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Grimmen Glashagener wandert 775 Kilometer durch Spanien
Vorpommern Grimmen Glashagener wandert 775 Kilometer durch Spanien
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15:00 29.10.2019
Am Ziel: Tom Görth vor der Kathedrale von Santiago de Compostela. Quelle: privat
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Glashagen/Abtshagen

Von höllisch schmerzenden Füßen bis hin zu beinahe unbeschreiblichen Glücksgefühlen: 35 Tage lang ist Tom Görth auf Pilgerreise in Spanien gewesen. Der Glashagener hat teilweise seinen inneren Schweinehund besiegen müssen. Bekam dafür eindrucksvolle Landschaften zu sehen, ist Menschen begegnet, mit denen er noch immer in Kontakt steht. Und er ist nicht nur mit einer Menge mehr Gelassenheit zurückgekehrt, sondern auch mit der Gewissheit, dass es nicht seine letzte Pilgerreise gewesen ist.

775 Kilometer in 35 Tagen auf der Via de la Plata: Am Mittwochabend (30. Oktober) berichtet der 54-Jährige um 18 Uhr in einem Bildervortrag in der Heilgeistkirche in Abtshagen von seinen Erlebnissen im Frühjahr dieses Jahres.

Erste Pilgererfahrung nach einem Schlaganfall

In der "Muschelbar" in A Alberguería können sich die Pilger verewigen lassen. Quelle: privat

Es ist nicht seine erste Tour gewesen. Tom Görth ist noch nicht einmal 50 Jahre alt, als er einen Schlaganfall erleidet. Rund ein Jahr vergeht, bis er wieder vollkommen genesen ist. Eine Zeit, in der er den Plan schmiedet, auf seine erste Pilgerreise zu gehen. „Ich wollte testen, was ich leisten kann“, begründet er seine erste Wanderung.

Im Frühjahr 2014 geht er 460 Kilometer des Camino de la Costa in Spanien, auch Küstenweg genannt – den nördlichsten aller spanischen Jakobswege. 15 bis 25 Kilometer legt er täglich zurück. Oft allein durch Wald und Flur, über Berge, durch Täler und steht nach fünf Wochen schließlich auf dem Markt vor der Kathedrale von Santiago de Compostela. „Ein unbeschreibliches Gefühl, ist das gewesen. Es nach der schweren Krankheit geschafft zu haben, am Ziel zu sein. Ganz ehrlich, ich habe geweint“, erinnert er sich.

Nur ein Jahr später bricht er erneut auf. Dieses Mal nicht allein. Seine Frau Sandra begleitet ihn auf dem 240 Kilometer langen Caminho Portugues, der zum Teil entlang der portugiesischen Westküste bis nach Santiago de Compostela führt.

Es gibt viele Wege

Im Herbst des vergangenen Jahres packt Tom Görth das Pilgerfieber erneut. Er beginnt mit den Vorbereitungen für seine bislang schwerste Tour. Wie schwer sie werden würde, hat er zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt. „Ich wollte einfach nur raus aus dem Alltag. Wenn man über verschiedene Dinge nachdenken möchte, ist Pilgern genau das Richtige“, beschreibt er seinen Beweggrund.

Doch der Plan ist das eine, ihn zu realisieren dann doch etwas schwieriger. „Ich wollte sechs Wochen am Stück freinehmen. Das ist auch als Verwaltungsmitarbeiter nicht so einfach“, erzählt der 54-Jährige von der größten Hürde in der Vorbereitung. Aber es hat geklappt. Am 23. März fliegt Tom Görth nach Spanien, erkundet den Tag darauf die Stadt Merida und startet am 25. März schließlich seine Pilgerwanderung. Bei frühsommerlichem Wetter, Temperaturen um die 25 Grad Celsius.

Rund sieben Kilogramm Reisegepäck

Tom Görth an einer öffentlichen Wasserentnahmestelle auf dem Weg nach Valdesalor. Quelle: privat

Seine Reiseutensilien hat Tom Görth bereits Wochen zuvor zusammengestellt. „Nur rund sieben Kilogramm war mein Rucksack schwer. Die Male zuvor wog mein Gepäck um die zehn Kilogramm“, berichtet er. Zweimal Wechselkleidung, Reiseführer, Hygieneartikel in Kleinverpackungen, Kamera, Trekkingsandalen, GPS-Gerät, Reiseapotheke, Schlafsack, Stöcker, Proviant.

Worauf er aber nicht so richtig eingestellt war: auf Frost und Schnee. Beides hat ihn überrascht. „Und bis zum 17. April habe ich gebraucht, um die Blasen an meinen Füßen loszuwerden“, erzählt er von den Strapazen der Reise. Wundpflaster habe er nachkaufen müssen, die Sonnencreme im Gepäck jedoch nur einmal gebraucht.

Buch und weitere Pilgertour sind geplant

Täglich dagegen hat er ein kleines Tablet in die Hand genommen. „Um zu bloggen, meine Familie und Freunde so an meiner spannenden Reise teilhaben zu lassen“, erzählt er. Dieser Blog soll nun auch als Grundlage für Tom Görths erstes Buch über seine Erlebnisse auf der Via de la Plata dienen.

Wann er diesen Plan umsetzt, wisse er noch nicht. Fest steht aber: „2021 werde ich wieder pilgern, auf dem Caminho Portugues. Dann erstmals mit meinem Bruder, der in dem Jahr 50 Jahre alt wird.“

Von Anja Krüger

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