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Grimmen Teamchef fährt Stock-Car-Rennen mit Bein-Prothese
Vorpommern Grimmen Teamchef fährt Stock-Car-Rennen mit Bein-Prothese
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13:56 28.04.2019
Neben den Rennen das Schönste: Ramon Lange (vorne) und Sven Wehpke sind passionierte Schrauber und versuchen alles aus den Fahrzeugen rauszuholen.  Quelle: Raik Mielke
Grimmen

 Es geht wieder los. Der Wahnsinn auf vier Rädern nimmt seinen Lauf. Am Wochenende startet im Grimmener Hexenkessel die neue Stock-Car-Saison – der spektakulärste Sport, den die Trebelstadt zu bieten hat. Drei Rennwochenenden warten auch 2019 auf alle motorsportbegeisterten Menschen der Region. Die OSTSEE-ZEITUNG besuchte unmittelbar vor dem Saisonstart das „Heiligtum“ des Vereins TNT-Racing – die Schrauberhalle. In dieser werden gerade Sonderschichten geschoben, damit alles präpariert ist für den heißen Start im Hexenkessel.

„Stock-Car half, die Tortur zu überstehen“

„Die Rennen in Grimmen sind für uns das Highlight der Saison“, betont Ramon Lange. Der 30-jährige Teamchef des Stock-Car-Vereins TNT-Racing ist seit frühester Kindheit mit dem Motorsport verwurzelt. Doch vor 13 Jahren kostete ein Motorrad-Unfall ihn fast das Leben. Über einen Zeitraum von elf Jahren musste er 30 Mal operiert werden. „Mein Bein war nach dem Unfall komplett zerstört“, bringt er es auf den Punkt. Vor zwei Jahren dann die erschreckende Nachricht: Das Bein muss amputiert werden. Wo andere den Kopf in den Sand stecken würden, kam ein Aufgeben für Ramon Lange nicht in Frage. „Stock-Car und meine Freunde hier im Verein waren eine wichtige Stütze“, sagt der Teamchef. Am Wochenende sitzt er mit einer speziellen Prothese wieder hinter dem Steuer. „Angst habe ich keine. Durch den eingeschränkten Funktionsradius musste ich meine Fahrweise anpassen, aber einen Nachteil habe ich dadurch nicht“, sagt er.

Am Wochenende startet im Grimmener Hexenkessel die neue Stock-Car-Saison. Rennstart ist an beiden Tagen um neun Uhr.

Um 20 Uhr steigt am Sonnabend Im Motodrom die große After-Race-Party.

Am Sonntag können sich die Besucher auf die Final-Läufe in allen Klassen freuen. Zudem gibt es in der offenen Klassen und der Trabant-Klasse den beliebten Massenstart. Als Abschluss steigt das Wohnwagen-Vernichtungsrennen.

Jugendliche und Kinder bis zum vollendeten 16. Lebensjahr, sowie Behinderte mit einer Begleitperson haben freien Eintritt.

Ramon Lange: „In irgendeiner Halle brennt immer Licht“

Gemeinsam mit Team-Kollege Sven Wehpke schraubt er derzeit an einem Fahrzeug für den Start in der offenen Klasse. „Der Motor läuft noch nicht ganz rund. Aber bis zum Wochenende bekommen wir das hin“, ist er sich sicher. Insgesamt gehören zu dem eingetragenen Stock-Car-Verein 17 Mitglieder. „Gegründet haben TNT-Racing zwei Frauen in einer Garage in Abtshagen“, erklärt Sven Wehpke. Seit zwei Jahren schrauben die Mitglieder fast jeden Tag in der Woche in einer großen Halle in Appelshof. „Dies macht für mich den besonderen Reiz am Stock-Car aus“, sagt Ramon Lange. „Man trifft sich mit seinen Kumpels in den Hallen, bastelt an den Autos, feiert Erfolge bei den Rennen und hilft sich auch außerhalb der Rennen. Dies läuft alles ab wie in einer großen Familie.“ Und wie der 30-Jährige beschreibt, ist dies in fast jedem Dorf der Region so. „Wenn man in den Abendstunden mal durch die Dörfer fährt, findet man immer eine Schrauberhalle, in der noch Licht brennt.“

Neben den Rennen das Schönste: Ramon Lange (vorne) und Sven Wehpke sind passionierte Schrauber und versuchen alles aus den Fahrzeugen rauszuholen. Quelle: Raik Mielke

Indira Landau: „Die Aufregung steigt so langsam“

Das Team schafft zudem einen Raum, in dem sich junge Leute mit einbringen können. „Wir haben ja auch mal als Junior-Fahrer begonnen. Ältere Freunde haben uns einfach mitmachen lassen. Nur dadurch ist Stock-Car zu solch einer Tradition geworden“, meint Ramon Lange. Inzwischen hat TNT-Racing vier Junior-Fahrer. Eine von ihnen ist die 13-jährige Indira Landau. „Ich bin im letzten Jahr mein erstes Rennen bei den Trabant-Junioren gefahren“, berichtet sie stolz. Dem Wochenende fiebert sie besonders entgegen. „Die Aufregung steigt so langsam. Es macht einfach total viel Spaß mit anderen ein Rennen zu fahren“, sagt die Nachwuchs-Motorsportlerin.

Indira Landau (13) ist im vergangenen Jahr ihr erstes Rennen gefahren. Die junge Stock-Car-Fahrerin fiebert dem ersten Rennwochenende im Grimmener Hexenkessel entgegen. Quelle: Raik Mielke

Ein klares Ziel haben die Appelshofer Motorsportler für das erste Rennwochenende auch. „Man will immer in allen Klassen, in denen man startet, auch einen Pokal gewinnen“, sagt Ramon Lange.

Raik Mielke

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