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Grimmen Jetzt ist es sicher: Am Wochenende brodelt der Grimmener Hexenkessel wieder
Vorpommern Grimmen

Grimmen: Am Wochenende brodelt der Hexenkessel wieder

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17:00 08.09.2021
Am Wochenende „fliegen“ die Autos wieder durch den Grimmener Hexenkessel.
Am Wochenende „fliegen“ die Autos wieder durch den Grimmener Hexenkessel. Quelle: Raik Mielke
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Grimmen

Der Wahnsinn auf vier Rädern – die spektakulären Stock-Car-Rennen – sind eines der Aushängeschilder der Trebelstadt. Am Wochenende findet im Grimmener Motodrom nach fast auf den Tag genau zweijähriger Abstinenz nun wieder das erste Rennwochenende statt. Aufgrund der Pandemie mussten im vergangenen Jahr drei Events und auch in diesem Jahr bereits zwei Termine abgesagt werden. Nun kann eine der spektakulärsten Motorsportarten im wahrsten Sinne des Wortes wieder Gas geben. Die OSTSEE-ZEITUNG traf Heike Hübner, Vorsitzende der 1. Grimmener Stock-Car-Legion. Für sie ist es die erste Veranstaltung als Chefin des Vereins. Im OZ-Interview erklärt sie, mit welchen Gefühlen die Verantwortlichen dem langersehnten Motorsport-Wochenende entgegenfiebern, welche Größenordnung das Event nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Rügen haben wird und worauf sich die Fans der Szene einstellen müssen.

Heike Hübner, Vorsitzende der 1. Grimmener Stock-Car-Legion, im großen OZ-Interview. Quelle: OZ-Archiv

Seit Wochen laufen intern die Vorbereitungen auf das erste Rennwochenende nach 24 Monaten. Nun ist es offiziell. Am Sonnabend brodelt der Hexenkessel wieder. Wie groß ist – wenige Tage vor dem Neustart – die Vorfreude?

Ganz klare Antwort: Bei allen Beteiligten ist die Vorfreude riesig. Mir persönlich, aber vor allem den vielen Fahrern, Mechanikern und Fans hat Stockcar so sehr gefehlt. Die zwei Jahre, in denen wir wegen der Pandemie nicht fahren konnten, fühlten sich wie eine Ewigkeit an. Wir sprechen gern von einer großen Familie, die sich normalerweise drei Mal im Jahr im Hexenkessel trifft. Und jeder kann sich vorstellen, wie es ist, wenn man seine Familie 24 Monate lang nicht sieht, keine gemeinsamen Erlebnisse hat und ein Wiedersehen lange Zeit ungewiss ist. Darum ist die Vorfreude sehr groß.

Wie laufen die Vorbereitungen auf die Großveranstaltung?

Die Vorbereitungen sind größtenteils abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises gab es sehr viele gute und hilfreiche Gespräche. Unser Hygienekonzept für das Großevent steht. Wir werden Veranstaltungen mit 2500 Teilnehmern pro Event austragen. Wir hatten geprüft, ob auch mehr Besucher möglich sind. Dies war aber in Grimmen nicht umsetzbar. Jetzt brauchen wir keine Tests der Besucher. Bei mehr als 2500 hätten wir diese benötigt. Dies hätte die Apotheken in der Trebelstadt überfordert. Unser Gelände ist zehn Hektar groß. Der Abstand sollte gut einzuhalten sein. Wenn dies in gewissen Bereichen nicht der Fall ist, muss eine Maske getragen werden. Die beste Nachricht aber: Alle unsere Helfer sind wieder mit dabei, die Strecke wurde in einen hervorragenden Zustand versetzt und wir werden den Fahrern somit optimale Bedingungen ermöglichen können.

Sie rechnen mit einem großen Andrang. Wissen Sie bereits, wie groß das Starterfeld sein wird?

Mit einem großen Interesse ist definitiv zu rechnen. Man muss eigentlich nur eins und eins zusammenzählen. Die Fahrerinnen und Fahrer, aber auch die Fans sind einfach heiß darauf, ihre Fahrzeuge mal wieder ins Rennen zu schicken oder sich spannende Rennen anzusehen. Nach aktuellem Strand rechnen wir mit ungefähr 300 Fahrerinnen und Fahrern, die in den unterschiedlichen Klassen an den Start gehen werden.

Wie wird das Rennwochenende strukturiert sein?

Vom Ablauf her wie gewohnt. Wir haben einen Anreisetag am Freitag mit technischen Kontrollen ab 15 Uhr und zwei Renntage, die jeweils um neun Uhr beginnen werden. Camping auf dem Gelände ist möglich, für alle Besucher ist aber eine Registrierung notwendig. Diese wollen wir über die Luca-App koordinieren. So haben wir zu jeder Zeit eine aktuelle Zahl, wie viele Personen sich auf dem Gelände befinden. Da wir das Wochenende in vier Veranstaltungen untergliedern, wird es keine Wochen­end-, sondern nur Tagestickets geben. Und es gibt keinen Vorverkauf. Die Kasse öffnet am Sonnabend bereits um 7.30 Uhr.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Tageskarte Samstag: 10 €Tageskarte Sonntag: 10 €Wochenendkarte: 15 €After-Race-Party: 5 €Behinderte und eine Begleitperson: Eintritt freiKinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr: Eintritt frei

Die Kasse öffnet am Sonnabend und Sonntag bereits um 7.30 Uhr.

Wo können Besucher parken?

Die südliche Randstraße wird in eine Einbahnstraße umgewandelt und bietet somit Platz für parkende Autos am Randstreifen. Zudem stehen direkt auf dem Gelände und im Gewerbegebiet ausgeschilderte Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Findet denn auch die traditionelle ­After-Race-Party statt?

Ja, diese findet in gewohnter Form statt. Jedoch übernimmt dieses Mal der Festwirt Holtz die Organisation und Durchführung der Partynacht. Aufgrund der Pandemie wird es bei dem Rennen aber vor allem um die sportliche Komponente gehen. Das heißt, die gewohnte Kinderanimation auf dem Gelände wird es so nicht geben. Für die Verpflegung ist gesorgt – einen Jahrmarkt gibt es aber nicht. In Pandemiezeiten haben viele Schausteller ihr Gewerbe aufgegeben. Es wird lange dauern, bis sich diese Branche wieder regeneriert.

Auf welche Klassen können sich die Besucher freuen?

In den verschiedensten Klassen – angefangen mit der Trabant-Klasse und aufgehört mit der Allradklasse – wird gefahren, in denen auch Fahrzeuge mit bis zu 300 PS unterwegs sind. Spektakulär und besonders beliebt ist zudem das Wohnwagen-Vernichtungsrennen, welches am Sonntag stattfindet. Während es am Sonnabend die Vorläufe gibt, gehen die Stock-Car-Fahrer am Sonntag in den Finalläufen an den Start.

Von Raik Mielke