifen, auf Bahnübergängen, vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten.

An engen Straßenstellen muss zur Durchfahrt ein Raum von mindestens 3,05 Metern Breite bleiben.

Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.

Parken ist unzulässig vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je 5 Meter von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten, wenn es die Benutzung gekennzeichneter Parkflächen verhindert, vor Grundstücksein- und -ausfahrten, auf schmalen Fahrbahnen auch ihnen gegenüber, über Schachtdeckeln, vor Bordsteinabsenkungen.

Vorsicht im Kreuzungsbereich

Nicht nur in engen Gassen werde widerrechtlich geparkt, auch auf Behindertenparkplätzen und sogar in Kreuzungsbereichen, weiß Sven Friedrich. „Dann kommen wir mit unserem Einsatzfahrzeug – das an diesem Tag ist 2,50 Meter breit, 3,35 Meter hoch und wiegt 16 Tonnen – auch nicht um die Ecke“, sagt er. In der Langen- und Mühlenstraße werde außerdem oft beidseitig außerhalb der markierten Parkflächen geparkt. Auch dann sei es für größere Fahrzeuge nicht möglich, vorbei zu kommen.

Parken in der Sundischen Straße ist absolut nicht gestattet – nur scheint das kaum jemanden zu interessieren. Andere Verkehrsteilnehmer müssen deshalb regelmäßig auf den Gehweg ausweichen. Fara Fischer: „Die Fußwege werden davon sicherlich nicht besser.“

In Grimmens Altstadt sind die Straßen eng. Weil aber dort und auch in anderen Stadtteilen oft widerrechtlich und teilweise ziemlich wild geparkt wird, ist es für Rettungskräfte sehr schwierig, zu den Einsatzorten zu kommen. OZ machte den Test.

Parken in Stadtnähe möglich

Dabei gebe es doch viele Möglichkeiten, um Innenstadt nah zu parken oder unkompliziert zu halten. Beispielsweise auf dem Parkplatz in der Stralsunder Straße oder direkt hinter der Wanderschule vom St- Jürgens-Weg aus. Denn was sich in der Quebbe an dieser Grundschule in den Morgenstunden abspiele, sei sehr gefährlich. Auch am späten Vormittag stehen dort widerrechtlich Fahrzeuge auf dem Gehweg und im Kreuzungsbereich.

Chaos an der Schule

Nicht nur in der Innenstadt sei die Parksituation angespannt, wissen beide. Auch in Südwest gebe es immer wieder Verstöße. Morgens, und wenn die Kinder aus Schule und Kindergarten abgeholt werden, gehe dort gar nichts mehr. „Wenn zu diesen Zeitpunkten ein Einsatz dort in der Nähe nötig ist, kommen wir auf keinen Fall vorbei, alles ist wild verparkt. Es ist ein Chaos“, sagt Sven Friedrich.

Steine wälzen statt Brand löschen

In Südwest gibt es ein weiteres Problem für die Rettungskräfte: Damit nicht überall geparkt werde, haben die Wohnungsverwaltungen oder die Mieter Feldsteine auf Rasenflächen gelegt. „Die Feuerwehreinfahrten, die wir bei Wohnungsbränden unbedingt nutzen müssen, sind dadurch teilweise so eng geworden, das wir nicht in sie hineinfahren können. Denn die Einsatzfahrzeuge haben einen relativ großen Wendekreis und auch für die Drehleiter muss im Ernstfall genügend Platz sein“, informiert Friedrich. Statt schnell den Brand zu löschen, müssen die Feuerwehrkameraden dann erst mühsam Steine zur Seite wälzen.

An einer weiteren Feuerwehrzufahrt am Innenring in der Orenburger Straße gibt es zwar keine hinderlichen Feldsteine, dafür ist dort aber ein Bauschuttcontainer mitten auf der Feuerwehrzufahrt abgestellt. „Auch das geht natürlich gar nicht“, betont Fara Fischer. Zugeparkt werden in Südwest auch oft die Ausweichgassen, beispielsweise am Innennring, sodass ein Vorwärtskommen bei Gegenverkehr unmöglich wird.

Neuer Schwerpunkt

Ein neuer Schwerpunkt für falsches Parken hat sich hinter dem Tierpark entwickelt, wo ein neues Wohngebiet entsteht. Da die Stellflächen noch nicht vollständig angelegt sind, parken Anwohner teilweise auf dem Gehweg. Mitarbeiter des Tierparks, Baufahrzeuge und Anwohner „streiten“ um die wenigen freien Stellflächen. Was übrig bleibt, reicht auch dort oft nicht für ein Feuerwehrauto zum Durchkommen.

„An dieser Stelle kann die Feuerwehr beispielsweise nicht einmal ausweichen, um einen Abschleppwagen durchzulassen, der die Straße freimacht“, sagt Fara Fischer. Es bleibt nur, rückwärts zu stoßen, dann, das im Weg stehende Auto abzuschleppen und schließlich zum Brandort vorzufahren. Bis dahin ist viel zu viel Zeit vergangen“, macht sie die dramatische Lage deutlich.

Erneuter Zwangstopp

In der Tribseeser Vorstadt gibt es an diesem Vormittag nicht viele Parksünder. Bis das Einsatzfahrzeug in die Borstschewstraße fährt. Mitten im Kreuzungsbereich steht ein kleiner Pkw eines Pflegedienstes, links ein zweiter. Absolut im Halteverbot. Das Feuerwehrauto kommt schon wieder nicht weiter. „Man muss als Fahrzeugführer sehen, dass auch ein größeres Fahrzeug noch vorbeikommt“, fordert Fara Fischer die Verkehrsteilnehmer auf. Denn auch Müllfahrzeugen, Möbelwagen und Krankentransporten werde so der Weg versperrt.

Almut Jaekel

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