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Grimmen Grimmener Hotels leiden bisher kaum unter Coronavirus
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Grimmener Hotels leiden bisher kaum unter Coronavirus

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18:12 11.03.2020
Bernhard und Dorlis Lunkenheimer an der Rezeption ihres Landhotels. Quelle: Almut Jaekel
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Grimmen

Verschärfte Hygienemaßnahmen, eventuell weniger Buchungen als sonst zu dieser Zeit, einige wenige Stornierungen und zwei Veranstaltungsabsagen – die Coronavirus-Gefahr macht auch vor Hotels, Pensionen, Gästehäusern und Vereinen um Grimmen keinen Bogen. In Panik verfällt aber niemand, das vorpommersche Hinterland ist bei den Gästen nach wie vor beliebt.

„Explizit wegen der Gefahr vor dem Coronavirus wurde bei uns im Haus die Tagung einer Bausparkasse, die für April geplant war, abgesagt“, informiert Bernhard Lunken­heimer, der gemeinsam mit seiner Frau Dorlis das kleine Landhotel „Gut Zarrentin“ im Trebeltal bei Grimmen führt. Erst 2014 haben die beiden das historische Ensemble übernommen und saniert, neun Gästezimmer werden angeboten. Es gebe auch einige Buchungsstornierungen für Zimmer, erzählt Lunken­heimer weiter.

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Osterbrunch in Zarrentin weiter geplant

Aber ob das wirklich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zusammenhänge, könne er nicht sicher bestätigen, es sei aber durchaus möglich. Gründe fürs Stornieren wurden nicht angegeben. Bisher habe das Ehepaar seit der Eröffnung einen stetigen Zuwachs an Gästezahlen zu verzeichnen. Das sei auch im Januar und Februar 2020 der Fall gewesen. Für März könne er die Entwicklung noch nicht abschätzen, einen Einfluss der Krankheit schließt Bernhard Lunkenheimer jedoch nicht aus.

Traditionell wird zu Ostern ins kleine Landhotel zum Osterbrunch eingeladen. Der wird auch in diesem Jahr – nach jetzigem Stand der Dinge – stattfinden: Am 12. April können Gäste am Büfett schmausen. Einige, wenige freie Plätze gibt es noch.

Buchungen in Oberhinrichshagen verhalten

„Wir wissen nicht einhundertprozentig, ob die Corona-Krise bisher schon Auswirkungen auf unser Haus hat“, sagt Volker Schmidt, der mit seiner Frau Dörte seit dem vergangenen Jahr das Hotel „Haus Überland“ in Oberhinrichshagen betreibt. Denn sie hätte keinen Vergleich, erst vor einem knappen Jahr eröffneten die beiden das Hotel mit seinen 21 Gästezimmern neu.

Dörte und Volker Schmidt, die neuen Pächter des "Haus über Land" in Oberhinrichshagen öffneten ihr Hotel am 1. April. Quelle: Almut Jaekel

Konkrete Absagen gäbe es noch nicht. „Aber die Nachfragen halten sich in Grenzen“, schätzt Schmidt die Lage ein. Sogar für Ostern seien die Buchungen bisher verhalten. „Das war in diesem Jahr auch schon anders“, sagt er. Ob es aber am Wetter oder doch am Coronavirus liege – da möchten sich die Betreiber nicht festlegen.

Keine Stornierungen, keinerlei Absagen – die Corona-Krise ist im „Golfhotel Strelasund“ in Kaschow bisher nicht angekommen. „Die Zimmerreservierungen laufen normal“, heißt es von dort.

Hygienemaßnahmen im Jugendgästehaus erhöht

Auch im Jugendgästehaus „Graureiher“ in Nehringen registrierte Einrichtungsleiter Basti Retzlaff bisher keine Buchungsstornierungen. „Im Gegenteil“, sagt er. „Wir sind in diesem Jahr sehr gut gebucht.“ Gerade sind 15 Handwerker angereist, die sechs Wochen lang im Haus an der Trebel in Nehringen bleiben werden.

Jugendgästehaus Graureiher Nehringen Quelle: Jugendgästehaus Graureiher Nehringen

Allerdings würden die Mitarbeiter mit dem Thema CoV-2-Virus sehr sensibel umgehen, betont Retzlaff. Die Hygienemaßnahmen wurden wegen der Corona-Gefahr erhöht, erzählt Retzlaff weiter. So werden zum Beispiel alle Griffflächen mindestens einmal täglich desinfiziert, und dabei würden die Mitarbeiter generell mit Handschuhen arbeiten. Insgesamt gibt es 65 Betten in Doppel- und Mehrbettzimmern im „Graureiher“.

Flohmarkt findet nicht statt

Auf Nummer sicher gehen die Organisatoren des 32. Flohmarkts „Rund ums Kind“ in Brandshagen, der für den 14. März geplant war. Der Flohmarkt sei seit Jahren zu einem festen Bestandteil und großer Anziehungspunkt geworden. „Deshalb machen uns die aktuellen Entwicklungen und Vorkommnisse zur Ausbreitung des Coronavirus in unserer unmittelbaren Umgebung sehr nachdenklich“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins für „Groß und Klein“, Christian Moestchen.

Moestchen: „In gemeinsamer Rücksprache mit der Schulleitung der Grundschule in Brandshagen haben wir uns als Vereinsvorstand dazu entschlossen, unseren geplanten Flohmarkt vorsorglich abzusagen.“

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Von Almut Jaekel

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