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Vorpommern Grimmen Grimmener unterstützen Retter in Lübtheen
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17:48 08.07.2019
Laura Meister neben einem der Banner, die die Anwohner für die Helfer anbrachten. Quelle: Carolin Riemer
Grimmen

Es war der größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns: Als am Sonntag vor einer Woche das Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Südwestmecklenburg) ausbricht, ahnt Oliver Habel von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Grimmen noch nicht, dass auch seine Leute die Helfer vor Ort unterstützen werden.

Justin Bubbel und seine Kollegin retteten die Retter, die in Lübtheen gegen den Waldbrand kämpften. Quelle: Carolin Riemer

Schnelle Einsatztruppe soll erschöpfte Retter versorgen

Am vergangenen Donnerstagnachmittag kommt dann jedoch der Hilferuf und die Rettungsleitstelle Vorpommern-Rügen alarmiert einen Rettungstransportwagen aus Grimmen. „Schon nach 30 Minuten stand fest, dass wir unsere Rettungsassistenten Justin Bubbel und Laura Meister als schnelle Einsatzgruppe nach Lübtheen schicken können“, sagt der Vorsitzende der Ortsgruppe. In der Nacht zum Freitag machen sich die beiden Lebensretter auf den Weg. Ihre Aufgabe: Sie sollten sich um die mittlerweile stark erschöpften Helfer vor Ort kümmern.

Für Justin Bubbel war es der erste Einsatz in dieser Dimension. Zeitweise kämpfen 3000 Helfer in Lübtheen gegen die Flammen. „Als wir von der Autobahn abfuhren, rochen wir sofort den Brand“, sagt der 24-Jährige. Die beiden Rettungsassistenten fahren auf dem Weg nach Lübtheen immer wieder an großen Bannern vorbei: „Vielen Dank an unsere Helfer“ oder „Ihr seid unsere Helden“, haben die Anwohner der Ortschaften auf die Transparente geschrieben. Auch Kindergärten beteiligen sich an den Aktionen, die den Einsatzkräften Mut und Kraft schenken.

Probleme mit dem Kreislauf und Herzinfarkt

Justin Bubbel und seine Kollegin versorgen Feuerwehrleute, die starke Probleme mit dem Kreislauf haben. „Sie waren erschöpft und hatten vermutlich zu wenig getrunken. Es ist eine riesige Anstrengung für den Körper, wenn man körperlich arbeiten muss und dabei eine Atemschutzmaske trägt“, sagt der junge Mann. Einen Helfer bringen sie mit ihrem Rettungswagen ins Krankenhaus: Verdacht auf Herzinfarkt.

Geisterstädte: „Panzer und Hubschrauber übertönen die Gespräche.“

Es sei ein unheimliches Gefühl vor Ort gewesen, beschreibt Bubbel. „Das Dorf Alt Jabel ähnelte einer Geisterstadt, es war ja alles evakuiert. Kein Mensch, nur Einsatzwagen, Staub und kilometerlange Feuerwehrschläuche. Panzer fuhren auf den Straßen, am Himmel die Hubschrauber, die immer wieder riesige Mengen Wasser abwarfen. Es herrschte eine komische Stimmung, da trotz der Gespräche zwischen den vielen Einsatzkräften aus allen Teilen Deutschlands nur der Lärm der Panzer und Hubschrauber zu hören war.“

Justin Bubbel und seine Kollegin beziehen ihr Quartier in einem Büroraum der Feuerwehr. Nur eine kleine Liege passt neben den Schreibtisch. Aber an Schlaf denken die beiden während ihres Bereitschaftsdienstes nicht. Sie retten die Retter.

Sonntagabend wieder in der Heimat

Am Sonntagabend ist das auch für die beiden aus der DLRG Ortsgruppe Grimmen Schluss. Um 18 Uhr löst ein Rettungstransportwagen der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg die beiden ab und Laura Meister und Justin Bubbel kommen am Sonntagabend gegen 21 Uhr selbst erschöpft wieder in ihrer Heimat an.

Mittlerweile ist das Feuer zwar gelöscht, doch auf einer Fläche von 500 Hektar gibt es noch immer Glutnester im Boden. 120 Feuerwehrleute sind noch immer im Einsatz.

Carolin Riemer

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