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Grimmen Grimmen rüstet auf LED um
Vorpommern Grimmen Grimmen rüstet auf LED um
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09:42 28.02.2018
Beleuchtung in der Bahnhofstraße in Grimmen Quelle: Philip Schülermann
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Grimmen

Schon bald soll Grimmen in neuem Licht erstrahlen – dank neuer Straßenbeleuchtung. Dazu erneuert die Stadt Leuchtmittel in den Laternen. LEDs sollen dabei helfen, Energie zu sparen, haben aber auch Nachteile – vor allem für die Tierwelt. 

Die Arbeiten laufen bereits. Nach und nach werden die alten Glühlampen durch Leuchtdioden ersetzt, wenn die alten defekt sind. Der Arbeitsaufwand variiert. „Das kann bei jeder Leuchte anders sein“, erklärt Heike Hübner vom Bauamt der Stadt. Manchmal können Leuchten einfach getauscht werden, manchmal müsse das Vorschaltgerät gewechselt werden. In der Stadt gebe es verschiedene Laternentypen, sagt Hübner.

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Stadt wartet auf Fördermittel

Zuerst werden Durchgangsstraßen, wie Tribseeser oder Greifswalder Straße umgerüstet. 70<TH>000 bis 90 000 Euro soll das kosten. Genaue Angaben möchte Hübner nicht machen. Denn noch ist der Auftrag für eine großflächige Umrüstung nicht ausgeschrieben. Die Stadt wartet auf die Zusage für Fördermittel. Nach Angaben der Stadtverwaltung bezahlt sie pro Jahr derzeit rund 210 000 Euro für Strom. Sie erhofft sich von der Umrüstung eine Ersparnis bei den Betriebskosten. Die LEDs gelten als besonders energiesparend. „50 Prozent Einsparungen sind durchaus möglich“, sagt Dr. Johannes Gulden vom Institut für Regenerative Energie Systeme an der Hochschule Stralsund. Weiterer Vorteil der Leuchtdioden: Sie lassen sich dimmen. So könne bei Bedarf der Stromverbrauch weiter reduziert werden, erklärt Gulden. Bei umgerüsteten 20 Prozent aller 2000 Laternen sind das bereits 31 000 Euro, die die Stadt spart, sagt Heike Hübner.

Werden Autofahrer geblendet?

Die LEDs haben aber auch Nachteile. Einer ist, dass das Licht weniger streut. Das kann bedeuten, dass einerseits Fußgängerwege weniger als bisher ausgeleuchtet werden, denn der Schein ist punktueller. Bei gleichbleibendem Abstand und Höhe der Laternen kann das zu Problemen führen. Denn es können helle und dunkle Zonen in einer Straße entstehen. Außerdem könnten Autofahrer geblendet werden. „Dazu habe ich noch nichts Negatives gehört“, sagt Gulden, ergänzt aber, dass ein hoher Blauanteil im Licht dazu führen könne, dass Autofahrer LED-Licht als heller empfinden, obwohl es das nicht ist. In Elmenhorst wurden von 2015 bis 2017 schrittweise alte Lampen mit LED-Technik ausgerüstet. „Die Straße wird nun besser ausgeleuchtet“, sagt Bürgermeister Rudi Wendorf (CDU). Autofahrer würden in seinem Dorf aber nicht geblendet.

Blaues Licht schadet Insekten

Der Blauanteil ist aus einem anderen Grund für Gulden ein entscheidender Nachteil gegenüber den alten Leuchtmitteln. Dadurch werde „das Insektensterben weiter vorangetrieben“, sagt er. Denn die sogenannte Lichtverschmutzung nehme zu. „Die Insekten stehen unter Dauerstress.“ Helfen würden wärmeres Licht und wenn Laternen zeitweise gedimmt würden. Das spart gleichzeitig Energie. Zusätzliche Technik wie diese bringe aber auch Mehrkosten bei der Umrüstung mit sich, erklärt Gulden.

Große Einsparungen bei Energie, kaum mehr Geld in der Kasse

Der Elmenhorster Bürgermeister Wendorf zieht ein positives Resümé: „2012 hatten wir einen Verbrauch von 21<TH>100 Kilowattstunden. 2017 waren es nur noch 8600“, sagt Wendorf zufrieden. Die Gemeinde spart nun 60 Prozent elektrische Energie ein. Ohne Frage sei die Umrüstung auf die energiesparende Technik eine gute Entscheidung gewesen. Dennoch ist die Euphorie verhalten. Viel mehr Geld habe Elmenhorst nämlich tortzdem nicht in der Kasse. „Die Kostenersparnis ist nicht so groß.“ Der Grund dafür seien Strompreiserhöhungen, erklärt Wendorf.

Schülermann Philip